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11. Ausgabe www.textatelier.com 21. 11. 2004

Gegründet: Die „Verlag Textatelier.com GmbH“

Das Ziel des Textateliers ist ein qualitatives Wachstum. Wenn alles dafür getan wird, dass die Beschaffenheit aller Leistungen stimmt, Kunden und Nutzer zufrieden, ja begeistert sind, ist im Rahmen eines organischen Prozesses auch ein Breitenwachstum praktisch unvermeidlich. Die Folge solch eines Ablaufs war in unserem Fall, dass am 12. November 2004 die „Verlag Textatelier.com GmbH“ im Notariat an der Kirchgass 8 in Grüningen ZH gegründet wurde.


Die Gründungsurkunde der Verlag Textatelier.com GmbH wird unterzeichnet:
Notar Hansruedi Wüthrich und Walter Hess

Der historische Zeitpunkt: 15:10 Uhr. Nebenan läuteten die Kirchenglocken, wie es sich im gegebenen Zusammenhang gehörte. Als Amtsperson wirkte in der altehrwürdig, biedermeierlich möblierten Kanzlei mit Stehpult eine würdevolle Persönlichkeit, der Notar Hansruedi Wüthrich, welcher die Gründungsurkunde und die Statuten sorgfältig vorbereitet hatte. Nach jeder Unterschrift kam ein Wiegelöscher zum Trocknen der Tinte zum Einsatz, ein angenehmer Hauch von Gotthelf-Atmosphäre.

Die Vorgeschichte
Allerdings waren es nicht gerade Nostalgie-Elemente gewesen, welche zu dieser Verlagsgründung geführt hatten. Der Impuls kam von unserem Autor Heinz Scholz, der mir am 28. September 2004 schrieb: „ Da im Textatelier sehr wertvolle Artikel sind, könnten wir doch einmal die besten Arbeiten in einer Broschüre oder einem Buch publizieren. Gerne höre ich dazu Deine Meinung.“ Tatsächlich umfasst unser Angebot unter www.textatelier.com inzwischen etwa 700 Artikel, darunter einige Arbeiten, die schon allein eine Broschüre füllen würden.

Scholz' Idee leuchtete mir ein. Doch wollte ich nicht bei den etwas risikoscheu gewordenen Verlagen betteln gehen und anstehen, sondern ich entschloss mich in einem Anflug von unternehmerischer Inspiration sogleich, einen eigenen Verlag auf die Beine zu stellen. Eine GmbH als Mittelding zwischen Einfacher Gesellschaft und Aktiengesellschaft erwies sich als geeignete Rechtsform. Sie wurde mir vom erfahrenen Notar Hansruedi Wüthrich, mit dem ich seit Jahren freundschaftlich verbunden bin, empfohlen.

Insgesamt bieten wir das Schreiben und/oder Lektorieren beziehungsweise Korrigieren von Büchern (durch unseren bewährten Korrektor Hans Kurt Berner ) an, ferner die Beschaffung der ISBN-Nummer, die erwähnte digitale Erfassung von Text- und Bildmaterial, die Gestaltung – wir können uns auf zahlreiche Kunstschaffende abstützen. Gerade kürzlich durften wir die bekannte wissenschaftliche Zeichnerin Sabine Hofkunst in unser Impressum aufnehmen. Sie hat übrigens das filigrane, blattumrankte A für unsere Startseite geschaffen; in der Bildergalerie sind zahlreiche Arbeitsproben von ihr aufgelistet. Das A wie Anfang passt ausgezeichnet zu unserer Aufbruchstimmung. Über unseren Webauftritt mit den monatlich rund 40 000 Seitenaufrufen haben wir eine gute, vielbeachtete Plattform, um auf die bei uns verlegten Werke aufmerksam zu machen.

2 Bücher sind bereits in der Entstehungsphase: Heinz Scholz arbeitet einen Lebensmittel-Einkaufsführer aus, ein Lotsendienst für Menschen, die sich im Industriekost-Dschungel verloren fühlen und klare Kriterien wünschen. Ich werde die dramatischen Folgen dieses Globalisierungs-Irrsinns im Klartext aufzeigen und zur stärkeren Beachtung regionaler Werte und Möglichkeiten aufrufen. Weitere Titel sind in Planung.

Angebot: Verlagsinfrastruktur
Während meiner rund zweieinhalbjährigen Tätigkeit als Ghostwriter und Texter habe ich vom Bedürfnis vieler schreibbegeisterter Leute erfahren, die ein eigenes Werk herausgeben möchten. Doch sehen sie bei den etablierten Verlagen in der Regel keine Aussicht auf Erfolg; oft erhalten sie auf ihre Anfragen nicht einmal eine Antwort. Nach rein kommerziellen Überlegungen rentiert sich die Herausgabe eines Werks einer in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannten Person selbstverständlich nicht; allein in der Schweiz erscheinen jährlich rund 10 000 Bücher in den 4 Landessprachen, und es sind nur sehr wenige Bestseller darunter. Ein unbekannter Autor hat minime Chancen, den Durchbruch zu schaffen.

Doch ist es durchaus möglich, die Angelegenheit aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und anzugehen: Wer sich entschlossen hat, Buchautor zu werden, bereitet sein Werk vor und bedient sich einer vorhandenen Infrastruktur mit den entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen, damit das Werk hohen Qualitätskriterien genügt und zu einem erschwinglichen Preis herausgegeben werden kann. Er tut es nicht, um ein grosses Geschäft zu machen, sondern eher um des „Spassfaktors“ willen, wie sich Urs Walter einmal ausdrückte, und ist bereit, sich diesen Spass etwas kosten zu lassen; schliesslich gibt man ja auch für eine Vergnügungsreise etwas aus.

Dabei geht es sozusagen um Bücher für den Eigenverbrauch (zum Verschenken an Verwandte, Freunde, Bekannte, Geschäftskunden, Arbeitskollegen usf.) - der Verkauf über Buchhandlungen würde selbstverständlich organisiert, stünde aber nicht im Vordergrund. Mit der Herausgabe eines guten Buches geht dafür zweifellos ein Gewinn an Ansehen einher.

Da die Verlag Textatelier.com GmbH ihren eigenen guten Ruf behalten und mehren will, wird auf jeden Fall ehrlich darauf hingewiesen, dass solch ein Verkauf von Werken, die nicht mit allgemein bekannten Namen dekoriert sind, ausserordentlich schwierig ist. Umso eindringlicher wird allen Autoren empfohlen, Anstrengungen zur Bekanntmachung ihres Werks zu unternehmen, z. B. durch den Versand von Rezensionsexemplaren an die regionalen oder einschlägigen fachlichen Medien, durch Lesungen, Inserate usf. Es stellen sich zudem immer wieder günstige, verkaufsfördernde Konstellationen ein, manchmal ganz unverhofft. Falls sie aber nicht eintreten sollten – der Normalfall wohl –, darf man darob nicht verzweifeln.

Greifen Sie zur Feder!
Neben der Herausgabe eigener Bücher bietet unser neuer Verlag somit eine Dienstleistung für Menschen an, die ihr eigenes Buch physisch zu sich ins Haus geliefert haben möchten und bereit sind, sich im Wesentlichen selber um den Vertrieb zu kümmern. Das impliziert auch, dass es sich nicht um Bücher handeln würde, mit denen jemand ein Geschäft machen möchte (oder von denen er gar leben muss). Sondern von uns werden schreibfreudige, talentierte Persönlichkeiten mit dem nötigen Beistand versehen, Denker, Dichter und Schreiber, die den Wunsch hegen, auf gut Glück ein eigenes Buch herauszugeben, weil sie etwas zu sagen haben. Wer darin auch einen Beitrag zur Förderung der Schreibkultur erkennen mag, darf das aus guten Gründen tun.

Viele grosse Verlage sind verschwunden, in der Agonie oder zu keinen Risiken mehr bereit. Vor allem noch Dieter Bohlen, Bill Clinton, Thomas Gottschalk, Daniel Kübelböck und Joanne K. Rowling mit ihrem Harry Potter und ihresgleichen haben hier eine Publikationsmöglichkeit. Sollen alle anderen, möglicherweise begabteren Schreiber deshalb auf Drucklegungen verzichten müssen?

Zurzeit sind wir dabei, Druckereien hinsichtlich Druckkosten und -qualität auf Herz und Nieren zu überprüfen. Die bereits vorliegenden Ergebnisse lassen den eindeutigen Schluss zu, dass zu sensationell tiefen Preisen hochwertige Werke herzustellen sind. Jedenfalls haben wir jetzt die Infrastruktur und die Kenntnisse im Hinblick auf die Produktion attraktiver Bücher und Broschüren. Das ist ein grosses Glück für Autoren und solche, die es werden wollen. Jean Paul stellte zutreffend fest: „Solange ein Mensch ein Buch schreibt, kann er nicht unglücklich sein.“

Ich unterschreibe dies aus voller Überzeugung.

Walter Hess

 



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