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BLOG vom 27.09.2007


Turin-Plaudereien: Abstecher vom Fussgängerparadies
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Die Leute in Turin plaudern fürs Leben gerne, wenn sie ihren Kaffee unter den Lauben trinken. Das hat mich angesteckt, als Lily und ich eben ein verlängertes Wochenende in dieser herrlichen Barockstadt begannen.
 
Die Turiner halten viel auf sich: Sie flanieren plaudernd und auffallend elegant gekleidet etwa der Via Roma entlang, von zahllosen Luxusgeschäften unter den Lauben gesäumt, zwischen dem Piazza Carlo bis zum Palazzo Reale. Diese piemontesische Hauptstadt ist wie für Fussgänger, mit oder ohne ihre Hunde, geschaffen. Ich habe mir kein Pflichtprogramm auferlegt. Lieber lasse ich mich vom Zufall treiben. Die Stadt ist schachbrettartig angelegt. Deswegen hat sich der Stadtplan leicht auf meine Netzhaut eingeprägt. Die Perlen der Architektur findet man von selbst unterwegs, eine um die andere, ohne seine Schuhsohlen zu strapazieren. Viele Sehenswürdigkeiten sind wie ein Perlencollier aneinander gefügt.
 
Kirchen sind keine Plauderstätten
Während Lily einige Schaufenster „beleckte“ – gemäss der französischen Redensart „lecher les vitrines“ –, betrat ich an der Ecke der Piazza San Carlo eine Kirche, die nicht anders heissen konnte als La Chiesa di San Carlo. Sie wurde im Jahr 1619 eingeweiht und ist dem Heiligen San Carlo Borromeo gewidmet. In Kirchen bleibt man stumm. Das passte schlecht zu meiner Plauderabsicht. Kurz nur liess ich den barocken Goldzauber auf mich einwirken und erinnerte mich dabei, dass draussen der Himmel blau war und die Sonne schien. Wieder an der lauen Luft, bummelten wir weiter.
 
Bettelmütterchen
Mitten auf den Mamorfliesen des Laubenwegs stand regungslos ein uraltes gekrümmtes Mütterchen, von einer schwarzen Robe vermummt. Mühsam auf ihren Stock gestützt, hielt sie einen Plastikbecher in der Hand. Sie kriegte ihre Münze. Gegen Abend, auf dem Rückweg ins Hotel, stand sie noch immer am selben Fleck. Wir hatten noch ein 2. Mütterchen auf der anderen Seite der Via Roma entdeckt … Verpflanzten sie ihre Verwandten zum Betteldienst auf die Strasse? Wir sichteten beide tagtäglich während unseres kurzen Aufenthalts, ausser am Sonntag. Da durften sie beten statt betteln.
 
Am Palazzo Madama und am Palazzo Reale vorbeigegangen
So sehenswürdig der Palazo Madama beim Piazza Costello, rund um eine römische Pforte erbaut, auch ist, wollten wir die in diesem Museum ausgestellten Schätze aus der Geschichte von Turin nicht besichtigen. Stattdessen stiegen wir die wuchtige, schwungvolle Marmortreppe hoch und warfen Blicke tief auf die Piazza unter uns.
 
Auch der Palazzo Reale verlockte uns nicht zur Besichtigung der Innenräume. Machen Sie uns daraus bitte keinen Vorwurf! Nach dem verregneten Sommer in London mussten wir unbedingt etwas Sonnenwärme auftanken … Ausserdem habe ich in meinem Leben mehr als meinen Teil von Palästen besichtigt … Wir bewunderten die langgestreckte Aussenfassade, als mein Blick auf ein Plakat fiel: Afghanistan – i tesori ritrovati (die wieder entdeckten Schätze) – aus diesem vom Krieg zerwühlten Land. Das war es! Auf diese Ausstellungen wollten wir nicht verzichten und behielten sie uns für die 2. Nachmittagshälfte vor.
 
Gefälligst eine heisse Tasse Schokolade!
Höchste Zeit, um diese zuckersüsse Turiner Spezialität zu geniessen, und zwar in einer prunkvollen Konfiserie aus der „Belle Epoque“, ganz in der Nähe der eleganten Galleria Subalpino (aus dem Jahr 1874), die von den meisten Touristen unentdeckt bleibt. Unwiderstehlich verlockt, betrat ich dort zuerst – noch vor der Tasse Schokolade – ein Buchantiquariat (Memorie del Passato). Ich wagte kaum ein Buch anzufassen, obschon keine Schokolade an meinen Fingern klebte. Die Preise waren übersetzt. Ich konnte bloss dankbar sein, dass ich u. a. einige Art Deco-Werke von Umberto Brunelleschi illustriert, in meiner Sammlung habe, wohlfeil vor vielen Jahren ergattert. Nachher, in der gleichen Galerie, unterhielt ich mich mit dem Inhaber eines Jugendstil-Ladens, der zugleich ein Sammler ist. Er beklagte sich, dass gute Stücke heute schwer aufzutreiben sind „und es von Gallé-Imitationen aus Polen und China nur so wimmelt“. Das habe diesen Markt verunsichert, meinte er.
 
Zurück zur überfälligen Schokolade gleich nebenan: Diese ist so dick, dass der Löffel beinahe in der Tasse stecken bleibt. Meine Ohrmuscheln fingen Schweizer Dialekt vom Nebentisch auf. Zu viert genossen ältere Semester mit Kennermiene ihre Tassen Schokolade. „So sind die Schweizer“, wandte ich mich an sie, „sie finden immer das Allerfeinste.“ Alsdann plauderten wir ein Weilchen miteinander feinflüssiger als die Schokolade und schieden gutgelaunt. Dank ihnen erfuhren wir allerlei über andere piemontesische Leckerbissen, als da sind „Bicerin“, „Giandulotto“, „Niccolini di Chivasso“ und „Barolo Chinato“.
 
„Specialità Persiane“ (Persische Spezialitäten)
Der Zufall meinte es gut mit uns, als sich um die Mittagszeit der Hunger meldete. Gebannt blieb Lily vor einem kleinen Restaurant in der Via dei Mercanti – ein Altstadtgässchen – stehen. Das persische Menü fesselte uns beide. „Warum auch nicht?“ – betraten wir kurzentschlossen das blitzblank und modern eingerichtete Lokal. Viele der Tische waren bereits besetzt. Jetzt konnte Lily von Herzen auf persisch plaudern. Wir wurden sehr beflissen bedient – und wirklich, die persische Mahlzeit war authentisch persisch und schmeckte prima. Nein, das koste für uns rein gar nichts, sagte der Inhaber wiederholt, als wir die Rechnung angefordert hatten. Das darf man nie wörtlich nehmen. Als einige Perser verschiedene Räume bei uns in Wimbledon frisch strichen, wollten sie ebenfalls nicht bezahlt werden … Erst als Lily sagte, wenn sie das noch einmal wiederholen, werde sie ihr Angebot annehmen. Sie erneuerten es kein weiteres Mal …
 
Der Sprung von Persien nach Afghanistan mitten in Turin
Somit war die rechte Voraussetzung geschaffen, um die „Afghanistan-Ausstellung“ beim Piazza San Giovanni zu besuchen, nicht ohne zuvor den Porto Palantine gleich nebenan besichtigt zu haben, nämlich die imposanten und klotzigen Überreste des AugustoTaurinorum aus der Römerzeit, an diesem Nachmittag ockerfarbig von der Sonne bestrahlt.
 
Der Weg ins Gewölbe der Ausstellung führte über ein teilweise ausgegrabenes Amphitheater: tatsächlich die beste Verbindung zwischen Persien und Afghanistan mitten in Turin. Ausserdem haben die Römer auch in Afghanistan viele Spuren hinterlassen, die Alten Griechen ebenfalls, neben vielen anderen Kulturen.
 
In Leuchtschrift auf den Boden projiziert übersetzte mir Lily den persischen Text: „A nation stays alive when its culture stays alive“ (Eine Nation gedeiht, solange ihre Kultur besteht).
 
Afghanistan wird auch die gegenwärtigen schändlichen Kriegsattentate der Amerikaner und Briten überstehen, wie so viele zuvor, begonnen mit Alexander dem Grossen. Auch die Russen verloren dort den Krieg mehr als einmal. Die USA und UK haben ihn jetzt ebenfalls verloren – England sogar zum 4. Mal: zuerst zwischen 1839–1842 mit grossen Verlusten verbunden, dann wiederum zwischen 1878–1880 und 1919. „Jeder Stein am Kyber-Pass ist von Blut durchtränkt“, äusserte sich der britische Lieutenant-General (1880–1942), der 1919 am Krieg beteiligt war. Der Kyber-Pass war seit alters her ein bedeutender Handelsweg durch die stark zerklüfteten Bergketten zwischen Afghanistan und Pakistan. Die heutigen Säbelrassler haben keine Lehre aus diesen Kriegen gezogen. Jetzt rüsten die Amerikaner heimlich schon seit Jahren zum Krieg gegen Iran auf.
 
PS: Gegenwärtig sind 2200 italienische Soldaten in Afghanistan stationiert. Nach der Geiselnahme von 2 Soldaten und ihrer Befreiung durch die SAS (Ergebnis: 6 Todesopfer und 1 schwer verletzter Italiener) fordert die politische Opposition in Italien den Abzug der italienischen Truppen.
 
Auch in der kriegsversehrten Helmand-Provinz haben französische Archäologen zwischen 1964 und 1978 monumentale antike Baureste und Skulpturen ausgegraben, worunter das einzige Amphitheater auf der anderen Seite des Euphrats. In Tillia Tepe, dem „Hügel von Gold“, wo 5 Prinzessinnen und 1 Prinz begraben lagen, wurden einzigartige Grabschätze aus Gold und Edelsteinen ausgehoben: Schuhschnallen, Gürtel, Dolche, Armbänder, Kronen, Schmuck-Anhängsel aller Art, chinesische Handspiegel, indische Elfenbeinschnitzereien usf.
 
Die griechische Kolonie Alexandria on Oxus, auf eine ältere persische Stadt gebaut und heute Ai-Kahnum (Mondfrau) genannt – bildet die Schwelle zur Steppe – und macht ersichtlich, wie die Nomadenstämme fremdes Kulturgut in Afghanistan einbürgerten. Aufnahmefähig konnte dieses Land solches Kulturgut verkraften und ineinander zur „Symbiose“ verflechten. Heute ist Ai Kahnum ein Trümmerfeld.
 
Als Post Scriptum zitiere ich die Inschrift: „Als Kind, sei gefügig; als Jüngling zeige Selbstkontrolle; als Erwachsener, sei gerecht; als alter Mann, gebe weisen Rat; Sterbe ohne Kummer.“
 
Die Mole Antonelliana
Wiederum in Turin angelangt, stiessen wir unterwegs auf das Turiner Wahrzeichen – die Mole Antonelliana, welche heute das Film-Museum beherbergt und, aus allen Richtungen ersichtlich, wie eine Riesenstecknadel ins Auge sticht. Dieses Bauwerk wurde in 1863 als Synagoge begonnen. Der hochstrebende, turmartige Bau aus Backstein erreicht eine Höhe von 167 Metern. Ich schaute an der Mole hoch, wie ich das Gebäude fotografierte, und mir wurde dabei fast schwindlig.
 
Es begann zu dämmern. Hinter dem einstigen Theater von Turin, das als Ruine aus dem 2. Weltkrieg als Mahnmal stehen geblieben ist, bogen wir in eine Seitenstrasse ein. Wir zögerten nicht lange. Unser Ziel drängte sich auf, und hurtig bezogen wir einen der letzten freien Tische draussen auf der Strasse. Das Restaurant hiess Theatre – nein, ich hatte falsch gelesen: Es hiess Tredatre oder Tre da Tre… Und aller guten Dinge sind Drei: 1. Der Abend war lau, 2. das Essen schmeckte: Finissima Vitello (feinstes paniertes Kalbsschnitzel), mit allen Zutaten fix und fertig serviert, und 3. Dazu gehörte eine Flasche Rosso (Rotwein). Nachher tat sich die Bettschwere kund.
 
Auf zum Balòn!
Diesen Samstagmarkt Balòn wollte ich mir nicht entgehen lassen, zumal nebst Gemüse und Früchten und Textilien aller Art diesem Markt ein weitschweifiger Flohmarkt angegliedert ist. „Seien Sie ja vorsichtig!“, riet mir der Portier, es habe dort viele Taschendiebe. Jedesmal, wenn ich einen Flohmarkt, gleich wo, aufsuche, sorge ich diesbezüglich vor: Einige Geldscheine sind in der hinteren Hosentasche sicher aufgehoben. Vor dem Hotel nahm ich das Tram 4 zur Piazza della Repubblica.
 
Welch ein Gedränge! Hier habe ich die Kehrseite von Turin entdeckt. Viel zwielichtiges Volk – worunter überraschend viele Rumänen – zwängte sich zwischen den Ständen durch. Turin ist auch eine Industriestadt (Fiat hat dort seinen Sitz). Somit gehören auch Industrie-Vororte mit zum Bild.
 
Ich war enttäuscht vom Ramsch, den ich auf den Ständen und auf dem Boden gehäuft vorfand. Ich machte die ganze Runde, und mein negativer Eindruck vertiefte sich. Auf dem Rückweg zur Tram-Haltestelle häuften sich Gaffer: Jemand hatte eine Kamera geklaut. Ich sprang zur Seite, als eine Meute dem Dieb nachjagte. Ein Mann rempelte ihn an. Rasch übergab er ihm die Kamera und entsprang durch eine Passage. Die Tramlinie war blockiert. Ein junger Mann lag auf dem Boden. Leute umstanden ihn. Jemand schrie: „Wo ist der Carabinieri?“ Erleichtert entkam ich dem Tumult und erreichte wieder das Zentrum. Ich fand Lily sehr zufrieden nach ihrem Einkaufsbummel.
 
Der Bummel am Po entlang
Man darf Empfehlungen des Portiers nie in den Wind schlagen. Das von ihm empfohlene Restaurant fanden wir an der Ecke von Porto di Savola beim langgestreckten Piazza Vittorio Veneto, wohinter sich der Po durch die Stadt schlängelt. Somit war unser nächstes Ziel vorbestimmt, aber erst nach dem Genuss des obligaten Vitello-Mittagsmahls.
 
Zuerst überquerten wir die Po-Brücke, die Ponto Vittorio Emanuele I. Was nicht alles den Namen von Vittorio Emanuele trägt! Die vielen von ihm gestifteten Kriegsdenkmäler lasse ich als Kriegsgegner links liegen. Die wenigen Spaziergänger dem Po entlang liessen sich zählen. Eine Ruhepause bot uns der Parco del Valentino. 2 verliebte Tauben pickten einander die Federn vor unserer Bank. Bei den kleinen Wasserfontänen wellte etwas klassische Musik gedämpft aus den Lautsprechern zu uns. Wir hatten das Vorstadium eines Nickerchens erreicht. Sollten wir auf der anderen Seite der Brücke Ponto Umberto I (wiederum ein Stifter vieler Denkmäler) den Hügel Monto dei Cappucino in Angriff nehmen und die Chiesa di Santa Maria del Monte (aus dem Jahr 1584), die über der Stadt thront, besichtigen? Wir sahen davon ab. Schliesslich gibt es Grenzen, wie viele Kirchen man besichtigen sollte oder möchte.
 
Überspringen wir hier den Rest des Tages und vertagen wir unsere Plauderei auf den Sonntag.
 
Zur Sonntagsmesse … verbunden mit einer Venus
Am Sonntagmorgen ist es sehr still in Turin. Dort wird der Sonntag noch geheiligt. Hier stösst niemand ein Einkaufswägelchen durch den Supermarkt wie in London. Die Türen der Kirche hingegen sind offen. Ich wollte bloss einen Blick in die Chiesa della Santissima Annunziata an der Via Po werfen. Als wir diese Kirche eben betraten, spielte der Organist ein Präludium. So setzte ich mich auf die Kirchenbank und lauschte.
 
Ein Mönch drückte mir die Gazette „La Domenica” in die Hand. Es muss eine enge Beziehung zwischen dieser Kirche und der Basilica dell’Annunciazone in Nazareth bestehen, folgerte ich aus den Kirchennachrichten. Inzwischen begann ernsthaft die Messe. Der Wandermönch verfügte, dass sich Lily zu mir auf die Bank setzen sollte. Wie schon gesagt bleibt man in Kirchen stumm, ausser wenn man laut beten oder singen soll.
 
Eine Reihe von Ansprachen, von Gesängen aufgelockert, folgte. Wie hochmusikalisch die italienische Sprache klingt! Ich verstand davon sogar mehr als ich glaubte, dank der klaren Aussprache. Wie lange würde es dauern, bis meine Sprachbrocken aufpoliert sind? Leider mehr als 3 Tage, kam ich zum Schluss. Damit beschloss ich meinen Besuch der Sonntagsmesse, und wir gewannen wieder die Via Po.
 
Erst jetzt begannen die Kellner zögernd ihre Tische und Stühle unter den Lauben aufzustellen. 5 Minuten später standen wir vor dem Innenhof des Museo delle Arti Decorative. Verlockt von einer nackten Marmorvenus betraten wir den Innenhof. Die Venus hielt beidhändig ihre Brüste. Ich trat näher auf sie zu. Der Busen war für 2 Wasserspeier eingerichtet. Wurde das Wasserwerk am Sonntag eingestellt? Oder war es auch als unzumutbar werktags stillgelegt? Ein Schnappschuss von Lily und der Venus war ja keine Sünde, selbst am Sonntag nicht.
 
I musici di Torino
Im gleichen Restaurant wie am Vortag waren schon viele der Tische auf dem Vorplatz reserviert. Uns wurde ein Sonnenplatz am Rand angewiesen, den wir – sonnenhungrig wie wir waren – gern annahmen. Ich überliess mich der Empfehlung des Kellners und genoss zuerst – zur Feier des Sonntags – einen Campari. Lily folgte meinem Beispiel – ohne Campari. Herrlich! Ein Akkordeonspieler stellte sich genau neben uns und gab einige bekannte italienische Schlager zum Besten, sehr deftig gespielt. Ein Kamerateam nahm ihn in die Linse. Ich meinerseits nahm beide, den Akkordeonisten mitsamt dem Kamerateam ebenfalls in die Linse. Der Musiker strahlte stolz übers Gesicht, und wir freuten uns mit ihm. Der musikalische Höhepunkt kam mit dem schwarzen Saxophonisten, Gitarristen und Tamburinspieler. Sein Saxophon glänzte hochpoliert. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn ein Musiker sein Instrument pflegt. Kleine Kinder umringten das Trio und tänzelten zu den Jazzrhythmen. Der Saxophonist und Soloist erntete viel Applaus. Die Kameraleute forderten ihn zu einem „Encore!“ auf. Nachdem diese Gruppe auf die andere Seite des Platzes übergewechselt hatte, humpelte ein alter Mann, auf seinen Stock gestützt, mit einer Kratzgeige unter dem Arm zum Standplatz und begann ein jämmerliches Spiel, auf eine Melodie beschränkt. Wer beklagt das? Auch er kriegte seinen verdienten Obolus.
 
Wie rasch die Zeit verstrich … Wir mussten uns spurten, um mit dem Bus den Flughafen zu erreichen. Sonst hätte ich gerne noch etwas weiter geplaudert.
 
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