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     June 19, 2013 17:04 CET
 


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Die Philosophie dahinter:

Vorauslesen im Interesse der Leser
Für ein allgemeines Publikum mag es interessant sein zu erfahren, wie ein Lektorat[1] funktioniert. Diese bedeutsame Institution hat bei Verlagen jene Funktion, welche bei Zeitungen und Zeitschriften sowie elektronischen Medien die Redaktion wahrnimmt: das Auswählen, das Vorlesen (im Sinne von Vorauslesen) und das Bereinigen. Die eingegangenen Manuskripte werden begutachtet, und der Lektor beurteilt aus der Verlagsphilosophie heraus, ob sich ein Manuskript zur Veröffentlichung eignet. Erweckt die vorgelegte Arbeit sein Interesse und passt sie ins Konzept des Hauses, veranlasst er gegebenenfalls Umarbeitungen, Ergänzungen usf., die im Hinblick auf eine Buchproduktion nötig werden können. Es geht um die Informationsaufbereitung nach den Verlagsvorgaben. Der Verlag haftet zusammen mit dem Autor für das, was unter seinem Namen publiziert wird.

Die Güte und damit der Ruf eines Mediums oder eines Verlages hängen in erster Linie davon ab, wie professionell Redaktionen und Lektorate arbeiten und ob sie ein ausreichendes Geschick bei Auswahl, Unterstützung und Förderung von Autoren entwickeln. Sie müssen überdies ein Gespür für das Marktumfeld entwickeln, ohne einfach im Hauptstrom mitzuschwimmen; denn sie können bei hinreichend selbstbewusstem Auftreten selber Faktoren sein, die das gesellschaftliche Denken beeinflussen.

Wenn ein vorgelegtes Buchmanuskript bzw. ein Compuscript (oder eine Dissertation, Diplomarbeit, zum Druck vorgesehene Kursunterlagen usw.) die Zustimmung des Lektors gefunden hat, d.h. veröffentlicht werden soll, muss das Skript in jene Fassung gebracht werden, auf die sich Verlagsfachleute und Autor geeinigt haben. Gleichzeitig müssen Illustrationen in Auftrag gegeben werden; bei Fotobänden richten sich die Texte nach den Bildern. Liegt dieses so bereinigte Werk vor, sollte der jetzt mehr oder weniger ausgereiften Arbeit der letzte sprachliche und inhaltliche Feinschliff gegeben werden. Es geht um Aspekte der inhaltlichen Gliederung im Detail, um die Ausmerzung von unmotivierten gedanklichen Sprüngen und um Konsistenz, sodann um Textkorrekturen nach allen Regeln der Kunst; das heisst der Korrektor muss sich neben Orthografie auch um Stil und Korrektheit des Inhalts kümmern. Ferner wird spätestens jetzt die definitive Auswahl der Illustrationen fällig, und es fallen die definitiven Entscheide über die gestalterischen Aspekte (Layout).

So handelt es sich alles in allem um einen Produktionsprozess, an dem sich verschiedene Fachleute beteiligen. Je kompetenter sie ihre Aufgaben von der Titelei[2] bis hin zur Nachkorrekturphase verrichten, um so hochwertiger und überzeugender ist das Produkt, in diesem Fall das Buch. Die Kunst liegt darin, ein Werk durchgehend zu verbessern, falls und wo immer das angezeigt ist, dabei aber die Eigenarten des Autors zu respektieren und seine Arbeit nicht zu einem Feuerwerk aufzumotzen, das – abgesehen von etwas Rauch – spurlos verpufft...

Die vielfältigen Einwirkungen dürfen keinesfalls zur Verstümmelung und Unkenntlichmachung der persönlichen Arbeit des Autors führen. Diesbezügliche Horrorszenarien richten in der Regel die script doctors in der Filmbranche rund um Hollywood häufig an. Sie verhelfen den Drehbuchautoren zu einem Dauerfrust, weil diese ihr Drehbuch am Ende mit dem besten Willen nicht mehr wiedererkennen - so schlecht wie die meisten Filme inhaltlich sind, kann wohl niemand schreiben...

Das Gegenteil davon sind nicht überarbeitete, meistens digitalisierte Buchvorlagen, die zusammen mit allen Unzulänglichkeiten und Ungenauigkeiten auf der Direttissima in die Druckerei gehen und deren Resultate nicht zu befriedigen vermögen. Druckfehler in Büchern, die früher höchst selten waren, sind heute fast so häufig wie sie vor wenigen Jahrzehnten noch in Tageszeitungen waren. Überall vermehren sich die Druck- und Schreibfehler, was zum Teil auf die zusätzliche Verunsicherung im Zusammenhang mit der neuen deutschen Rechtschreibung zurückzuführen ist. Zumindest dürfte erwartet werden, dass bestimmte Regeln wenigstens in derselben Publikation einheitlich angewandt werden (das Textatelier wendet in den eigenen Texten eine moderate Neuschreibung an, d.h. wir gehen von der herkömmlichen Rechtschreibung aus, übernehmen aber neue Regeln, wenn sie einleuchtend und aus Lesersicht sinnvoll sind).

Die Angebotspalette des Textateliers ist breit. Wir sind für die üblichen Stundenansätze oder nach spezieller Vereinbarung bereit, eine (je nach Wunsch der Auftraggeber) mehr oder weniger detaillierte Beurteilung eines Manuskriptes vorzunehmen (peer review). Walter Hess verfügt über eine rund 40jährige Erfahrung im Umgang mit Texten aller Art. Wir liefern den Verlagen also zuverlässige Grundlagen für ihre Entscheide. Zudem bieten wir Textüberarbeitungen (sowie auch das Verfassen von Buchtexten als Ghostwriter an), ebenso einen kompetenten Gegenlese- und Korrekturservice an, für den der erfahrene und exakt arbeitende Hans Kurt Berner zuständig ist.

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[1] An Hochschulen gilt die Bezeichnung Lektor dem Sprachlehrer für praktische Übungen; als Lehrbeauftragter kann er die praktische Ausbildungstätigkeit in anderen Fachgebieten leiten. In christlichen Gottesdiensten ist es die Bezeichnung für jene Person, welche die Bibelstellen vorliest. Das Wort ist aus dem Lateinischen entlehnt: lector bedeutet Leser, Vorleser; legere steht für auflesen, sammeln; auswählen; lesen.
[2] Als Titelei bezeichnet man die einem gedruckten Lauftext vorangestellten Seiten wie Titelblatt, Vorwort, Inhaltsverzeichnis usw.

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