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13. Ausgabe www.textatelier.com 17. 03. 2005

Googeln oder microsöfteln Sie?

Monatlich gibt es rund 50 000 (Januar 2005) bis 70 000 (so viele waren es vom 1. bis zum 15. März 2005) Eintritte von Internet-Nutzern ins Textatelier. Alle Besuche werden von unserem zuverlässigen Hostpoint-Server rund um die Uhr statistisch erfasst und detailliert ausgewertet. Sie setzen sich laut dieser täglich aktualisierten Statistik zu rund 88 % aus direkten Anwahlen, zu rund 10 % aus Gästen, die uns via Suchmaschinen gefunden haben, und zu etwa 2 % aus Links von anderen, auch befreundeten Webseiten, welche auf unsere Webseite www.textatelier.com hinweisen, zusammen. Innert Jahresfrist hat sich die Zahl der Zugriffe fast verdreifacht, was ein Beweis für die wachsende Beachtung des Textateliers ist und zuversichtlich stimmen würde, wären wir es nicht ohnehin schon seit je gewesen.

Nun bin ich allerdings kein Zahlenfetischist, denn man müsste ja auch die intellektuelle Qualität der Nutzer einbeziehen, um zu besseren Aussagen über die Wirkung dessen zu kommen, was man ins Internet stellt. Einen Hinweis darauf gibt die grosse Zahl der Server von Universitäten, die in unserem Logbuch aufgelistet sind, was darauf hinweist, dass unser zuverlässig recherchiertes Material auch als Grundlage für wissenschaftliche Arbeiten verwendet werden kann beziehungsweise dafür, zusätzliche Aspekte ins reine Wissenschaftlichkeitsdenken einzubringen. Auch aus bekannten Firmen wie Bankinstituten, Medienhäusern usw. werden wir häufig besucht.

Aus diesen Beispielen schliesse ich, dass wir wahrscheinlich ein ausserordentlich anspruchsvolles Publikum haben, eine Feststellung, die auch auf die unbekannten Einzelnutzer zutreffen dürfte. Denn wir bieten ja keinen seichten Stoff und sprechen Menschen an, die gern lesen. Schon aus eigenem Interesse tendieren wir nicht darauf hin, den Menschen dieses Lesen auszutreiben, wie es die zu Bilderbüchern gewordenen Zeitungen im Tabloidformat tun. Was nützen dann die Schreiber noch?

Der Wettlauf der Suchmaschinen
Im Internet sind die Suchmaschinen die wichtigste Dienstleistung; es ist für mich immer noch ein technisches Wunder, wie schnell sie Millionen von Dokumenten durchsuchen und auflisten können. Wenn man von Suchmaschinen spricht, meint man vor allem www.google.com, die tatsächlich Massstäbe gesetzt hat und auch das Suchen nach Sprache oder Land erlaubt. Der Suchmaschinenname ist bereits auch zu einem Tätigkeitswort umfunktioniert worden: googeln .

Vor wenigen Wochen stellte ich fest, dass wir plötzlich viele Besucher ausgerechnet aus den USA hatten; während im Januar 2005 beispielsweise 26 925 Besucher aus der Schweiz kamen, waren es 13 750 aus den USA, mehr als die Hälfte also. Als ich diesem Phänomen dann nachging, stellte ich fest, dass die brandneue (wie es in der einschlägigen Sprache heisst) Microsoft-Suchmaschine www.msn.com aus dem Hause von Bill Gates uns mit erstaunlicher Tiefenschärfe abgrast. Von Bekannten hörte ich dazu, wahrscheinlich habe das mit dem Überwachungsstaat USA zu tun ... Darauf entgegnete ich, das wäre mir schon recht; denn die interessierten Amerikaner (inklusive die Überwacher) brauchten auch etwas Vernünftiges zum Lesen, das sie auf andere Gedanken bringe, nachdem die Presse und das Fernsehen dort im Wesentlichen auf den Regierungskurs eingeschwenkt sind.

Nun ist es schon so, dass eine Webseite ein offenes Buch ist, das Sabine Hofkunst sogar ins Logo der Verlag Textatelier.com GmbH (siehe den betreffenden Artikel) meisterhaft einbezogen hat. Und nach Lust und Laune können Schnüffler aller Art auf das Material zugreifen, was uns nicht stört, da wir zu unseren Meinungen stehen. Sie müssen sich nicht hinter einer Suchmaschine verstecken.

Zur Sicherheit habe ich die msn-Suchmaschine getestet, und ich wollte wissen, ob von ihr mein ausgesprochen kritisches Blog vom 4. Februar 2005 („Atommacht USA – das tabuisierte Diskussionsthema“) aufgenommen worden sei. Das Suchresultat:

•  Textatelier Hess von Biberstein

Das Textatelier 'Hess von Biberstein' schreibt anspruchsvolle Texte. Zum Angebot gehören auch ... toleriert man diese ausgerechnet bei den USA und bei Israel? Weshalb fordert denn niemand auch von ...

    • www.textatelier.com/index.php?id=996&blognr=315&PHPSESSID=b707fa9c2d4dfedce9138441809cdc07

•  Textatelier Hess von Biberstein

… Zum Angebot gehören auch ... toleriert man diese ausgerechnet bei den USA und bei Israel? Weshalb fordert denn niemand auch von ...

    • www.textatelier.com/index.php?id=996&blognr=315&PHPSESSID=b707fa9c2d4dfedce9138441809cdc07

•  Show more results from "www.textatelier.com".

Wenn man „Show more results…“ anklickt, erscheinen 9 weitere Seitenverweise. Also selbst wenn die heiklen Begriffe „Atommacht“, „USA“ und „Israel“ gemeinsam auftauchen, wird nicht zensiert, was tröstlich ist.

Man kann von Microsoft halten, was immer man will (das Unternehmen hat nicht nur mit Glanzleistungen geglänzt), aber die Suchmaschine „Search MSN“ setzt schon Massstäbe, obschon sie erst in 10 Sprachen in 25 Ländern gestartet ist (inkl. Schweiz). Optisch liefert „Search MSN“ ein ähnliches Bild wie andere Suchmaschinen und ermöglicht neben der textbasierten Suche im Internet auch die Suche nach Bildern und die Recherche in aktuellen Nachrichten. Ergebnisse werden in tabellarischer Form und mit kontextbezogenen Werbeeinblendungen präsentiert, ähnlich wie bei Google.

Entscheidend aber ist dies: Die Reihenfolge der Ergebnisse lässt sich per Suchassistent durch die eigene Gewichtung einzelner Parameter und Voreinstellungen beeinflussen (Aktualität, Popularität und Genauigkeit); man ist da also nicht einfach hilflos den vorgegebenen Suchmaschinenwertungen (Ranking) ausgeliefert. Zudem aktualisiert „Search MSN“, für die angeblich 300 Mio. USD aufgewendet worden sind, seinen Index alle 2 Tage und ist damit schneller und aktueller als seine Konkurrenten; laut meinen eigenen Feststellungen geschieht das sogar täglich. Im Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ haben Computerexperten den Suchalgorithmus von „Search MSN“ bereits hinsichtlich Suchgeschwindigkeit und Treffergenauigkeit gelobt, und ich kann mich diesem Lob nur anschliessen.

Die Textatelier-Hompage hat ihre eigene interne Suchfunktion (das Suchfenster ist auf der Einstiegsseite). Davon sind allerdings die Blogs (Weblogs), die täglich angereichert werden, noch nicht erfasst. Aber über den Link „Alle Blogs“ kann die ganze Titelliste aufgerufen und abgesucht werden. Und wenn Sie, sehr geehrte Nutzerin und Nutzer, suchend tiefer in die Blogs eindringen wollen, versuchen Sie es bitte einmal über www.msn.com – denn da kam ausnahmsweise einmal etwas Wegweisendes aus den USA. Man weiss das zu schätzen.

Walter Hess

 



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