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BLOG vom 18.09.2011


Rund um den Mund: Wenn Küsse ihre Frische verlieren
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
In meiner eher gruseligen Geschichte über den „Lällekönig“ habe ich mich zum Mund und seiner Zunge geäussert. Auch andere Körperteile haben meine Fabellust angefacht (siehe Anhang).
 
Warum nicht dem Mund einige Aphorismen widmen?
*
Wessen Magen knurrt, dessen Mund wird bissig.
 
Wer einem Dummkopf übers Maul fährt, entgleist.
 
Wer lebt von der Hand im Mund? Der Zahnarzt.
 
Mit verbissenem Mund kann niemand lachen.
 
Ein Gericht schmeckt mundgerecht zubereitet besonders gut. Auch Sätze munden so am vortrefflichsten: kurz und geschmackhaft verabreicht.
 
Frische, saftige Küsse schmecken jungen Leuten am besten – besonders die heimlich eingeheimsten. Himmlisch und kein Vergleich mit späteren Küssen, die wie Dörrobst schmecken.
 
Der weibliche Mund schwieg einst, wenn er geküsst wurde. Oh weh! Das ist lange her …
 
Ein bisschen von allem wirkt auf die Zunge.
 
Jeder Witz kitzelt sein Gaumenzäpfchen. Ich möchte einen finden, der daran wie an einem Glockenstrang zieht.
 
Heutzutage dauert es länger, bis die Butter auf der Zunge schmilzt. Da sie aus dem Eisschrank kommt.
 
Frisch von der Leber gesprochen. Man roch es.
 
Ein gefundenes Fressen schmeckt besonders gut.
 
Der Volksmund bewährt sich, weil er sich immer wieder bewahrheitet.
 
Dreimal leer schlucken hilft
beim Schluckauf allemal.
Ich schlucke lieber dreimal Wein.
 
Wer sich den Mund zu voll nimmt, kann nicht kauen.
 
Selbst wer hinter vorgehaltener Hand zwischen den Zähnen stochert, verdirbt mir den Appetit.
 
Etikette: Der Mundschenk schenkt stilvoll mit der Flasche in der rechten Hand ein, und verbirgt die linke hinterm Rücken. Wie leicht der Gast hinterrücks düpiert wird, einfach weil er blindlings der Etikette traut.
 
Der Deckelschlecker. In einem mir empfohlenen Restaurant, gleich neben meinem Hotel in New York, beobachtete ich einen Gast, der am Deckel einer Ketchupflasche leckte. Ich würgte an meinem Steak.
 
Mundfertig war er und liess schlagfertig niemand zum Wort kommen.
 
Mit dem Mundwerk wird nichts gebaut.
 
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