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BLOG vom 23.03.2010


Reaktionen auf Blogs (91): Falsche Systeme, Himmel, Hölle
Autor: Walter Hess, Publizist, Biberstein/AG CH (Textatelier.com)
 
Im „Fabian“ von Erich Kästner ist nachzulesen, was der Handelsredaktor einer Zeitung gesagt haben soll: „Ich weiss, dass das System falsch ist ... Aber ich diene dem falschen System mit Hingabe. Denn im Rahmen des falschen Systems, dem ich mein bescheidenes Talent zur Verfügung stelle, sind die falschen Massnahmen naturgemäss richtig, und die richtigen sind begreiflicherweise falsch.“
 
Dubiose Monsanto-Praktiken
Das übergeordnete falsche System heisst heute, nach der Dominanz der Kirche, Globalisierung, und eine der falschen Massnahmen innerhalb dieser weltweiten kulturellen und geistigen Einebnung ist die Gentechnologie, die sich pandemisch verbreitet. Im Blog vom 09.03.2010 hat sich Heinz Scholz kritisch mit einem Teilaspekt davon befasst: Gen-Kartoffel-Anbau: Amflora trotz riskanter Gene erlaubt.
 
Bei der Aufklärung über die damit verbundenen Risiken erhielt der fachkundige Autor von Martin Eitel (E-Mail: m.eitel@gmx.net) Unterstützung:
 
In einer von ARTE im Januar 2010 gesendeten Dokumentation
wurde eindrucksvoll dargestellt, dass die grossspurigen Versprechungen von Monsanto überwiegend wissenschaftlich unfundiertes, dummes Geschwätz sind und mit welchen dubiosen Praktiken Monsanto bei der US-amerikanischen FDA die Zulassung ihrer nur für den Gewinn von Monsanto nützlichen GVO erschlichen hat, obwohl die Risiken der GVO nicht hinreichend erforscht waren.
 
Völlig zu Recht warnt daher auch der kanadische Farmer Percy Schmeisser auf Reisen u. a. in Deutschland vor den dubiosen Geschäftspraktiken der Firma Monsanto. Der Verbraucher geht mit dem Konsum solcher Erzeugnisse unabsehbare gesundheitliche Risiken ein, und der Farmer / Landwirt, der solche Erzeugnisse anbaut, wird nicht nur wirtschaftlich von Monsanto und seinem überteuerten Saatgut abhängig, sondern erhält dazu hin ein Produkt, das die grosskotzigen Versprechungen nicht erfüllt.
 
Brot und Hollywood-Spiele
Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass man den Menschen alle die falschen Massnahmen andrehen kann, ist eine möglichst umfassende Volksverdummung, welche die traditionellen Medien mit zunehmender Intensität betreiben. Sie haben ihre Berichterstattung auf einen Häppchen-Journalismus reduziert und dadurch den erforderlichen Platz für hirnloses Allotria, das sich zur bildlichen Darstellung eignet, gewonnen.
 
Wolfgang Byland (E-Mail: w.byland@gmail.com) teilt diese Auffassung. Zu meinem Blog Folgen der Orientierungslosigkeit: Friendly Fire, Eigengoals kommentierte er:
 
Die Volksverdummung durch die Medien bekamen wir heute (07.03.2010) wieder mit voller Wucht zu spüren. Hatte die Schweiz heute doch keine andern Probleme wie die Oscar-Verleihung! Schritt auf Schritt wurden wir medial durch diesen Schrott vergewaltigt! Ich vergleiche es mit dem Beginn des Untergangs des Römischen Reiches.
 
Gebt dem Volk „Brot und Spiele“, und es findet keine Zeit mehr, sich mit den wirklich wichtigen Dingen zu beschäftigen. So gesehen, passt der nahtlose Übergang von der Olympiade zu den Eishockey- oder Fussballmeisterschaften zu Weltmeisterschaften oder all den unwichtigen Preisverleihungen wie Oscars, Quarts, Grammys usw. in dieses Bild. Die öffentliche Politik dient nur noch zum Polemisieren, ohne auf einen Konsens ausgerichtet zu sein. Die ursprünglich aus der SVP-Küche stammenden Schlagworte- oder Hetzkampagnenpolitik wird unterdessen auch von den andern Parteien kopiert. Und die oben erwähnten Medien sind wild auf solche Dispute und verbreiten sie, ohne sie in einen grösseren Zusammenhang zu stellen, ungeprüft weiter. Enden wir schlussendlich wie die Römer? Was wird unser dunkles Mittelalter sein?
 
Mozart für Pflanzen
Falls wir noch ein paar nicht genetisch abgeänderte Pflanzen übriglassen werden, könnten sie die letzten Garanten für noch etwas Kultur sein ... wenn es schon mit uns Homines sapientes bergab geht.
 
Leonard Jung (E-Mail: ich@leonardjung.com) war aufs Blog Gefühlswelt von Pflanzen (II): Die Tomaten schätzen Mozart vom 29.11.2007 von Heinz Scholz gestossen. Er schrieb nach dieser Entdeckung spontan:
 
Meine Pflanze wächst, seitdem ich Klassik höre, enorm. Ich habe erst danach herausgefunden, dass Sie sich bereits damit beschäftigt haben.
 
Irre!
 
Gelüftete Fondue-Geheimnisse
Zu den erfreulichen kulturellen Äusserungen gehört das geniesserische Essen, das man sich nicht durch die industrielle McDonaldisierung vermiesen lassen sollte, auch wenn gegen erstklassige Pommes frites und Hamburger an sich nichts einzuwenden ist, so lange sie nicht das kulinarische Geschehen dominieren.
 
Mein detailliert geschriebenes Fondue-Rezept im Blog vom 13.02.2010 (Wenn auch Gäste schmelzen: Die Käsefondue-Geheimnisse) kam gut an. Hubert Milz berichtete von der Reaktion seines in den USA lebenden Sohns:
 
Hallo Walter Hess,
herrlich!
 
Habe über Zitante (http://www.blog.zitante.de/) Ihr Fondue-Blog im Internet gefunden. Die Geschichte und Ihre grossartige Rezeptbeschreibung bekommt jetzt junge Leser durch die Link-Vernetzung.
 
Bin selbst ein grosser Käsefreund und habe lauter grossartige Köche um mich (Frau, Söhne von Beruf Koch) – da können Sie sich vorstellen, wie ich genüsslich diesen Geschöpfen Ihr „ausgereiftes“ Rezept unter die Nase reibe ...
 
Vielen Dank für Ihren Humor.
 
Textlich amüsant.
 
Merci.
 
PS: Fondue stand auf’m Plan. Jetzt erst recht!
 
Mein Bruder Rolf P. Hess schwelgte im Käseduft, made in Hong Kong:
 
Lieber Walter,
Dein Fondue Rezept liess mir das Wasser im Munde zusammenlaufen. Es erinnert mich an meine Anfangszeit in Hong Kong in den Jahren 1969–1971. Damals teilte ich eine Wohnung mit einem Engländer und einem Australier. Wir 3 Junggesellen arrangierten oft Dinner-Partys, zu denen Gäste kamen, die sich bis dahin nicht kannten. Arthur, der Engländer, bereitete dann sehr oft ein Fondue (obschon Hong Kong damals wirklich kein echtes Käseland war) zum Apéro vor und stellte dies in unserer Wohnung gleich am Eingang auf.
 
Noch heute finde ich das die allerbeste Idee für den Fondue Genuss: Das gemeinsame Rühren des geschmolzenen Käses und der gleichzeitige Genuss von kühlem Weisswein war das sicherste Rezept für einen jovialen Auftakt zu einer gelungenen, erinnerungswürdigen Party. Und die auf ein paar Bisse limitierte Käsemenge hat jegliche Magenklumpen zum Vornherein ausgeschlossen.
 
Schluckauf, bzw. schluckab
In seinem Blog vom 11.02.2010 (Gewürznelke: Vertreibt Fliegen und lindert Zahnschmerzen) hatte Heinz Scholz ein Rezept gegen den Schluckauf publiziert: „Gegen Schluckauf kaut man jeden Morgen eine Nelke.“
 
Rolf P. Hess beschrieb eine chinesische Massnahme gegen den „Hitzgi“, wie er in der Schweiz genannt wird. Es gibt offensichtlich mehrere Strategien gegen das Zusammenziehen des Zwerchfells, das zu einem ruckartigen, glucksenden Einatmen verbunden ist:
 
Lieber Heinz,
Eben habe ich Dein heutiges Blog genossen. Dabei ist mir ein Hausrezept in den Sinn gekommen, das mir meine Frau erst vor kurzem offenbart hat: Gegen den Schluckauf hat sie aus dem alten China ein ganz einfaches Rezept, das ich in letzter Zeit tatsächlich mehrmals erfolgreich angewendet habe: 1 Mundvoll Flüssigkeit in 7 kleine Schlückchen aufgeteilt schlucken. Dann ist er weg!
 
Das wäre eine Alternative zum Nelkenkauen.
 
Ich hoffe, dass Du demnächst einen Schluckauf hast, damit Du das ausprobieren kannst.
 
Rolf
 
Gesundheitsaspekte von Glutamat
Im Blog Süsse der Bitterkeit: Geschmacksvolumen nicht beschneiden vom 17.03.2010 nahm ich mich auch des Glutamat-Geschmacks („umami“) an. Martin Eitel untermauerte meine Ausführungen mit interessanten Hinweisen auf gesundheitliche Aspekte:
 
Zu den Auswirkungen (Nebenwirkungen) von künstlich zugesetztem Glutamat möchte ich noch Fundstellen beitragen, die einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Glutamat nahelegen:
 
 
 
 
Natürlich besteht da noch Forschungsbedarf, insbesondere wohl zur Frage, was wohl dazu führen könnte, dass anscheinend z. B. in Japan die Folgen nicht so schlimm zu sein scheinen wie in Europa und USA. Möglicherweise spielt da die übrige Zusammensetzung der Ernährung mit Fisch etc. eine Rolle.
 
Das „Bürdelen“
Beim Lesen des Blogs Der Riesenhäcksler, der den Büscheli-Mann vertrieben hat vom 08.12.2010 fühlte sich Paul Müller-Bowlah (E-Mail: paulmuellerbowlah@bluewin.ch) an damals erinnert:
 
Mein Vater betätigt sich auch heute noch (84 Jahre alt) als „Bürdeler“ (Hersteller von Reiswellen, Reisigbündeln), und ich selbst habe in früheren Jahren Tausende gemacht, aber den Gertel zum Kleinmachen des Holzes eingesetzt, die Bürdeli links und rechts mit der Motorsäge (solange sie eingespannt waren) abgelängt oder gerade gemacht.
 
Der Artikel ist sehr interessant. Danke!
 
Tierliebe
Unsere Bloggerin und Schriftstellerin Lislott Pfaff setzt seit Jahrzehnten für einen besseren Tierschutz ein, für mehr Rücksicht auf Tiere, für mehr Tierliebe, so zum Beispiel im Blog Die Alpensegler, die einen Tierschutzanwalt vermisst haben vom 11.03.2010.
 
Auch Heinz Scholz (E-Mail: heinz-scholz@online.de) fühlte sich davon angesprochen:
 
Das sehr gut verfasste Blog Frau Pfaff ist ein starkes Plädoyer für die Liebe zum Tier, aber auch eine Anklage gegen die Grausamkeiten zum Tier. Dazu möchte ich einige passende Zitate übermitteln:
 
„Grausamkeit gegen Tiere ist eines der kennzeichnendsten Laster eines niederen und unedlen Volkes.“
(Alexander von Humboldt)
*
„Für einen guten und edlen Menschen ist nicht nur die Liebe des Nächsten eine heilige Pflicht, sondern auch die Barmherzigkeit gegen die vernunftlosen Geschöpfe.“
(Newton)
*
„Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn es vonnöten ist. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz.“
(Franz von Assisi)
*
„Wer plagt sein Pferd und Rind,
hält’s schlecht mit Weib und Kind.“
(Sprichwort)
*
„Wer gegen Tiere grausam ist, kann kein guter Mensch sein.“
(Schopenhauer)
 
Gespräch mit dem Teufel verschoben
Wie es der Teufel mit der Tierliebe hält, ist mir unbekannt. Vor allem in mittelalterlichen Darstellungen erschien er oft nicht nur mit menschlichen, sondern auch tierischen Attributen wie Hörnen, Schwanz und Pferdefuss. Ich werde nach meinem Lebensende noch Gelegenheit haben, die Sache vor Ort selber abzuklären. Allerdings ist mir die Idee von der Endstation Hölle in jüngster Zeit etwas suspekt geworden, weil man ja dort auch noch die Massen pädophiler Priester antreffen wird, und darauf habe ich eigentlich wenig Lust.
 
Von meinem bevorstehenden Gespräch mit dem Chef dort unten habe ich im Blog Hochdorf LU: Von Träumen und Schäumen aus der Braui vom 13.03.2010 geschrieben, was mein lieber Bruder Rolf nicht so stehen lassen mochte. Er riet mir spontan – es tönte schon etwas nach Befehl:
 
Jenes Gespräch mit dem Luzifer kannst Du ungeniert noch ein paar Jahrzehnte aufschieben.
 
Dem guten familiären Einvernehmen zuliebe mailte ich zurück: Danke! Das Gespräch ist noch etwas hinausgeschoben!“
 
Man kommt heutzutage angesichts des eingangs erwähnten falschen Systems oft nicht umhin, gewisse Konzessionen zu machen, besonders, wenn noch Unsicherheiten bestehen: Nach der Abschaffung des Fegefeuers lag es nahe, auch an der Existenz der Hölle zu zweifeln zu beginnen. Sie gehört zum religiösen System der Angstmacherei und Unterwerfung. Vielleicht wird auch sie bald einmal abgeschafft, vor allem als priesterliche Selbstschutzmassnahme.
 
Aber kann ein konkurrenzloser Himmel ein guter Himmel sein? Alle marktwirtschaftlichen Grundsätze sprechen dagegen. Man fühlt sich in diesen maroden Systemen schon etwas verloren.
 
Hinweis auf die bisher erschienenen „Reaktionen auf Blogs“
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