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Inserate

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Die Philosophie dahinter:

Mit wenig Worten Aufmerksamkeit wecken
Inserate (Anzeigen, Annoncen) sind sozusagen die Werbeaktivitäten des Normalverbrauchers, der allerdings nicht nur verbraucht, sondern gelegentlich auch etwas unters Volk bringen möchte. Es sind öffentliche Bekanntmachungen, die über gedruckte oder elektronische Medien ein klares Ziel verfolgen: Etwas zu finden oder wieder zu finden (etwa den weggeflogenen Wellensittich, der auf den Namen "Hansi" hört, mit einem Suchinserat), etwas zu verkaufen oder anzuzeigen, zum Beispiel den Hinschied eines nahe stehenden Menschen. Politisch engagierte Menschen geben ihre Ansichten bekannt und machen Eigenwerbung.

Abseits der professionellen Werbung dienen Inserate den persönlichen Interessen des einzelnen Auftraggebers. Besonders Kleininserate (Verkauf, Kaufgesuch, Kontaktanzeigen, Arbeitsleistungen usw.) sind günstig und für jedermann erschwinglich. Weil jedes Wort Platz frisst und sich die Kosten nach dem beanspruchten Platz richten, wird man sich jedes Wort zweimal überlegen; Bibelzitate in Todesanzeigen haben den trauernden Hinterbliebenen insgesamt schon viele Vermögen gekostet.

Im Übrigen sind Inserate in der Regel aufs Allernötigste reduziert:

"Bodenleger übernimmt Verlegearbeiten: Spannteppiche, PVC, Linoleum, Parkett. Exakte Arbeit garantiert. Günstig. Tel.: ......".

Damit wäre alles gesagt, was in diesem Zusammenhang zu sagen ist. Stakkatostil: Jedes Wort ist vom anderen abgesetzt, und alle Töne zusammen ergeben doch ein vollständiges Bild von dem, was bekannt gemacht werden sollte. So sind die Inserate normiert, ritualisiert. In den Druckmedien vereinigen sie sich zu Plantagen, zu Inserat-Friedhöfen, wie man die Ansammlungen auch immer nennen mag. Der einzelne Inserent geht darin mit seinem Anliegen unter. Wer aber mit einem eigenen Einfall glänzt, kann auffallen und die gewünschte Beachtung finden.

In Friedhöfen gibt es Reglemente, die eingehalten werden müssen. Die Anzeigen-Auftraggeber sind frei; sie können Sonderwünsche anbringen, so viele wie sie wollen. Bringen sie ihre Idee auf dem gleichen Platz unter, ist das besonders vorteilhaft; sonst sind allenfalls kleine Mehrkosten gerechtfertigt, wenn dadurch die Erfolgschancen wesentlich erhöht werden.

Der erwähnte Bodenleger sollte nicht seinen Beruf in Fettdruck voranstellen, sondern sein attraktives Angebot:

"Neue Böden, günstig verlegt: Seit 25 Jahren verlege ich Spannteppiche, PVC, Linoleum, Parkett. Exakte, professionelle Arbeit! Tel.:......".

"Inserate sind Informationen" liest man in einem Füller-Inserat der "Aargauer Zeitung", mit dem Leerräume im Inseratenbereich im Sinne einer Eigenwerbung ausgefüllt werden. Das stimmt: Ich habe einen Antiquitätenhändler gekannt, der alle Lokalzeitungen auf Meldungen und Inserate minutiös abgegrast hat, um herauszufinden, wo an überflüssig gewordene wertvolle Gegenstände heranzukommen war: Wer ist gestorben? Welches Haus wird abgebrochen? Was wird zum Kaufe angeboten? Welche Firma wird liquidiert?

Inserate sind das Brot der Druckmedien, ein wesentlicher Teil des alltäglichen Lebens und einer genaueren Beachtung wert.

Hinweis: Wer ein Inserat aufgeben will, kann seinen Textvorschlag dem Textatelier unterbreiten und einen Verbesserungsvorschlag verlangen – ein kleiner kostengünstiger Umweg im Hinblick auf eine Verbesserung der Chancen, sein Ziel mit grösserer Wahrscheinlichkeit und schneller zu erreichen. Zur Erhöhung des Effektes gehört auch die Beratung, wo ein spezielles Inserat am Vorteilhaftesten zu platzieren ist, vielleicht in einer Lokalzeitung, vielleicht in einem Anzeigenzusammenschluss mehrerer Zeitungen, in einem Fachblatt oder gegebenenfalls gratis im Internet.

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