Startseite 
Kontakt  °  Inhaltsübersicht  
Seite weiterempfehlen
     20. August 2018, 20:09 Uhr
 


Schlossportal
 Kundeneingang

 
 

Schützen Vitamine und Omega-3-Fettsäuren vor Schlaganfall?

Von Heinz Scholz

Folsäure besonders wichtig – Ursachen eines Mangels – Vitamin C senkt Schlaganfall-Risiko – Vitamin C schützt Frauenherzen – Schutz durch Omega-3-Fettsäuren und mediterrane Kost

Es gibt in der Tat einige Nahrungsbestandteile, die uns vor einem Schlaganfall und Herzinfarkt schützen können. Voraussetzung ist jedoch, dass diese Stoffe in ausreichenden Dosen zugeführt werden. Laut dem „Ernährungsbericht 2000“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist eine optimale Versorgung mit bestimmten Vitaminen nicht gewährleistet. Warum das so ist, konnte inzwischen geklärt werden. Hauptsächlich spielen eine einseitige Ernährung, falsche Zubereitung von Speisen, Magen-Darm-Krankheiten, Arzneimittel, Alkohol- und Nikotinmissbrauch eine Rolle.

Folsäure besonders wichtig
Bei einem Folsäuremangel während der Schwangerschaft können Missbildungen an Embryonen entstehen. So schliessen sich die Knochen und Knorpel nicht richtig über dem Rückenmarkskanal. Man spricht dann von einer Spina bifida (Spaltbildung der Wirbelsäule). Bei Folsäuremangel während der Schwangerschaft wurden auch eine vermehrte Tendenz zu Fehlgeburten, Gebärmutterblutungen und eine vorzeitige Lösung des Mutterkuchens beobachtet. Die Folsäure spielt auch beim Abbau der „schädlichen“ Aminosäure Homocystein eine wichtige Rolle. Das Homocystein ist nach neuen Erkenntnissen ein selbstständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Prof. Dr. Klaus Pietrzik vom Arbeitskreis Folsäure & Gesundheit äusserte, dass Vitamin B 6 , Vitamin B 12 und Folsäure einen erhöhten Blutspiegel an Homocystein zu senken vermögen. Dabei hat die Folsäure den grössten Effekt. Untersuchungen ergaben, dass Menschen, die unter einem Folsäuremangel leiden, besonders hohe Werte an Homocystein haben.

Mehr als 20 Studien ergaben einen Zusammenhang zwischen den im Körper produzierten Homocystein und der Ausbildung eines Herzinfarktes und Schlaganfalles. Mediziner kamen auf diesen Zusammenhang, als sie Patienten mit einer angeborenen Stoffwechselerkrankung untersuchten, bei der ein gesteigerter Homocystein-Spiegel infolge eines Enzymdefektes zu beobachten ist. Bei diesen Patienten kam es häufig zu arteriosklerotischen Gefässwandveränderungen und Thrombosen. Aus diesem Grunde kommen Schlaganfälle bereits im Vorschulalter vor.

Die tägliche Gabe von Folsäure bzw. Folat (= gebundene Form der Folsäure) wurde in Studien ermittelt, bewirkte eine mittlere Reduktion des Homocystein-Spiegels um 25 Prozent. Durch zusätzliche Verabreichung von Vitamin B 12 konnte der Spiegel um weitere 7 Prozent abgesenkt werden. Eine tägliche Gabe von 300 Mikrogramm Folat hatte in den USA folgenden Effekt: Senkung des Schlaganfallrisikos um 20 Prozent und Minderung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 13 Prozent.

Die Folsäure ist übrigens in Weizenkeimen, Weizenkleie, Getreide, Sojabohnen, Gemüse, Mangos, Avocados, Orangen, Hülsenfrüchten, Bierhefe, Nüssen, Leber, Eiern und Käse enthalten (siehe Tabelle). Leider wird die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene tägliche Menge von 400 Mikrogramm Gesamtfolat (= Summe folatwirksamer Verbindungen in der üblichen Nahrung) nicht erreicht. Laut „Ernährungsbericht 2000“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nehmen Männer nur 61 Prozent und Frauen nur 55 Prozent der empfohlenen Dosis auf.

Ursachen eines Folsäuremangels
Ursachen für Mangelzustände sind folgende: Nicht ausreichender Verzehr von folsäurehaltigen Lebensmitteln, vermehrter Konsum von industriell verarbeiteten Lebensmitteln und Verluste durch die Zubereitung von Speisen (der Verlust liegt zwischen 30 und 90 Prozent!). Chronische Krankheiten wie Schuppenflechte (Psoriasis), Blutarmut (Anämie), Entzündungen des Verdauungstraktes und Krebserkrankungen erhöhen den Bedarf an Folsäure. Der Bedarf ist auch in der Wachstumsperiode und in der Schwangerschaft erhöht. Einige Medikamente, Rauchen und erhöhter Alkoholgenuss hemmen die Aufnahme bzw. die Umwandlung in die aktive Form.

Stabilität von Folsäure: Die Zubereitungsverluste durch Erhitzen betragen zwischen 30 und 90 Prozent. Dünsten ist besser als Kochen und Braten. Folsäure ist wasserlöslich und geht in das Wasch- und Kochwasser über. Beim Lagern von frischem Blattgemüse betragen die Verluste innerhalb von 3 Tagen bis zu 70 Prozent! Folsäure ist auch lichtempfindlich. Säfte sollten immer in dunkle Flaschen abgefüllt werden. Am besten ist jedoch immer das Trinken von frisch gepressten Säften und noch empfehlenswerter ist der Verzehr von ganzen Früchten. Ist eine Lagerung von Gemüse nicht zu vermeiden, empfiehlt sich eine Lagerung unter Lichtabschluss (Gemüsefach des Kühlschrankes).

Mehr Folsäure durch Obst und Gemüse
Durch ausreichende Zufuhr von Obst und Gemüse gemäss den Empfehlungen der Kampagne „Fünf am Tag“ (fünf Obst- und Gemüsemahlzeiten) könnte man die Versorgung der Bevölkerung mit Folsäure verbessern. Aber leider ist es nicht so. Deshalb brachten Ernährungsfachleute eine Anreicherung von Grundnahrungsmitteln mit Folsäure ins Spiel. In den USA wird schon seit längerer Zeit Mehl mit diesem B-Vitamin angereichert. In Deutschland ist eine Anreicherung von Grundnahrungsmitteln nicht erlaubt. Ab 1. Oktober 2003 können jedoch Bäcker in Deutschland ein Nährstoffkonzentrat mit Omega-3-Fettsäuren und Folsäure beziehen und dieses ihren Backmischungen zusetzen. 2 Scheiben eines daraus hergestellten Brotes liefern bereits den halben Tagesbedarf an Folsäure und ein Viertel der empfohlenen Menge an Omega-3-Fettsäuren. Neu auf dem Markt ist ein Jodsalz mit Fluorid und Folsäure. Schon 2 Gramm Salz liefern 200 Mikrogramm Folsäure.

Aber auch eine Vielzahl von Nahrungsmitteln wie Frühstücksmüeslis und Frühstückscerealien, Süsswaren, Getränke und Multivitamindrinks sowie Kakaopulvermischungen sind inzwischen mit Folsäure angereichert. Beispiel: Im Handel gibt es einen lichtgeschützten Multivitaminsaft mit 100 Mikrogramm Folsäure in 100 Milliliter! Es ist nicht bekannt, wie viel Folsäure der Saft bei der Lagerung verliert. Die Haltbarkeit des Saftes wird übrigens mit 9 Monaten angegeben! Begrüssenswert ist die Angabe sowohl des Abfülldatums als auch des Verfallsdatums auf der Verpackung.

Auch in der Schweiz sind viele Nahrungsmittel inzwischen mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert. Es gibt auch eine Unzahl von Bewilligungen für neuartige Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel. Auf der Homepage des Bundes unter www.admin.ch sind diese Produkte aufgelistet (Suchbegriff: „Bewilligungen für neuartige Lebensmitte l“).


Folsäuregehalt in Nahrungsmitteln (Mikrogramm Folatäquivalente je 100 Gramm)

Weizenkeime

500

Weizenkleie

400

Hühnerleber

380

Kalbsleber

240

Schweine-, Rinderleber

220

Sojabohnen

230

Spinat

145

Bohnen (weiß)

130

Brokkoli

114

Endiviensalat

109

Bierhefe

50–100

Wirsing, Spargel

90

Nüsse

40–75

Hühnerei

65

Getreide (ganzes Korn)

35–65

Vollkornbrot, Grünkohl, Erbsen getr.

60

Kopfsalat

59

Käse

4–65

Mango

40

Weisskohl

31

Avocado

30

Orangen

29

Tomaten

22

Banane, Dattel

20

Fische

5–20

Obst

5–10

Vollmilch

6

Quelle: „Der kleine Souci-Fachmann-Kraut“, wvg Stuttgart, 2. Auflage 1991 und 6. Auflage, Medipharm-Verlag, Stuttgart 2000.

Vitamin C senkt Schlaganfall-Risiko
Auch das Vitamin C kann die Schlaganfall-Gefahr senken. Eine japanische Studie, an der sich 1241 Frauen und 880 Männer beteiligten, wurde 1977 gestartet und nach 20 Jahren ausgewertet. Laufend wurden die Ernährungsgewohnheiten und der Gehalt an Vitamin C im Serum kontrolliert. Innerhalb des Untersuchungszeitraums erlitten 196 einen nicht tödlichen Schlaganfall. Das Ergebnis war beeindruckend: Die Serum-Konzentration korrelierte mit der Schlaganfallneigung. Die Probanden mit den höchsten Spiegeln wiesen ein 41 Prozent niedrigeres Risiko für einen Schlaganfall auf als jene mit den niedrigsten Konzentrationen an Vitamin C. Auch Beta-Karotin senkte das Schlaganfall-Risiko. In einer finnischen Studie konnte dieser Effekt kürzlich bestätigt werden.

Vitamin C schützt Frauenherzen
In einer US-amerikanischen Studie, die 2003 publiziert wurde, hatten Frauen, die täglich ein Vitamin-C-Präparat aufnahmen, ein um 28 Prozent verringertes Risiko einen Herzinfarkt zu bekommen als solche, die kein Vitamin C zusätzlich konsumierten. An der Studie nahmen 85 000 Frauen teil, die über einen Zeitraum von 16 Jahren beobachtet wurden.

Kritiker äusserten, die Absenkung des Risikos könnte auch andere Gründe haben. So sind die Vitamin-Konsumenten gesundheitsbewusster, körperlich aktiver und rauchen seltener. Dass auch Menschen mit einem ungesunden Lebensstil von einer Vitaminzufuhr profitieren, konnte in einer schwedischen Untersuchung ermittelt werden. War die Versorgung mit Vitaminen bei dieser Personengruppe optimal, hatten sie kein höheres Risiko gegenüber Personen mit einem gesunden Lebensstil und einer guten Vitaminversorgung. Nun können auch die ungesund Lebenden jubeln. Man braucht nur Vitamine zu schlucken – und schon ist alles in Ordnung. Ob auch andere Studien dieses Ergebnis bringen, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall sollte man die Risikofaktoren, die einen Schlaganfall begünstigen, reduzieren oder ausschalten, dann sind wir auf der sicheren Seite.

Ursachen eines Mangels an Vitamin C
Bei mangelhafter Zufuhr an Vitamin C beobachtet man vielfach Müdigkeit, Abgespanntheit, grössere Anfälligkeit für Infektionskrankheiten und eine verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Stärkerer Mangel führt zu Skorbut.

Ursachen eines niedrigen Vitamin-C-Spiegels sind: Ungenügende Zufuhr (besonders gefährdet sind Magersüchtige, Diätfanatiker und ältere Menschen), verminderte Resorption durch Magen-Darm-Erkrankungen (Geschwüre, Darmfisteln, Fettdurchfall) und Störungen im Vitamin-C-Stoffwechsel. Niedrige Blutspiegel an Vitamin C wurden bei Lebererkrankungen, Verdauungsstörungen, Tumorerkrankungen und bei chronischem Alkoholismus beobachtet.

Reich an Vitamin C sind übrigens Acerola, Hagebutte, Sanddornbeeren, schwarze Johannisbeeren, Kiwi, Petersilie, Paprikafrüchte, Brokkoli, Rosenkohl, Meerrettich, Grünkohl, Zitrusfrüchte (siehe Tabelle).

Stabilität von Vitamin C: Die grössten „Feinde“ des Vitamins sind neben der Hitze das Licht, der Luftsauerstoff und Schwermetallspuren. Kupfer erwies sich als besonders zerstörerisch. Deshalb sollten Nahrungsmittel niemals in Kupfergefässen zubereitet werden.

Vermeiden von Verlusten: Gemüse nicht zu lange waschen und nicht zu lange im Wasser liegen lassen. Nahrungsmittel nicht stark zerkleinert an der Luft aufbewahren. Schonende Garweisen bevorzugen. Verluste durch Kochen: 45 Prozent, Verluste durch Dämpfen: 26 Prozent und Verluste durch Dünsten: 23 Prozent!

Kartoffeln, die im Herbst eingekellert wurden, verlieren beispielsweise bis zum April oder Mai des folgenden Jahres bis 2/3 ihres Vitamin-C-Gehaltes.

Vitamin-C-Verluste durch Sauerstoff nach 24 Stunden Aufbewahrungsdauer:
Petersilie, ganz bei 4° C: 8 Prozent, bei 20° C: 20 Prozent.
Petersilie, geschnitten bei 4° C: 20 Prozent, bei 20° C: 42 Prozent.

Weitere Infos unter www.rewe.gvs.de/infothek/dep0/346.html

 

Vitamin-C-Gehalt von Lebensmitteln (Milligramm je 100 Gramm)

Acerola-Kirsche (roh)

1550 – 4000

Hagebutte (roh)

1250

Sanddornbeere

450

Johannisbeere, schwarz

175

Petersilienblatt

165

Paprika (roh)

140

Brokkoli (gekocht)

90

Rosenkohl (gekocht)

87

Kiwi

71

Kohlrabi (roh)

63

Erdbeeren

62

Zitrone

53

Apfelsine

50

Grapefruit, Orangensaft

40

Feldsalat

35

Spinat (gekocht)

29

Pellkartoffeln

14

Apfel (ungeschält)

12

Quellen: „Die grosse Nährwert-Kalorien-Tabelle“ von I. Elmadfa , GU Verlag, München 2000, und „Der kleine Souci-Fachmann-Kraut“ , wvg Stuttgart 1991 und Medipharm-Verlag, Stuttgart 2000.

Schutz durch Omega-3-Fettsäuren und mediterrane Kost
Eine Vollwertkost, vegetarische Ernährung und eine mediterrane Kost sind sehr zu empfehlen. Die mediterrane Küche wurde deshalb empfohlen, weil Studien in den 50er-Jahren positive Effekte ergaben. In Regionen, in denen die Menschen viel Oliven, Olivenöl und andere pflanzliche Fette verzehrten, wurden weniger häufig Herzinfarkte, Schlaganfälle und Krebserkrankungen verzeichnet. Die höchste Lebenserwartung hatten die Kreter. Aufgrund dieser erstaunlichen Ergebnisse wurde die „Kreta-Diät“ in den 70er-Jahren überall empfohlen. Neuere Studien bestätigen die präventive Wirkung der mediterranen Ernährung. Gemeint ist die traditionelle Ernährung der griechischen und süditalienischen Landbevölkerung. Also eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Getreideprodukten, Brot, Nudeln, Nüssen und Samen, Knoblauch, Zwiebeln und Gewürzen. Olivenöl ist der Hauptfettlieferant. Fleisch spielt eine untergeordnete Rolle, dafür kommen Fische und Meeresfrüchte mehrmals in der Woche auf den Tisch. Joghurt und Käse werden moderat verzehrt. Ein Glas Rotwein gehört zu jeder Mahlzeit. Die genannten Lebensmittel weisen gesundheitsfördernde Faktoren auf. Gemüse und Obst sind kalorienarm und beinhalten Antioxidantien, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Seefische (Thunfisch, Makrele, Sardinen) sind reich an Omega-3-Fettsäuren. Diese Fettsäuren wirken dreifach:

  1. Omega-3-Fettsäuren hemmen die Zusammenballung von Blutplättchen (Thrombozyten) und verhindern somit Gefässverschlüsse.
  2. Diese Fettsäuren entfalten eine antiarrhythmische Wirkung, das heisst, sie wirken einem unregelmässigen Herzschlagrhythmus entgegen. Arrhythmien begünstigen einen Herzinfarkt und Schlaganfall.
  3. Omega-3-Fettsäuren wirken blutdrucksenkend.

Positive Tendenzen zeigten sich diesbezüglich bei der Lyon-Diätstudie. Die Testpersonen erhielten hierbei die an ungesättigten Fettsäuren reiche so genannte Mittelmeerdiät. Dabei scheint nicht allein das Olivenöl für eine Senkung der Infarktrate verantwortlich zu sein, sondern im besonderen Masse auch der reichliche Verzehr von Gemüse und Fisch. Die mediterrane Kost ist also arm an gesättigten Fetten. Wenn wir Mitteleuropäer jetzt verstärkt Olivenöl verwenden, dann sollten wir unbedingt den Verzehr von gesättigten Fetten – enthalten in fetter Wurst, fettem Käse, fettem Fleisch – nachhaltig reduzieren.

Leider trat auch bei den Bewohnern des Mittelmeerraums ein Wandel der Ernährungsgewohnheiten ein. Heute werden verstärkt tierische Lebensmittel (Fleisch, Eier, Milch, Käse) und Fast Food, Fertiggerichte und Süssigkeiten konsumiert. Dazu kommt eine geringe körperliche Aktivität. Alle diese Veränderungen führen zu Übergewicht, einem Anstieg der koronaren Herzkrankheiten und zu vermehrten Fällen von Schlaganfall. Die Empfehlungen zur mediterranen Kost beziehen sich auf die traditionelle Mittelmeerküche der 50er-Jahre.

Wie erreichen wir eine optimale Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren? Wir sollten zweimal in der Woche 150 bis 200 g fetten Fisch essen. Die besten Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind Leinöl, Sojaöl, Lebertran und fetter Seefisch (siehe Tabelle).

In den Pflanzenölen kommen hauptsächlich die alpha-Linolensäure, die ebenfalls zu den Omega-3-Fettsäuren zählt, und in Fischölen und Fischen die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaensäure (DHA) vor. Nach neueren Erkenntnissen soll das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren in unserem Nahrungsfett zwischen 5:1 und 10:1 liegen. Dieses optimale Verhältnis von Fettsäuren zueinander liegt in der Muttermilch vor. Übrigens wirken die langkettigen Omega-3-Fettsäuren (Fischöl) bei Mangelerscheinungen, die sich etwa in Hautentzündungen oder Geschwüren nach monatelanger Sondennahrung äussern, und auch bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen dreimal stärker als die alpha-Linolensäure. Beide gelten als essentiell, haben aber verschiedene Aufgaben im Körper und können nicht durch die jeweils andere ersetzt werden.

Der optimale Bedarf wird wie folgt angegeben: 0,9 bis 1,0 Gramm pro Tag für alpha-Linolensäure und 0,3 bis 0,4 Gramm pro Tag für die langkettigen Omega-3-Fettsäuren.

Vorkommen von Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren

Vorkommen

Alpha-Linolensäure

Leinöl, Sojaöl, Walnussöl, Weizenkeimöl

Eicosapentaensäure (EPA)

Seefische (Makrele, Lachs, Hering, Sardine, Thunfisch, Hundshai, Schwertfisch), Lebertran

Docosahexaensäure (DHA)

Seefische, Lebertran

Omega-6-Fettsäuren

 

Linolsäure

Pflanzenöle (Sonnenblumen-, Baumwollsamen-, Erdnuss-, Kürbiskern-, Mohn-, Sesam-, Soja-, Walnuss-, Oliven-, Distel-, Saflor-, Weizenkeimöl), bestimmte Margarinesorten

Gamma-Linolensäure

Samen von Beinwell, Nachtkerze, Borretsch, Johannisbeeren

Arachidonsäure

Fleisch, Milch u.a. tierische Produkte

Quelle: „Das ABC der Vitalstoffe“ von Dr. med. Wolfgang Busse und Heinz Scholz , Haug Verlag, Heidelberg 2001. - „A. Vogel – Aktiv gegen Rheuma“ von Heinz Scholz , Verlag A. Vogel, Teufen 2003.

Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren in Prozent

Ölsorte/Fische Omega-3-Fettsäuren Omega-6-Fettsäuren
Fettarmer Fisch (Kabeljau, Schellfisch, Flunder) 0,2–0,3 (DHA, EPA)
Fettreicher Fisch (Heilbutt, Hering, Makrele, Lachs, Thunfisch, Sardine) 0,9–2,6 (DHA, EPA)
Fischöl 30 2
Krusten- und Schalentiere (Hummer, Austern, Garnelen) 0,2–0,6 (DHA, EPA)
Lachsölkonzentrat 33
Lebertran 20 2
Leinöl 64 14,7
Olivenöl 0,7 4-8
Sonnenblumenöl 1,4 74,7

Quelle: „Das ABC der Vitalstoffe“ von Dr. med. Wolfgang Busse und Heinz Scholz , Haug Verlag, Heidelberg 2001.

Fazit
Was ist von den Studien zu halten? Es deutet alles darauf hin, dass man durch eine erhöhte Zufuhr von Obst, Gemüse und anderen vitaminreichen Lebensmitteln, die Verwendung von Olivenöl und den Verzehr von 1 oder 2 Fischmahlzeiten pro Woche eine ganze Menge tun kann, um das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts zu minimieren. Aber auch etwas vom mediterranen Lebensstil, der zusätzlich positiv wirkt, sollten wir übernehmen. Dazu gehört eine heitere Gelassenheit und Freude am Genuss, Geselligkeit und Kommunikation. Essen sollte ein Teil der Lebensfreude und ein Fest der Sinne sein.

Bei allem darf man natürlich nicht die anderen Vorbeugemassnahmen, die im Artikel über den Schlaganfall beschrieben wurden, vergessen.

Zitat

„Die Mittelmeerküche bietet viele gesundheitliche Vorteile, vor allem zur Prävention von Schlaganfällen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und was dabei besonders wichtig ist: sie schmeckt, lässt sich leicht zubereiten und ist gut verträglich. Die mediterrane Ernährung ist ein gutes Beispiel dafür, dass Genuss und Freude am Essen sehr gut mit einer gesundheitsfördernden Ernährung verknüpft werden können. Und vielleicht gelingt es uns dann besser, Ruhe und Ausgeglichenheit, die wir aus dem Urlaub kennen, in unseren Alltag mitzunehmen. Denn zu einem gesunden Lebensstil gehört nicht nur die Ernährung, sondern die körperliche Aktivität und ein (möglichst) stressfreier Alltag.“

Ursula Lenz, Dipl.-Ökotrophologin

Quellen
„Das ABC der Vitalstoffe“ von Dr. med. Wolfgang Busse und Heinz Scholz , Haug Verlag, Heidelberg 2001.
„A.Vogel – Aktiv gegen Rheuma“ (mit grossem Ernährungsteil) von Heinz Scholz , Verlag A. Vogel, Teufen 2003.
„Mittelmeerdiät – Gesund geniessen, länger leben“ von Edita Pospisil , GU Verlag, München 1999.
„Mediterrane Küche – Schlaganfall vorbeugen mit bunten Rezepten und gesundem Lebensstil“ von Ursula Lenz , Kneipp-Journal 11/2003.
„Schützen uns Vitamine vor Schlaganfall ?“ von Heinz Scholz , Kneipp-Journal 11/2003.
„Vitamin C: Viel hilft viel?“ von Dr. oec. troph. Claudia Müller , UGB-Forum 6/2001.
„Folsäure – ein B-Vitamin stellt sich vor“ , evi-aktuell, Sonderheft 2002.
„Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“ , herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung, der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährungsforschung und der Schweizerischen Vereinigung für Ernährung, Umschau Braus Verlag, Frankfurt a. M. 2001.

Internet: Infos über die Folsäure unter www.ak-folsaeure.de
Infos unter dem Stichwort Omega-3-Fettsäuren mit der Google-Suchmaschine www.google.de.

Hinweis
PS. Wir verweisen interessierte Leser auch auf den Artikel „Der Schlag kann jeden treffen“ ; Verfasser ist ebenfalls Heinz Scholz .

 

* * *

 
Nach oben  
Alle Blogs
Liste der bisher erschienenen Tagebuchblätter
Blogs nach Autoren
Blogs nach Autoren
Artikel nach Autoren
Wer was geschrieben hat
  Twitter
Wir sind auch auf Twitter, ebenso unsere Gedankensplitter
 
   
  © 2002-2017 Textatelier