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BLOG vom 14.08.2009


Vogelgrippe und Klaus Stöhr: Der Lohn der Angstmacherei
Autor: Walter Hess, Publizist, Biberstein CH (Textatelier.com)
 
Die Schweinegrippe (Amerikagrippe) passt sich den Schreckensszenarien einfach nicht so richtig an. Genau das ist das eigentliche Drama. Was zur Weltbedrohung werden sollte, erweist sich als harmloses Sommergrippchen. Mit der Rechtfertigung des Worts Pandemie (einer intensiven weltweiten Verbreitung) will es nicht so recht klappen. Zwar hüstelt oder fiebert in allen Landen die eine oder andere Person, aber die dringend notwendige globale Dramatik vermögen solche Bagatellen nicht zu erzeugen. Was es dringend braucht, sind ranghohe Katastrophen-Designer vom Format eines Klaus Stöhr, dem ehemaligen Leiter des Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf, ein Mensch mit einer sympathischen Ausstrahlung. Als im Herbst 2005 die Vogelgrippe vielversprechend aufzublühen begann, malte dieser Starexperte in Schwarz, in tiefstem Schwarz, falls es schwärzer als schwarz überhaupt gibt.
 
Er erzählte dem zu verängstigenden Volk aus allen medialen Kanälen und Spalten, wie das Vogelgrippe-Virus durch Mutation gefährlicher werde, woraus dann die Stallpflicht (leider nicht für WHO-Beamte), Massentötungen und ähnliche katastrophale Massnahmen resultierten. Die Situation in Europa sei so bedrohlich wie noch nie in den vergangenen Jahren, sagte der Impfstoff-Beauftragte (zitiert nach tagesschau.de vom 10.01.2006): „Noch niemand kann genau abschätzen, ob die Seuche von den Haustieren auf die Zugvögel nur temporär übergegangen ist, ob sie sich dort halten wird. Aber auf jeden Fall ist ohne Zweifel klar, dass sie sich jetzt ausbreitet, in den letzten Monaten über Tausende von Kilometern – und wenn man sich mal die Karten anschaut, in welche Richtung, wie häufig Vögel migrieren, dann muss man davon ausgehen, dass die Situation sowohl in Europa und auch in Nordeuropa weitaus bedrohlicher ist, als sie jemals in den letzten 2 Jahren und auch seit der Pandemie 1968 gewesen ist."
 
Für die Virologen war die hohe Zeit angebrochen, alles sah verheissungsvoll aus. Über die WHO forderten sie ein Frühwarnsystem besonders für die betroffenen Länder Südostasiens. Künftige Grippe-Epidemien bei Tieren könnten so effizienter abgewehrt werden, und auch ein für Menschen gefährliches Supervirus könne sich dann schwerer bilden, sagten sie. In Wahrheit ging es bloss um die Beschaffung besserer, umfangreicherer Unterlagen für die Pandemie-Blase.
 
Das war nicht zu verhindern: Die Vogelgrippe erwies sich als Rohrkrepiererin, und alles, was Stöhr und andere Starvirologen von sich gegeben hatten, erwies sich als frei erfundener Nonsens. Die Schlamperei mit Bezug auf die Einschätzung korrelierte mit anderen Liederlichkeiten: So versandte das College of American Pathologists (CAP) im Oktober 2004 tödliche Grippeviren an 3747 Laboratorien in 18 Ländern, aus „Versehen, ein bedauerlicher Unfall". Selbst solche Aktionen halfen der Vogelgrippe nicht auf die Beine. Die ganze Angstmachereikampagne erwies sich als reine Pleite. Die Fälle von Infektionen mit dem Influenza-Virus H5N1 gingen weltweit zurück, wie im Oktober 2008 selbst der zuständige UNO-Koordinator David Nabarro in einem neuen Vogelgrippebericht eingestehen musste. Dennoch wurde noch keine Entwarnung gegeben; die Propheten wollten sich ihre Blamage ersparen. Publizistisch war das Pulver restlos verschossen. Das Thema ist vollkommen aus den Medien entschwunden, weil man jetzt ja die Schweinegrippe pflegt. Das System ist das herkömmliche.
 
Aber wo ist denn Herr Stöhr geblieben? Auch er ist aus den Schlagzeilen und von den Bildschirmen verschwunden. Und gerade jetzt, wo es mit der Schweinegrippeverbreitung so harzt, wären wir dringend auf seine hervorragenden Weltuntergangskampagnen angewiesen. Die Lösung fand ich dieser Tage in einem E-Mail von Martin Eitel ans Blogatelier:
 
„Man muss sehen, dass ein Teil der Virenschwätzer versucht, Panik in der Bevölkerung zu verursachen, um den Absatz der so genannten Impfstoffe zu erhöhen und sich dann von der Pharma- und Impfstoff-Industrie anheuern lassen.
 
2 Beispiele aus dem Jahr 2007 zeigen das eindrucksvoll. Ein gewisser Klaus Stöhr, Leiter des Global Influenza Programms der WHO, wurde, nachdem er jahrelang das unsinnige Vogelgrippe-Virengeschwätz für die WHO verbreitet hatte, im Jahr 2007 dafür von Novartis mit einem Posten in der Abteilung für so genannte Impfstoffe belohnt. Das jahrelange Virengeschwätz hat sich damit für ihn gelohnt.
 
Ein gewisser Prof. Heinz Joseph Schmitt, der für die so genannte Ständige Impfkommission der BRD jahrelang der Bevölkerung alle möglichen ,Schutz-Impfungen’ empfohlen hat, wurde dafür ebenfalls im Jahr 2007 von der Firma Novartis mit einem Posten in der Impfstoff-Industrie belohnt.
 
Die Impfstoff-Industrie belohnt also diejenigen, die mit ihrem jahrelangen Virengeschwätz den Umsatz der Impfstoff-Industrie gefördert haben, mit lukrativen Anstellungsverträgen.
 
Wir sehen also, für wen sich die Empfehlung von Impfstoffen wirklich rentiert: für die Virenschwätzer und die Impfstoff-Industrie. Den Schaden haben die durch die oft kontaminierten Impfstoffe an der Gesundheit geschädigten Personen und die Allgemeinheit, die über die Beiträge für die Kosten der so genannten Impfstoffe dafür aufkommen muss und für die Folgekosten der Gesundheitsschäden.“
 
Soweit die Zuschrift aus Deutschland, die vollumfänglich bestätigt ist, z. B. durch die nature.com-Meldung
 
Herr Stöhr ist zum Director of the influenza vaccine franchises, Novartis Vaccines and Diagnostics, Cambridge, Massachusetts, aufgestiegen. Seine „proaktiven“, Virenängste schürenden Kampagnen während seiner 15 Jahre bei der pharma-gesponserten WHO haben für ihn tatsächlich reiche Früchte getragen. Er ist der richtige Mann am rechten Ort; er weiss, wie man Geschäfte ankurbelt.
 
Man könnte dazu einwenden, das sei ja jetzt wirklich nichts Besonderes, passe zum bekannten Stil. Richtig. Doch erstaunlich ist, dass der Wechsel Stöhrs, der sich durch seine enorme mediale Präsenz während der Vogelgrippe-Förderung doch eindeutig zum Virenexpertenstar von allgemeiner Bekanntheit gemausert hat, von den gleichen Medien der Öffentlichkeit verschwiegen worden ist. Das ist ein bemerkenswertes Informationsgebaren, das tief blicken lässt. Der Grund liegt auf der Hand. Denn aus dieser Meldung würde dem Leser, Hörer oder Seher doch spätestens jetzt klar, dass sein Medium auf eine geschäftlich motivierte PR-Kampagne hereingefallen ist. Und wer will das schon plakativ darstellen und sich damit blamieren?
 
Ich bin gespannt, auf welchen Job unsere Pandemie-Werbeikone Thomas Zeltner, derzeit noch Direktor des schweizerischen Bundesamts für Gesundheit (BAG), zusteuert. Auch er macht sich um die Vorbereitung des psychologischen Terrains im Hinblick auf eine Schweinegrippe-Massenimpfung im ausschliesslichen Pharmainteresse sehr, sehr verdient.
 
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