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     17. Dezember 2018, 21:17 Uhr
 


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Aufklärung über Schweizer Kampfkühe erwünscht

Kürzlich berichtete die „Badische Zeitung“ BZ über Dopingtests für Schweizer Kampfkühe. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Ich sah dann − via Google (Stichwort „Kampfkühe“) − im „Tagesanzeiger“ und „Blick“ (auch der Fremdenverkehrsverband Sion VS gibt Infos dazu) nach, um mich zu informieren. Nun weiss ich, dass in der Schweiz „Stiere mit Euter“ herumlaufen und kämpfen. Das wäre doch einmal ganz gut, wenn die Schweizer uns über diesen „Sport“ aufklären könnten, auch hinsichtlich tierschützerischer Belange.
Heinz Scholz, D-79650 Schopfheim

Antwort
Tatsächlich gibt es im Schweizer Kanton Wallis Kuhkämpfe, die sich aber positiv von den Stierkämpfen, wie sie etwa die Spanier veranstalten, abheben. Denn die Kuhkämpfe finden zwischen Kühen und nicht – wie beim Stierkampf – zwischen Mensch und Tier statt. Bei diesen Kämpfen verkeilen 2 Kühe ihre Hörner ineinander und ringen miteinander, bis die schwächere aufgibt und sich abdreht. Ob es dabei zu Verletzungen kommt, weiss ich nicht, aber ich könnte es mir schon vorstellen. Anderseits dürfen diese Kühe wenigstens ihre Hörner behalten, und man verstümmelt sie nicht schon als Kälber (bis 6 Wochen alt), indem man die Hornansätze abbrennt.

Gemäss dem Internetportal www.fotocommunity.de werden die Schaukämpfe zwischen Kühen der Walliser Eringer-Rasse ausgetragen, wobei solche Kämpfe bei Kühen aller Rassen üblich sind. Die Tiere erkämpfen auf natürliche Weise die Hierarchie innerhalb der Herde, wenn sie beim Alpaufzug ihre Ställe verlassen. Ich persönlich zweifle allerdings an der „Natürlichkeit“ dieser Schaukämpfe, denn die Herden werden doch vom Menschen in Gruppen aufgeteilt, die einzelnen Kühe mit Zahlen bezeichnet, und der Mensch bestimmt, welche Kuh gegen welche kämpfen wird. Dass auch hier wie bei allen Sportarten Doping zur Anwendung kommt, wundert mich nicht. Allerdings ist es wie immer der Mensch, der für solche unnatürlichen Machenschaften verantwortlich ist, und nicht das Tier. Immerhin geht es bei diesen Ringkämpfen nicht um Leben und Tod. Es wird einfach eine natürliche Veranlagung der Kühe (Festlegung der Rangordnung) vom Menschen zu Showzwecken ausgenutzt und wahrscheinlich gefördert (eben unter anderem durch Doping).

Auf der privaten Homepage www.ringkuhkampf.ch sind die Kämpfe in einer Fotogalerie gezeigt. Blut sah ich nirgends fliessen. Ob alle oder einige der Kühe gedopt waren, ist natürlich auf den Fotos nicht auszumachen.

Lislott Pfaff, CH-4410 Liestal

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