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     14. Dezember 2018, 12:13 Uhr
 


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Tierisch klug

Wie klug sind Affen? – Ziegen sind doch schlau – Ratten sind intelligent – Auf Einsteins Spuren – Intelligenztest für Katzen – Delfine an die Front! – Wie Tiere sich behandeln – Tierverhalten vor Erdbeben – Haustiere als Lebensretter – Tiere spürten Angriffe der Bomber – Hund ahnte den Tod seines Herrchens. Wahre Geschichten über kluge Tiere: Wer ist hier der Affe? – Die schlaue Ziege – Wüstenspringmaus fiel in Ohnmacht – Tierliebe Frau half Ratten – Dressierte Katze – Intelligente oder verwöhnte Katze? – Redner hatte Beifall verdient – Hund gibt „Pfötchen“ – Wo ist der Hund? – Er hüpfte wie ein Gummiball – Einige Zitate über Tiere.

Von Heinz Scholz


Katzen sind nicht nur eigenwillig, sondern auch lernwillig.
Sie zeichnen sich durch eine taktische Intelligenz aus.
Auf dem Bild wird eine Katze freiwillig zur „Schaufensterpuppe“
(beobachtet in Palermo).

„Die Neger am Senegal versichern steif und fest, die Affen seien Menschen ganz wie wir, jedoch klüger, indem sie sich des Sprechens enthalten, um nicht als Menschen anerkannt und zum Arbeiten gezwungen werden.“ Dies lesen wir in den „Memoiren“ von Heinrich Heine . Sind Tiere wirklich klug? Diese Fragen können wir mit einem klaren „Ja“ beantworten. Tiere haben uns Menschen etwas voraus. Es sind dies die unglaublichen Sinnesleistungen. In dieser Zusammenstellung habe ich einige Tierarten bezüglich Intelligenz unter die Lupe genommen.

Wie klug sind Affen?
Nun, diese Frage wurde durch Studien beantwortet. So konnten Tamarin-Äffchen zwar simple Grammatik lernen, sie würden jedoch bei einem einfachen Small-Talk scheitern („Science“, Band 303, S. 377). Welcher Affe würde sich zu so was hergeben? Es wäre ja noch schöner, wenn Affen in den simplen Talk-Shows mitmachen würden. Nur der Mensch gibt sich für so etwas her.

Affen fungieren auch als Lehrer, nicht bei den PISA-gebeutelten Schülern (das wäre wirklich der Hammer!), sondern bei ihrem eigenen Nachwuchs. Sie geben nämlich ihr Wissen an jüngere, rangniedere Tiere weiter. Dies stellte der Wiener Biologe Prof. Ludwig Huber fest.

Affen haben auch einen Sinn für Gerechtigkeit. Werden nämlich Artgenossen ungerecht behandelt, reagieren sie trotzig und verzichten sogar auf Belohnungen („Nature“, Band 425, S. 297).

Menschenaffen können zwar nicht wie Menschen sprechen, dazu fehlen ihnen die Sprechorgane. Dafür haben sie eine gut entwickelte Gebärdensprache oder Symbolsprache. Sie können sogar mit abstrakten Zeichen umgehen.

Wissenschaftler im US-Bundesstaat Iowa brachten heraus, dass Paviane abstrakt denken können. In etlichen Experimenten brachten sie den lernwilligen Geschöpfen bei, zueinander passende Bilder auszuwählen.
Infos unter www.3sat.de/nano/news/50823


Wer ist hier intelligent? Auf jeden Fall wurde die Schlauheit von Ziegen kürzlich bewiesen.
Auf dem Bild ist der Autor mit einer jungen Ziege zu sehen.

Ziegen sind doch schlauer
Ziegen sind schlauer als man allgemein denkt. Sie können viel mehr tun als ruhen, herumturnen und fressen. Biologen vom Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere in Dummerstorf bei Rostock (D) beobachteten Zwergziegen, die sehr schnell lernen, verschiedene Zeichen zu unterscheiden und auf bestimmte Symbole zu reagieren. Aufgrund dieser Eigenschaft kommen sie spielend mit der Automatisierung durch Melkroboter und Futterautomaten zurecht.

Ratten sind intelligent
Ratten sind intelligent und zutraulich. Wissenschaftler brachten heraus, dass Ratten sich leicht an veränderte Bedingungen anpassen, Hindernisse erkennen und überwinden, Gefahren ausweichen und schnell lernen. Die als Haustier gehaltene Farbratte lernt schnell ihren Namen und kommt meistens auf Zuruf angelaufen.
Infos unter www.stud.tu-muenchen.de

Auf Einsteins Spuren
Unter der Rubrik „Auf Einsteins Spuren“ wird über die Intelligenz von Katzen berichtet. Das Raubtier Katze zeichnet sich besonders durch eine taktische Intelligenz aus. Dies braucht sie, da ihre Beutetiere flink und wachsam sind. Vieles weiss die Katze instinktiv, wie Nahrungsaufnahme, Schlafen, Schnurren, Bewegungsabläufe, körperliche Entleerung, Jagen, Sexualverhalten und Aufzuchtverhalten. Viele Dinge muss sie jedoch lernen. Je mehr die Katze lernt, um so grösser ist ihre Überlebenschance. Stubentiger nutzen jedoch nicht immer die Kapazität ihres Gehirns, weil sie nicht genügend gefordert werden. Deshalb sollte man sich viel mit der Stubenkatze beschäftigen. Eine solche Katze lernt bald, wie man Türen öffnen kann. Das hat auch unsere Katze nach kurzer Zeit gelernt. Sie beobachtete scharf, wie der Zweibeiner die Tür aufmacht. Immer, wenn die Katze eine geschlossene Tür sieht, springt sie auf den Türgriff. Die Katze lernt auch bald, was sie darf und nicht darf. Natürlich muss man ihr immer wieder durch eine konsequente und deutliche Art klarmachen, welche Spielregeln sie einhalten muss. Aber das klappt hervorragend.
Infos unter www.hauspuma.de/wesen/instinkt.html

Intelligenztest für Katzen
Es gibt nicht nur einen Intelligenztest für Menschen, sondern auch einen für Katzen. Dieser ist natürlich nicht ganz ernst zu nehmen. So wird beispielsweise gefragt: „Wenn sich Ihre Katze in den Händen eines Tierarztes befindet, dann lässt sich ihr Verhalten am besten mit folgendem Begriff umschreiben: a) sie ist neugierig (1 Punkt bei jedem „a“), b) sie ist brummig (2 Punkte bei jedem „b“), c) sie ist kalt und reserviert (3 Punkte bei jedem „c“) und d) sie verhält sich ausgesprochen unkooperativ (4 Punkte bei jedem „d“). Die Punkte werden zusammengezählt und bewertet. Die Skala reicht von „einfach ein Genie“, „intelligent“, „schlauer als viele“ über „Durchschnitt“, „dümmer als die meisten“, „leicht beschränkt“ und bis „saudumm“. Die Beurteilungen kommen mir irgendwie bekannt vor. Sie treffen nicht nur auf Katzen zu.
Infos unter www.katzen-salon.de

Delfine an die Front
Seit 1960 wurde von der US-Navy das „Delfin-Programm“ ins Leben gerufen. Bis heute wurden in dieses Projekt jährlich 10 bis 20 Millionen USD gesteckt. Da Delfine ein sehr sensibles Orientierungssystem besitzen und dazu noch intelligent sind (obwohl dies jetzt angezweifelt wird), wurden sie als „Minensucher“ eingesetzt. Sobald die Delfine eine Mine geortet haben, tauchen sie auf und geben ihrem Trainer ein Signal, indem sie die Schnauze auf eine Platte drücken. Dann wird eine Boje mit Anker platziert. Navy-Taucher entfernen dann die Mine. Andere Delfine bringen lautlos Stroboskop-Lichter an Unterwasser-Terroristen an.

Im Vietnamkrieg gab es ganz andere Einsatzmöglichkeiten. So brachten Delfine Torpedos an Schiffsrümpfen an. Dann wurden die Torpedos zur Explosion gebracht. Da die Kriegsgegner bald herausbrachten, was so gespielt wird, töteten sie unzählige Delfine.

Hier wird schamlos die Intelligenz der Tiere für die menschenverachtenden Kriege ausgenutzt. Auch werden die Tiere infolge des Transportes und der harten Ausbildung krank.

Laut neuesten Untersuchungen sollen Delfine gar nicht so intelligent sein. Die Forscher untersuchten die Gehirne und Intelligenzleistungen der Delfine am argentinischen Meeresforschungsinstitut „Mundo Marino“. Aber die Intelligenz dieser schönen Tiere reicht offenbar aus, um die US-Navy zu unterstützen.
Infos unter www.3sat.de

Wie Tiere sich behandeln
Ist es Instinkt, Erfahrung oder Intelligenz? Es gibt nicht wenige Tiere, die sich bei Krankheiten selbst behandeln oder sogar Schädlinge bekämpfen. Johannes Künzle (1857-1945) war einer der ersten Kräuterspezialisten, der das Verhalten von kranken Tieren beobachtete. „Was den Tieren gut tut, kann wohl auch den Menschen nicht schaden“, sagte einst der Pionier der Schweizer Kräuterheilkunde. Er beobachtete beispielsweise, wie Katzen und Hunde, die an inneren Störungen litten, Schliessgras vertilgten, oder Dohlen ihre Nester mit Tomatenblättern auslegten, um Flöhe und Läuse fernzuhalten. Kühe, die Gliederschmerzen hatten, legten sich in Hahnenfuss und verwundete Gemsen wälzten sich in Alpenwegerich.

Quellen: „Das große Kräuterheilbuch“ von Johann Künzle , Verlag Otto Walter AG, Olten 1945.
„Arnika und Frauenwohl“ von Heinz Scholz und Frank Hiepe , Ipa-Verlag, Vaihingen 2002.

Tierverhalten vor Erdbeben
Es liegen unzählige Beobachtungen über das ungewöhnliche Verhalten von Tieren vor Erdbeben vor. So laufen Ratten und Mäuse ganz offen herum, Hunde fangen an zu jaulen, angebundene Nutztiere versuchen sich loszureissen. Sogar Schlangen kommen aus ihren Verstecken, Fische springen aus dem Wasser und Vögel singen sogar in der Nacht. Sie zeigen eine unerklärliche Angst und die Tendenz zur Flucht. Auch vor dem starken Erdbeben in Friaul, das 1976 fast 1000 Opfer forderte, führten sich Tiere eigenartig auf. Dies war auch im Aachener Zoo der Fall, als am 22. Juli 2002 ein Erdbeben mit der Stärke 4,7 das Rheinland erschütterte. Vor dem Erdbeben waren die Tiere unruhig und verstört. Sie vollführten ein riesiges Konzert, wie der Leiter des Zoos mitteilte.

Auch in China wurde das ungewöhnliche Verhalten von Tieren beobachtet. 1974 wurde in einem erdbebenhäufigen Gebiet ein Grossversuch gestartet. Zunächst geschah nichts. Dann gingen schlagartig Hunderte von Meldungen über das ungewöhnliche Tierverhalten ein. Am 4. Februar 1975 um 11 Uhr wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Um 19.36 Uhr bebte die Erde mit einer Stärke von 7,3. Es wurden viele Gebäude beschädigt. Es gab jedoch keine Menschenverluste. Am 27. Juli 1976 schien das Verfahren nicht zu funktionieren. Es gab ein verheerendes Erdbeben in Tangshan, das 240 000 Menschenleben kostete. Warum die Warnung nicht funktionierte, kam später heraus. Es gab über 2000 Hinweise auf eine bevorstehende Katastrophe. Eine Warnung wurde jedoch von den Politikern unterlassen, weil sie gerade mit innerparteiischen Machtkämpfen beschäftigt waren.

Immer wieder wird das Tierverhalten nicht ernst genommen. Es waren eben nur Beobachtungen von der Bevölkerung, die nicht wissenschaftlich untermauert waren.

Auf jeden Fall können die Tiere mit ihrem feinen Gespür die Vorzeichen eines Erdbebens wahrnehmen und darauf reagieren. Zurzeit wird diskutiert, warum die Tiere diese Wahrnehmung haben. So vermutet man unter anderem, dass Tiere geringfügige Vibrationen der Erde, elektrische Felder oder Elektro-Aerosole wahrnehmen. Die Elektro-Aerosole entstehen, wenn vor einem Beben in quarzführenden Gesteinsschichten elektrische Ströme fliessen.

Haustiere als Lebensretter
Verhaltensforscher sind der Ansicht, man könne Haustiere durch gezielte Aufgaben und intensive Beschäftigung intelligenter machen. Ob dies bei diesem oder jenem Tier notwendig ist, bleibt dahingestellt. Wichtig ist, dass das Tier keine Angst vor dem Zweibeiner hat. Wichtig ist auch eine artgerechte Haltung. Lernen fördert, wie beim Menschen, das Denkvermögen. Hundebesitzer sollten immer neue Wege mit ihrem Tier erkunden, das fördert die Aufmerksamkeit und Intelligenz. Wichtig ist auch der Kontakt mit Artgenossen.

Immer wieder hört man von Katzen und Hunden, die als Lebensretter Schlagzeilen machen. So rettete kürzlich eine Katze eine Familie vor den Flammen. Sie hatte durch Kratzen an der Schlafzimmertür und lautes Miauen Familienangehörige alarmiert. Diese konnten sich rechtzeitig aus dem brennenden Haus retten.
Infos unter www.planet-wissen.de

Tiere spürten Angriff der Bomber
Erstaunliches berichtete mir eine Münchner Journalistin, die im wahrsten Sinne des Wortes eine Hundenärrin ist: Während des Zweiten Weltkrieges flogen immer wieder Jagdbomber von Italien und später von Norden aus Angriffe auf München. Im Radio wurden die Bewohner gewarnt und aufgefordert, Luftschutzbunker und Keller aufzusuchen. Der Hund gebärdete sich immer sehr unruhig, oft schon mehrere Stunden vor einer Radiodurchsage. Eines Tages jedoch, als wieder Anflüge gemeldet wurden, war der Hund sehr ruhig. Etwas später kam die Entwarnung, die Verbände hatten abgedreht und waren in Richtung Augsburg geflogen. Dies wiederholte sich einige Male. Immer, wenn der Hund ruhig war, fielen keine Bomben auf München.
In Freiburg erhielt sogar ein Erpel ein Denkmal, das im Stadtpark steht. Der Erpel soll Einwohner der Stadt vor dem Bombenangriff am 27. 11. 1944 gewarnt haben.
„Wie merkt der Hund, dass es Sonntag ist?“ meinte die erwähnte Münchnerin in einem Telefongespräch. Ihr Hund, der im Schlafzimmer von Frauchen schläft, wird immer zur selben Zeit so gegen 7:30 Uhr wach, nur am Sonntag schläft Frauchen und Hundchen länger. Der Hund weckt die Frau eine bis eineinhalb Stunden später. Sie braucht keinen Wecker.

Hund ahnte Tod seines Herrchens
Schon in meiner Jugend wurde ich mit einem ungewöhnlichen Hundeheulen in der Nachbarschaft unseres Wohnhauses konfrontiert. Am darauf folgenden Tag wurde gemeldet, dass der Besitzer des Hundes gestorben war. Auch eine Münchner Journalistin berichtete mir von einem ähnlichen Fall. Als ihr Vater ins Krankenhaus eingeliefert wurde, gebärdete sich der Hund in der Nacht sehr ungewöhnlich. Er heulte 30 Minuten lang. Die Tochter beruhigte den Hund, dieser liess sie jedoch nicht nah an sich heran. Er fletschte die Zähne, dann verzog er sich in eine Ecke. Am nächsten Morgen erfuhr die Tochter vom Tod ihres Vaters. Zu bemerken wäre noch, dass der Vater ein inniges Verhältnis zum Hund hatte.

Wie die Journalistin aus München weiter berichtet, spürt ihr eigener Hund, wenn sie krank ist oder schlechte Laune hat. Dann lässt der Hund sie in Ruhe und verkriecht sich auf seinen Schlafplatz. Ist die Frau wieder obenauf, dann ist es der Hund ebenso.

„Ein englisches Ehepaar wusste einen Tag, bevor es von den Behörden informiert wurde, dass ihr Sohn im Falklandkrieg gefallen war. Die Hündin des Sohnes war nämlich am Vorabend in herzerweichendes Winseln ausgebrochen.“ Dies berichtete Rupert Sheldrake , britischer Biologe, in einer Familienzeitschrift.
Infos: „Der siebte Sinn der Tiere“ von Rupert Sheldrake, Scherz-Verlag. Sheldrake unterhält eine eigene Hompage ( www.sheldrake.org ).


"Dass uns der Anblick der Tiere so ergötzt, beruht hauptsächlich darauf, dass es uns freut, unser eigenes Wesen so vereinfacht vor uns zu sehen." (Arthur Schopenhauer )

Wahre Geschichten über kluge Tiere

Wer ist hier der Affe?
Anlässlich einer Bärlauch-Exkursion, die von der BUND-Ortsgruppe Schopfheim am 28. März 2004 veranstaltet wurde, erzählte mir eine Teilnehmerin folgende Geschichte über Menschen und Affen:

Im Zoo von Hannover D beobachtete die Frau 2 Jugendliche, die vor einem Orang-Utan-Gehege standen. Die Burschen hampelten herum, kratzten sich in den Achselhöhlen und gaben typische affenähnliche Geräusche von sich. Die Tiere sahen gelangweilt den Zweibeinern zu. Als die Burschen das Desinteresse der Tiere bemerkten, verstärkten sie ihre Bemühungen, die Affen nachzuahmen. Sie gingen in die Hocke und hüpften herum, kratzten sich intensiver, gaben lautere Töne von sich und machten sogar das „Lausen“ nach. Nun wurde es dem Anführer der Affenherde zu bunt, er streckte die Zunge heraus, drehte sich um und verschränkte demonstrativ die Arme. Die Jungen machten blöde Gesichter und waren sich bald klar, dass sie sich zum Affen gemacht hatten, während der Orang-Utan eine nie für möglich gehaltene Klugheit demonstrierte.

Die schlaue Ziege
Auf einem Hof in Raitbach, unweit von Schopfheim D, geschah etwas Ungewöhnliches. Der Bauer konnte es kaum fassen, als eine Ziege zur Milchkuh Rösi ging und an ihrem Euter nuckelte. Wohl deshalb, weil sie nicht genug Milch von ihrer Mutter bekam oder auf den Geschmack gekommen war. Der Bauer machte ein Foto und sandte das originelle Bild an die „Badische Zeitung“, wo es am 11. Juli 1996 publiziert wurde.

Wüstenspringmaus fiel in Ohnmacht
Eine Kollegin kaufte sich kürzlich eine Wüstenspringmaus. Das nachtaktive Tierchen war auch am Tage sehr aktiv. Sie hatte nur einen Fehler. Immer, wenn man mit ihr spielen wollte oder sie am Bauch kraulte, fiel sie in Ohnmacht. War es eine besonders schlaue Maus, die nicht immer von den spielsüchtigen Menschen gestört werden wollte, oder hatte dies einen anderen Grund. Ein Kollege kommentierte dieses Verhalten der Maus so: „Das war sicherlich ein Weibchen, das vom Kraulen so überwältigt war, dass ihre Sinne schwanden.“

Tierliebe Frau half Ratten
In einem Enkensteiner (D) Pferdestall tummelten sich zahlreiche Ratten. Die Ratten kamen aus einem Kanal, der zu einem Bach führt. Der Landwirt wollte etwas gegen die Nagetiere unternehmen. Schliesslich stellte er eine grosse Rattenfalle auf. Eine junge, besonders tierliebende Frau, die ihr Pferd im Stall hatte, konnte dies nicht mit ansehen. Sie befreite jedes Mal die gefangene Ratte. Die Ratten wurden zu ihrer Retterin ungemein zutraulich. Sie waren ja intelligent genug zu bemerken: „Die tut mir ja doch nichts!“ Sie turnten oder sassen still auf einem Balken des Stalles, wenn sie ausmistete. Sobald jedoch der Besitzer auftauchte, verschwanden die Nagetiere blitzschnell. Er wunderte sich, dass keine Ratte in seine Falle sauste. Er meinte jedoch, hier stimme etwas nicht. Und so wundert er sich noch heute. Und die Ratten? Die geniessen ihr Dasein und scheinen sich zu freuen, wenn der Bauer veräppelt wird.


Ein originelles Dokument: Eine Katze, die „bitte bitte“ macht

Dressierte Katze
Katzen sind äussert eigenwillige Tiere. Sie sind schwer zu dressieren. Aber die bereits in der Geschichte „Tierliebe Frau half Ratten“ erwähnte Frau schaffte das Wunder. In einem Pferdestall in Eichen bei Schopfheim brachte sie einer Katze das „Bitte, bitte“ bei. Jedesmal, wenn die Tierfreundin ihr einen besonderen Leckerbissen vor die Schnauze hielt, setzte sich die Katze auf die Hinterbeinchen und machte mit den Vorderpfoten „Bitte, bitte“. Dies ist kein Aprilscherz, denn dieses Gebaren der Katze konnte ich mit eigenen Augen sehen.

Intelligente oder verwöhnte Katze?
Vor etlichen Jahren waren wir bei einer Frau aus unserem Bekanntenkreis zu Gast. Sie besitzt eine sterilisierte Katze, die sie von einer kanadischen Familie bekam. Sobald wir auf dem Sofa Platz genommen hatten, sprang die Katze aus ihrem Versteck auf das Sofa und den Tisch. Dort drehte sie ausgiebig ihre Runden. Das Tierchen wurde daraufhin von der Hausherrin mit sanfter Gewalt in die Küche befördert. Die Katze war zunächst Gesprächsthema Nr. 1. Wir erfuhren höchst Erstaunliches über dieses Energiebündel. Das Tier bekommt täglich ein Glas Alete-Kost und ein Beefsteak vorgesetzt.

Gewöhnliche Kost lehnt sie entschieden ab. Ausserdem schläft sie tagsüber gern auf dem Bett. Sie hat dort ein Kissen. Aber wehe, wenn dieses nicht mit Lenor weichgespült ist. Dann kratzt die Katze und legt sich demonstrativ nicht auf das Kissen. Wird die Katzenmahlzeit vom Sohn, der ist Raucher, mit ungewaschenen Händen serviert, lehnt die „Hausdame“ das Essen ab. Sie wendet sich mit Grausen. – Muss sie einmal ihr Geschäftchen verrichten – glaubt ja nicht, ich schreibe, dass die Katze die Wasserspülung zieht -, dann pinkelt sie einfach ins Waschbecken. So unglaublich die Geschichte klingt, sie ist wahr.

Katzenliebhaber berichten immer wieder, wie wählerisch Hunde und Katzen sind. So berichtete mir neulich eine Frau, dass ihr Hund Dosenfutter verschmäht, weil hier alle möglichen Schlachtabfälle drin sind. Er liebt Frischfleisch. Auch unsere Hauskatze ist sehr wählerisch. Sie bevorzugt nur einwandfreies Katzenfutter. Besonders scharf ist sie auf Milch. Aber wehe, sie ist schon sauer. Sie verschmäht die Milch auch dann, wenn diese noch einen Tag braucht, um säuerlich zu werden. Das ist für mich ein untrügliches Zeichen, dass die Milch ausgetrunken werden muss.

Redner hatte Beifall verdient
Während des I. Internationalen Fusstherapeutischen Symposiums 1999 in Friedrichshafen hatten auch 2 Damen ihre Hunde dabei. Die sehr intelligent dreinblickenden Vierbeiner wurden überall mitgenommen, auch in den grossen Vortragssaal. Hier wurde referiert, diskutiert und Beifall gespendet. Als ein Vortragender an einer Stelle seiner fulminanten Rede auf Beifall wartete, und dieser nicht kam, bellte ein Hund beifallsheischend in den Saal. Nun hatte der Redner seinen Beifall und die Zuhörer etwas zum Schmunzeln.

Hund gibt „Pfötchen“
Eine Frau beklagte sich kürzlich bei einer Freundin, sie hätte einen ungezogenen Hund. Diese meinte: „Bringe ihn doch zur Tierdressur!“ Gesagt, getan. Als sie den Hund wieder zurückbekam, erkannte sie ihn nicht wieder. Er war so was von freundlich. Immer, wenn sich Herrchen oder Frauchen verabschiedeten, gab er „Pfötchen“. Als neulich ein nicht so beliebter Gast zu lange auf dem Sofa herumsass, schlich sich der Hund heran, setzte sich vor dem Ungebetenen nieder und gab „Pfötchen“. „Das macht er immer, wenn wir das Haus verlassen“, meinte die Hausfrau. Es war eine stille Aufforderung zum Gehen. Der Gast nahm sich das zu Herzen und verabschiedete sich hastig und ward nie mehr gesehen.

Wo ist der Hund?
Eine Murgerin (D) ging in ihrer Jugend mit dem Schäferhund der Tante zum Heidelbeerpflücken. Als sie die Kanne fast voll hatte, bemerkte sie, dass der Hund nicht mehr in ihrer Nähe war. Die Kleine rief den Rüden, aber alles half nichts. Der Hund war verschwunden. Schreckensbleich rannte sie heimwärts. Als die Tante das schweissbedeckte Kind sah, rief sie: „Was ist denn los?“ „Der Hund ist verschwunden“, keuchte die Kleine.

„Nun beruhige dich“, bemerkte die Tante und fuhr schmunzelnd fort: „Der Hund hat allein nach Hause gefunden. Er hatte wohl Hunger. Jetzt verdrückt er gerade seine Mahlzeit.“

Er hüpfte wie ein Gummiball
Eine Kosmetikerin, die bei einer älteren Dame im Wiesental (D) zu Besuch war, hatte ein besonderes Erlebnis mit einer jungen, neugierigen Dogge. Während der Behandlung beschnüffelte er alle neuen Gegenstände, lief danach hinaus, kam wieder in die Wohnung und das Schnüffeln begann von neuem. Als die beiden Damen ihn nicht genügend beachteten, sprang er mit einem Satz aufs Sofa, wälzte sich herum, legte sich auf den Rücken und blickte die beiden treuherzig an. Als dieses auch nichts nützte, sprang er auf und hüpfte wie ein Gummiball auf dem Sofa herum. Die Frauen schmunzelten, aber beachteten ihn nicht. Erst dann trollte er sich beleidigt von dannen. Zu bemerken wäre noch, dass der Hund bei der Oma zu Gast war und diese keine Erziehungsgewalt über den Vierbeiner hatte und er so die Narrenfreiheit ausnutzte. Ähnliches beobachtet man ja auch bei Enkelkindern, die von ihren Grosseltern sagenhaft verwöhnt werden. Auch wäre es ulkig anzusehen, wenn ein Mensch, der nicht beachtet wird, ähnliche Verhaltensweisen an den Tag legen würde, wie der Hund. Aber das gibt es auch im wirklichen Leben. So erzählte mir ein Bekannter eine Episode von einem Kölner Komiker, der fuchsteufelswild wurde, weil er nicht gleich erkannt wurde. Er hampelte, so wie in seiner Komikerkarriere vielfach geübt, herum, bis ein Fan sich erbarmte und ihn wegen eines Autogrammes ansprach.

Erstaunliches über Schimpansen
Prof. Dr. Dr. Bernhard Grzimek (1909-1987), ehemaliger Direktor des Zoologischen Gartens Frankfurt a. M. (D) und Pionier im Kampf für bedrohte Tierarten und ihre Lebensräume, führt in seinem Buch “Wir Tiere sind ja gar nicht so” *) die erstaunlichen Versuche des Tierpsychologen Yerkes auf. Grzimek schreibt u.a. folgendes:

„In seinen Versuchen haben fünf- und sechsjährige Schimpansenmännchen ohne weiteres mit ‚Geld' umzugehen gelernt. Die Affen wurden vor einen Automaten gesetzt, aus dem nach Einwurf einer weissen Marke eine Weintraube herauskam. Manche Affen lernten den Trick erst, nachdem man es ihnen oft (bis zu 237mal!) vorgemacht hatte. Ein Affe aber ergriff sofort, nachdem er den Vorgang einmal beobachtet hatte, eine Marke und holte sich damit eine Traube. Dass gelbe Marken, die man neben die weissen gelegt hatte, nicht funktionierten, hatten alle Affen bereits heraus.“

Auch begriffen die Schimpansen schnell, wie die Weintrauben mittels eines schwergängigen Hebels aus dem Automaten herausgeholt werden können. Kam jedoch eine weisse Marke heraus, gingen sie zu den anderen Automaten, um sich die Belohnung abzuholen.

Yerkes machte weitere Versuche. Als mit Hilfe einer weissen Marke nur eine Traube herausgeholt werden konnte, aber mit einer roten aus einem anderen Apparat gleich zehn, dann waren die Affen bestrebt, nur rote Marken zu bekommen.

*) Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart 1962.

*

Einige Zitate über Tiere

„Es ist nicht auszudenken, wie gefährlich die Welt ohne Tiere sein wird.“
Elias Canetti (Erzähler, Dramatiker und Aphorist)

Anmerkung: In einer von Kriegen und Terrorismus heimgesuchten Welt könnte man meinen, die Tiere wären schon längst ausgestorben.

„Man kann Tiere in geistvolle und begabte Personen einteilen: Hund und Elefant zum Beispiel sind geistreiche, Nachtigall und Seidenwurm begabte Leute.“
Antoine Rivarol (französischer Moralist; 1753-1801)

„Dass uns der Anblick der Tiere so ergötzt, beruht hauptsächlich darauf, dass es uns freut, unser eigenes Wesen so vereinfacht vor uns zu sehen.“
Arthur Schopenhauer (1788-1860)

„Woran sollte man sich von der endlosen Verstellung, Falschheit und Heimtücke des Menschen erholen, wenn die Hunde nicht wären, in deren ehrliches Gesicht man ohne Misstrauen schauen kann?“
Arthur Schopenhauer

Anmerkung: Herr Schopenhauer hatte keine Ahnung von Kampfhunden. Hier hat wiederum der Mensch seine Finger im Spiel, der solche unnatürlichen Wesen heranzüchtet und ausbildet. Aber zum Glück gibt es noch Tiere, die ein ehrliches Gesicht haben.

„Der Hund ist die Tugend, die sich nicht zum Menschen machen konnte.“
Victor Hugo (1802-1885)

•  „Der Hund vergisst den einzigen Bissen nicht,
•  und wirfst du ihm auch hundert Steine nach.
•  Im Menschen, den du jahrelang gepflegt,
•  wird durch ein Nichts Verrat und Feindschaft wach.“
Schiras Saadi (Dichter, 1184-1283)

„Was ist der Affe für den Menschen? Ein Gelächter oder eine schmerzhafte Scham.“
Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Anmerkung: Nach einem ausgiebigen Gelächter verspürten die beiden Jugendlichen in unserer Geschichte „Wer ist hier der Affe?“ die schmerzhafte Scham. Sie hatten sich bis auf die Knochen blamiert.

Fotos: Heinz Scholz und Daniela Garozzo

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