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Dicke Amerikaner

Zahlen und Fakten, zusammengestellt von Heinz Scholz nach einer Publikation in „focus“ (Nr. 46, 10. November 2003)

Die Zeitschrift „focus“ bezeichnet die USA als XXXL-Nation. Warum ist das so? Bevor wir eine Antwort geben, einige Zahlen.

In den USA gibt es unter den Männern 28 Prozent Fettleibige. Bei Frauen liegen die Zahlen 6 Prozent höher. Darunter sind 3 Prozent (Männer) bzw. 6 Prozent (Frauen) extrem fettleibig.

39 Prozent der Männer haben ein moderates Übergewicht, während bei den Frauen 28 Prozent zu dieser Kategorie gezählt werden.

Fettleibig sind Menschen, die je nach Körpergrösse (165 cm bzw. 180 cm) ab 82 bis 98 kg auf die Waage bringen. Extrem Fettleibige haben ab 109 bis 130 kg auf dem Buckel.

Es gibt sogar 17 Monate alte Kleinkinder, die bereits über 30 kg wiegen. Auch Popstars sind übergewichtig. So bringt der Rapper Big Pun 300 Kilo auf die Waage.

Die Amerikaner werden immer dicker. Innerhalb des letzten Jahrzehnts nahm der Prozentsatz der Übergewichtigen von 56 auf 65 Prozent zu.

Schlanke Schweizer?
Betrachten wir einmal die Tabelle „Kugelrunde Welt“ (Anteil der Fettleibigen und extrem Fettleibigen an der Bevölkerung in Prozent), dann fällt auf, dass die Schweiz mit 6 Prozent an 19. Stelle steht (Vergleich: Deutschland mit 19 Prozent an 8. Stelle). An der Spitze stehen laut International Obesity Task-Force Kuwait und Panama mit jeweils 37 Prozent, gefolgt von den USA mit 31 Prozent. Schlusslichter sind Thailand (4 Prozent), Philippinen (3 Prozent) und Japan (2 Prozent).

Vorzeitig ins Grab?
Ärzte und Gesundheitspolitiker sind der Ansicht, dass jährlich 300 000 Amerikaner infolge Übergewichts vorzeitig sterben. Der volkswirtschaftliche Schaden soll angeblich 100 Milliarden USD betragen. Wie man das berechnet, ist allerdings schleierhaft.
Gegenmassnahmen: Aufklärungsprogramme, mehr Schulsport, subventionierte Diät- und Fitnesskurse.

Die Ursachen
Wichtigste Ursache des Dickwerdens ist der Trend zum ausserhäuslichen Essen. Schnellrestaurants haben Hochbetrieb. Die Schulkinder trinken häufig Limonaden und futtern Süssigkeiten. Manche Schulkantinen werden von Fast-Food-Unternehmen betrieben.

Laut „focus“ wird jedes 10. Kind zwischen 19 und 24 Monaten mit Pizza ernährt, jedes 4. Kind bekommt Limonaden. 9 Prozent der Einjährigen bekommen regelmässig Pommes frites.

Schuld sind auch Restaurants. Diese bieten viel zu grosse Portionen an. So verdoppelten sich die Portionsgrössen innerhalb von 20 Jahren. Die Portionen und Softdrinks weisen 50 bis 100 Prozent mehr Kalorien auf als damals.
„focus“: „Ein besorgter US-Psychologe wog einen Hauptgang in einem Chinarestaurant in Frankreich und tat dasselbe mit dem entsprechenden Gericht bei einem US-Chinesen: Dort häufte man 72 Prozent mehr aufs Porzellan.“

Warum die Amerikaner immer dicker werden, erklärt der deutsche Landeskenner Hans-Dieter Gelfert in seinem Buch „Typisch amerikanisch“ (Verlag H. C. Beck) so: Der Trend zu Riesenportionen sei in den USA deshalb so ausgeprägt, weil „alle lebensnotwendigen Ressourcen in unerschöpflicher Fülle vorhanden zu sein schienen“ . Die Siedler kamen in das Land und fanden jede Menge Büffel und fruchtbaren Ackerboden vor.

Frank Gerbert: „Die daraus entsprungene Mentalität wirkt bis heute nach. Tief im Herzen wohnt die Überzeugung: Nur ein voller Amerikaner ist ein guter Amerikaner.“

Denksportaufgabe: Sind in diesem Fall schlanke Amerikaner (Politiker einschliesslich George W. Bush) keine guten Amerikaner?

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