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BLOG vom: 2024-07-04

ALTES FOTOGERÄT in modernstem Einsatz – B – HASSELBLAD-ZEISS-Objektive

Was sich Heute, mit Gerät von damals, an erstaunlichen Möglichkeiten ergibt.
von Werner Eisenkopf, Runkel/D.

 


 

In dieser Themenreihe, sind bisher diese beiden Blogs erschienen:

23.12.2019 ALTES FOTOGERÄT in modernstem Einsatz (Prolog)
26.07.2020 ALTES FOTOGERÄT in modernstem Einsatz - A-Minolta MD

In den bisherigen beiden Teilen des Themas „ALTES FOTOGERÄT in modernstem Einsatz“,  sind bereits wichtige Grundlagen aufgeführt und erklärt worden. Daher wird darauf hier im dritten Teil, nicht mehr umfassend darauf eingegangen.

In der Zeit der rein analogen Fotografie, also mit Negativen und Dias auf Filmstreifen, gehörte die schwedische Marke HASSELBLAD (Göteborg/Schweden) zu den besten aber auch teuersten Fotogeräten auf dem Markt. Diese Geräte waren bei Amateuren selten und bei Foto-Profis ein gern genutztes Arbeitsgerät.

Mit modifizierten HASSELBLAD-Kameras hat etwa die NASA erstmals Weltraum-Aufnahmen der blauen Erde von Mond und aus den APOLLO-Kapseln, sowie auf dem Mond selbst die Landungen fotografieren können. Was heute scheinbar schon „alltäglich ist“ war in den Sechzigerjahren noch eine Sensation.

Ab 1988 arbeitete der Autor dieser Zeilen mit Hasselblad-Systemen und deren Objektiven, die als Konstruktion und von der Linsenfertigung von CARL-ZEISS stammen. Genauer von CARL-ZEISS-WEST-GERMANY in Oberkochen (Baden-Württemberg, nahe Ulm) gefertigt wurden und mit aktuellen Produkten noch heute gefertigt werden. Eine typische HASSELBLAD-Kamera der Achtzigerjahre, war etwa der Typ 503CX.  Hier abgebildet als Einblendung auf eines der Objektive in Fest-Brennweite, dem Makro-PLANAR 4/120mm.

 


 

Für heutige Smartphone-Fotografierer, ist allein schon die Form und die Größe von so einer Kamera gewöhnungsbedürftig. Dazu ist Alles rein mechanisch. Nichts elektrisch oder gar elektronisch. Theoretisch könnte man mit einer klassischen HASSELBLAD-Kamera sogar einen Nagel in die Wand klopfen, weil das Kamera-Gehäuse nicht etwa aus Einzelteilen zusammengeschraubt ist, sondern aus einem vollen gegossenen Aluminiumblock herausgefräst wurde. Somit ein erheblicher Fertigungsaufwand, mit allerdings enormer Zuverlässigkeit und natürlich auch einem hohen Kaufpreis.

Ein ganz wichtiger Unterschied dieser HASSELBLAD-Kameras, ist das grössere Filmformat. Hier werden Dias oder Negative auf ROLLFILM im „MITTELFORMAT“ 6x6cm erzeugt. Dagegen fotografieren klassische analoge „KLEIBILDKAMERAS“ auf „Kleinbildfilm“ und im Format 24x36mm. Deswegen sind auch die Zahlen der jeweiligen Objektiv-Brennweiten von Mittelformat und Kleinbild nicht dieselben.

Bei „Kleinbild“ hat ein „Normal-Objektiv“ 50mm Brennweite, Bei 6x6 dagegen 75-80 mm. Klassische Kleinbild-Teleobjektive haben Festbrennweiten von 90, 135, 180, 200, 250, 300, 400, 500 und 1000mm. Das ZEISS 4/120mm Makro-Planar dieser Ausstattung hier, entspricht etwa einem 60mm-Kleinbild-Makroobjektiv.

Der Begriff „Mittelformat“ für die verwendeten Rollfilme, bezieht sich nicht nur auf Dias und Negative im QUADRATISCHEN Format 6x6cm. Auch das etwas grössere Format 6x7cm im RECHTECK aber nicht so „breit“ wie etwa Kleinbild (24x36mm) wird gleichfalls „MITTELFORMAT“ genannt. Ein bekannter Kameravertreter davon ist die klassische Asahi PENTAX 67, mit den Super-TAKUMAR-Objektiven. Das analoge GROSSFORMAT der Fotofilme, begann ab 9x12cm (u.a. LINHOF-Technika und SINAR) über 13x18cm, 18x24cm bis zu Sondergrößen in fest eingebauten Studio-Kameras. Deren Objektive, kamen oft aus der deutschen Firma JOS. SCHNEIDER in Bad Kreuznach (Markenname: SYMMAR).

Das ebenfalls vom Autor seit 1988 an HASSELBLADs verwendete ZEISS DISTAGON 60mm, ist demnach also auch kein Teleobjektiv beim 6x6-Mittelformat, sondern entspricht im Winkel etwa einem leichten Weitwinkel von 35mm Brennweite.

Wer sich für die Firma HASSELBLAD und ihren Gründer Viktor Hasselblad im schwedischen Göteborg interessiert, kann dies gern etwa in Wikipedia nachlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hasselblad

Es würde hier zu weit führen, all die Besonderheiten und Spezialitäten diverser HASSELBLAD-Kameras und ihres umfangreichen Zubehörs aufzuführen und zu erklären

Früher war einst die deutsche Firma ROLLEI in Braunschweig (Niedersachsen) ein ebenbürtiger Konkurrent zu HASSELBLAD. Die „zweiäugigen Rolleis“ sind heute Kult. Die Rolleiflex SLX konnte HASSELBLAD nie wirklich Konkurrenz machen. Lediglich die ROLLEIFLEX SL 66, hatte besondere Fähigkeiten (etwa „Schärfedehnung nach Scheimpflug“). Doch ging ROLLEI auch durch viele Marketing- und Managementfehler in den Neunzigerjahren Konkurs. Der Name und das Logo wurden von Chinesen aufgekauft. Heutige „Produkte von ROLLEI kommen also nur noch aus China.

In einer Zeit, wo nur noch selten analoge Fotofilme verwendet werden, weil fast Alles auf DIGITALFOTOGRAFIE umgestellt wurde, konnte so ein Objektiv wie das hier gezeigte ZEISS Makro-Planar 4/120mm, wieder neue Verwendungen finden. Nun eben über Adapter an der LEICA-SL oder einer anderen Kamera dieser LEICA-Fotogeräte mit Vollformat oder –mit Abstrichen- auch beim APX-Format. Hier kann es zu Abschattungen am Bildrand kommen, was man aber nach dem Überspielen auf PCs oder MACs in Bildbearbeitungsprogrammen, bequem wegschneiden kann.

Wer nur mit Smartphones fotografiert und Alles per Apps bearbeitet, braucht all solches Gerät nicht. Allerdings kann dann der enorme Spaß fehlen, den man mit solchen alten Geräteteilen und Objektiven haben kann. Dies ist ja immer eine individuelle persönliche Sache.

Der Aufbau auf dem Titelbild oben, mit der LEICA SL und dem ZEISS-Makro-Planar 4/120 hat ein dazwischen gestecktes BALGENGERÄT von NOVOFLEX. Damit kann für starke bis extreme Nahaufnahmen/Makroaufnahmen fokussiert werden. „Fokussieren“ ist hier ja die manuelle Einstellung der Bild-Schärfe im Sucher. Das Balgengerät dazwischen erlaubt stärkere Vergrösserungen, als nur die „Schnecke“ im Objektiv allein für sich. Zusammen genutzt addiert sich deren Fokussierweg, was noch näher mögliches Rangehen an die zu fotografierenden Objekte bedeutet.

Doch wenn man nicht solche Nahaufnahmen machen will, sondern etwa Landschaften, Natur oder auch Portraits, dann geht dies besser ohne Balgengerät und mit anderen Adaptern von NOVOFLEX. Dies sieht dann so aus, wie im folgenden Bild. Auch wenn das Ganze wie ein wuchtiges Teleobjektiv wirkt, ist die tatsächliche Perspektive näher an einem „Normal-Objektiv“ hin zum „kleinen Tele“ als zu einem wirklich langbrennweitigen Tele-Rohr.

 


 

So kann man mit dem (HASSELBLAD) ZEISS Makro-Planar 4/120mm an der LEICA-SL oder einer anderen Kamera dieses Vollformat-Systems von LEICA fotografieren. Dabei ist von Vorteil, dass dieses Objektiv zwar optimiert ist für Nach- und Makro-Aufnahmen aber auch in „Unendlich“ noch sehr gute Bilder ermöglicht.

Diese her verwendeten Adapter sind alle von der deutschen Foto-Firma NOVOFLEX in Memmingen/Allgäu und hochpräzise gefertigt. Dies ist für hohe Qualitätsansprüche ungleich besser, als teilwiese auch als Billigprodukte aus China im Direktversand käufliche Adapter, bei denen die mechanische Genauigkeit immer wieder mal zu wünschen übrig lässt.

Zu den „Klassikern“ von NOVOFLEX gehörten schon vor über 50 Jahren gewisse „Schnellschuss-Teleobjektive“ aber diese werden in einem späteren Teil dieser Blogreihe noch für sich beschrieben. Dabei auch, wie ein deutscher Pressefotograf einst mit so einem „Rohr“ auf den Golan-Höhen, einst mal zwei syrische Soldaten „gefangen nahm“ und zu den israelischen Linien vor sich hinmarschieren ließ. Optisch sehen diese Telerohre ja wirklich auch aus, wie eine kleine „Kanone“...

 

Hinweis auf weitere Blogs von Eisenkopf Werner
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