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BLOG vom 15.08.2017
Lustiges über Zahnärzte und Gebissträgers

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 

Über Zahnärzte, Patienten und Gebissträger gibt es viele amüsante Geschichten. Da ich seit Monaten auf ein künstliches Gebiss für den Unterkiefer warte und auch diesbezüglich Lustiges und auch Spott erfahren habe, werde ich jetzt hier mein Leid klagen.

Lustiges über Gebissträger
Im Fernsehen sieht man ab und zu ganz amüsante Videosequenzen über Gebissträger. Da blies doch eine ältere Frau die Kerzen ihrer Geburtstagstorte aus und schon flog das künstliche Gebiss durch die Gegend. Vielleicht hatte sie die Haftcreme vergessen.

Ein Ehepaar wollte gut in einem Lokal speisen. Beide hatten schon einige Jahre künstlichen Zahnersatz. Als es ans Speisen ging, bemerkte der Mann, dass er sein Gebiss vergessen hatte. Da kam er auf eine grandiose Idee. Nachdem die Frau gespeist hatte, nahm er ihren Zahnersatz, steckte ihn in den Mund und futterte drauf los. Vielleicht hatten beide ähnliche künstliche Gebisse. Soweit ich mich erinnern kann, wurde diese Begebenheit in einem Sketch dargestellt.

Ein Bekannter war bei einem Freund in Rosenheim (Bayern) zu Besuch. Der Freund lud ihn zu einem Grillabend in einem Restaurant ein. Als die köstlichen Speisen aufgetischt waren, bemerkte mein Bekannter, dass er sein künstliches Gebiss vergessen hatte. Was tun? Er kaute recht und schlecht auf 2 Zähnen die grillierten Fleischstücke. „Ich brauchte länger, um mir einige Stücke einzuverleiben. Die restlichen nicht verzehrten Speisen gingen dann zurück.“
Derselbe Bursche bekam an seinem Arbeitsplatz in der Schweiz – er war Grenzgänger – einen Anruf von seiner Frau. „Hast Du nichts vermisst?“ war ihre Frage an den Vergesslichen. Er hatte im Eifer des Gefechts am Morgen seine Zahnprothese vergessen.
 
Nun zu mir: Im Unterkiefer wurden mir 2 Implantate eingesetzt. Die Einheilungszeit betrug 4 Monate. Ein Backenzahn wurde später gezogen. Nun habe ich nur noch 3 echte Zähne im unteren Bereich des  Gebisses. Ein Provisorium deckt die Lücken zu. Leider ist dieses Provisorium ein Notbehelf. Damit kann man nicht essen, da es herumwackelt. Was tun? Vor dem Essen entferne ich dieses und kaue die Speisen auf der rechten Seite. Dies geht ganz gut.
Dies praktizierte ich auch bei der jeweiligen Schlusseinkehr nach Wanderungen. Ein mitfühlender Wanderfreund sagte: „Gerne kaue ich Dir die Speisen vor.“
Ein anderer meinte, ich könne mich für eine Geisterbahn bewerben. Nun erkundige ich mich, ob hier in der Nähe von Schopfheim eine solche ist.
„Wartet einmal ab, wenn ich Anfang September mein Gebiss bekomme, dann beiße ich zu“, bemerkte ich nach einem Essen.
Ein anderer Wanderfreund hat auch Probleme mit seinem Gebiss, das nicht gut passt. Er hat inzwischen schon 5 kg abgenommen, da er nur weiche Speisen verzehren kann. Auch ich nahm etwa 3 kg ab. Nun habe ich einen Waschbrettbauch. Da staunten die Übergewichtigen mit Bierbäuchen, wenn sie das hörten. Sie wollen sich jedoch nicht die Zähne ziehen lassen, um effektiv abzunehmen.
Ein fast 80-Jähriger erzählte mir kürzlich dies: „Mein Zahnarzt wird mir 3 Zähne ziehen und einen künstlichen Zahnersatz anpassen. Wenn ich diesen bekomme, dann könne ich damit vielleicht bald ins Gras beissen.“  Der Mann hat Humor!
Als wir kürzlich in der „Alten Laube“ in Lörrach-Brombach einkehrten, erwähnte ich dem Wirt, dass ich nicht alles beissen kann. Er bemerkte humorvoll: „Wir schneiden ihnen alles klein.“ Darauf habe ich verzichtet. Ich verputzte dann eine weiche Kalbsbratwurst mit selbstgemachten Kartoffelsalat.
Meine Schwester Ursula hatte ein geteiltes Provisorium. Beim Kauen biss sie drauf und hatte das Gespür, es wäre eine Nuss. Sie verschluckte einen Teil des Provisoriums. Sie flitzte zum Zahnarzt und dieser brachte das Provisorium wieder in Ordnung.

Lustiges über Zahnärzte
In einem Blog vom 09.02.2010 („Zahnbrecher im Mittelalter: Zähne und Hühneraugen entfernt“) fasste ich schon diverse lustige und weniger amüsante Geschichten zusammen. Hier ein kleiner Auszug.

Ein Mann beglich seine Zahnarztrechnung mit falschen Banknoten. Zur Rede gestellt, verteidigte er sich mit dem Hinweis, die ihm eingesetzten Zähne seien auch nicht echt.
Der Schwiegersohn des Zahnarztes weigerte sich, das ihm in Rechnung gestellte Gebiss seiner Frau zu bezahlen: „Ersatzteile kostenlos.“
Referenz für einen Zahnarzt: „Alle Zähne, die er mir einsetzte, sind zu meiner vollen Zufriedenheit ausgefallen.“
Zahnarzt zum Patienten: „Es tut jetzt ein wenig weh. Bitte den Mund weit aufmachen und die Zähne zusammenbeissen.“
Ein Zahnarzt beantragte Armenrecht: Er lebe von der Hand in den Mund.
Zahnarzt = Ein Mann, der seinen eigenen Zähnen Arbeit verschafft, indem er anderen die Zähne wegnimmt.
Ein Zahnarzt wollte von einem älteren Gebissträger wissen, ob er sich daran störe, dass die Prothesenzähne im oberen Bereich nur minimal schräg sind (man könnte diese vom Zahntechniker gerade rücken lassen). „Nein das brauchen Sie nicht ändern lassen. Ich mache ja keinen Schönheitswettbewerb mehr mit.“

Aphorismen und Zitate
„Wie schade! Der redegewandte Generaldirektor trug ein Gebiss – mit beschränkter Haftung.“  (Gerhard Uhlenbruck)

„Du sprichst: Mich reizt Obst nicht mehr.
O, lass doch schauen!
Du hast gewiss den Zahn nicht mehr zum Apfelkauen.“
(Friedrich Rückert)

„Es möchte mancher beissen, wenn er nur Zähne hätte.“
(Deutsches Sprichwort)

Zähne – man leidet, wenn man sie kriegt, wenn man sie hat und wenn man sie verliert.“
(Jüdisches Sprichwort)

„Zahnprothesen sind Adoptivzähne.“

„Ich war entsetzt. Sein charmantes Colgate-Lächeln mit den wundervollen Zähnen lag in einem Schälchen auf der Spiegelablage.“
(Enno Ahrens)

Hier noch ein Witz
Otfried von Zeltingen erzählt in seinem Buch „Riss dir ke Bein erüs!“ den folgenden Witz (von mir gekürzt und eingedeutscht):

Ein  junger Elsässer namens Renè wird 1943 zur Musterung geschickt. Er sollte in die Wehrmacht oder in die Waffen-SS eingezogen werden. Als erster kommt sein Freund dran. Er berichtet nach der Musterung, dass er als untauglich wegen fehlender Zähne eingestuft wurde. Da hatte Ren einen grandiosen Einfall. Er suchte seinen Zahnarzt auf und liess sich die Hälfte seiner Zähne ziehen. So vorbereitet ging er zur Musterung. Sein Freund wartete und war neugierig, ob Renè es geschafft hat. Dieser kam zerknirscht zurück, Tränen liefen über die Wangen.
„Han se dich genumme?“ fragt der Freund. „Nein“, schluchzt René. „ich bin untauglich erklärt. Aber wegen den Plattfüssen.“

 


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