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BLOG vom 29.06.2006


Wagsfest: Eskapaden der Gattinnen und Freundinnen
Autor: Emil Baschnonga
 
Dieses Neuwort Wagsfest, zusammen gesetzt aus „Wags =  wives and girlfriends“ (Gattinnen und Freundinnen) und Fest, breitet sich wie eine Schnakenplage im Hochsommer aus und ist nicht nur auf die Gefährtinnen der englischen Fussballspieler an der WM gemünzt.
 
Wags takeln sich auf, treffen sich in Bars, gehen zusammen mit einer Alkoholfahne luxuriös einkaufen, flirten mit Männern und spielen sich als „Celebs“ (celebrities = Berühmtheiten) auf. Sie tragen keinen BH und keine Eheringe, jedoch kurze oder durchsichtige Röcke und enge Blusen.
 
Das ist ihr gutes Recht, denn die Männer haben es immer schon so gehalten, besuchen gemeinsam Pubs, Partys und „lab dancing clubs“, und sie kehren spät von solchen Eskapaden nach Hause zurück.
 
Hausfrauen heissen so, weil sie im Haus bleiben, Kinder hüten, kochen, putzen und auf die Rückkehr ihrer Männer von der Arbeit warten. Wags halten es umgekehrt. Sie überlassen das Heim ihren Hausmännern. Sie sind unabhängig, unternehmenslustig und keine naive Teenager mehr. Kunstfertig manipulieren sie ihre eigenen und fremden Männer und haben viel Spass dabei.
 
Gute Restaurants werden mehr und mehr von Frauengruppen frequentiert. Sie besuchen scharenweise die Bars von Luxushotels und schäkern mit jedem Trottel, der dort herumlungert und auf eine Nacht zu Zweit hofft. Echte Wags geben sich dazu nicht her, noch geben sie ihre Handynummern preis.
 
Sie plaudern vorderhand noch vernehmlich und ausführlich über Botox. Sie werden bald lernen, dass, ordinär gesagt, „plastic hooters“ so abstossend auf Männer wirken wie Prothesen und Einlagesohlen. Natürlich beschäftigen sie sich intensiv mit den Problemen anderer Leute, was zugegeben nicht allein auf die Wags beschränkt ist. Sie lamentieren über ihre Männer oder Partner, etwa so: „Er gleicht Bob Geldof und ist gleich schmutzig.“
 
Es gibt verschiedene Sorten von Wags. Jene mit kulturellem Anstrich sind auf jeder Vernissage zuhause – dank belegten Brötchen und Champagner, sodann Wags, die wohltätige Anlässe gehobener Art zum Zwischenimbiss heimsuchen und sich dabei als Wohltäterinnen aufspielen mit dem Hinweis: „It’s for a good cause!“ Hinzu kommen die Wags von der „High Society“, auf politische Anlässe aller Art erpicht, wo immer etwas aufgetischt wird. Das sind alles bloss Vorspiele zum erweiterten Wagsfest nachher in ihren bevorzugten Lokalen, wo sie ihre verfeinerten Manieren, unterstützt von einem halben Dutzend Margaritas, loswerden.
 
Somit geht der Aufstand der Hausfrauen weiter. Ich möchte diesem Blog keine Moral andichten, ausser uns Männern ans Herz legen, den Wags keine Vorbilder zu liefern.
 
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