Textatelier
BLOG vom: 01.01.2012

Neujahrsbetrachtung: Wer den Glauben verloren hat …

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Seit langem schon bin ich der Kirche entronnen, aber habe dennoch den Glauben bewahrt – auf meine Weise. Schliesslich muss man in dieser heillosen Welt an etwas glauben.
 
Das 11. Jahr des jetzigen Jahrhunderts hat weiteres Elend in die Welt gebracht. Wie alle Jahre wieder, werden die Medien im Jahresrückblick das Kriegsgeschehen aufgreifen, die Revolutionen in Nordafrika, die politischen und anderen Skandale, die Überschwemmungen, die Hungersnöte. Abertausende von Menschen wurden ermordet. Der Abzug der amerikanischen Truppen wird ein Vakuum im destabilisierten Irak hinterlassen. Konflikte schwären und werden sich weiterhin mit Blut durchtränkt ausbreiten. Der Ausblick ist so miserabel wie der Rückblick.
*
 
Dennoch darf man die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht aufgeben. Wo finden sich die Perlenfischer der Hoffnung? Im Herzensgrund des Erbarmens. Im Nachlass der Kulturen liegen die schillernden Perlen der Philosophen, Dichter und Poeten, die Klänge der Musik und die Kunstwerke. Unzerstörbares geistiges Erbgut für uns alle! Immer wieder bewegen diese Perlen die Menschen zu guten Taten. Das ist eine Stütze meines Glaubens.
 
Unterwegs durchs Leben trifft man immer wieder Leute, die sich nicht unterjochen lassen und mutig Missstände anprangern. Sie sind beispielhaft. Selbst eine Fusslänge Fortschritt zum Guten gewonnen, ist jede Mühe wert. Das ist eine weitere Stütze meines Glaubens.
 
Jeder, der rechtschaffen seines Wegs geht, legt sein Gewicht auf die Waagschale der Gerechtigkeit. Das Heer der Aufrechten ist mächtig in allen Lebensbelangen. Auch daran glaube ich.
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In diesem Sinne möge jeder das Seine leisten. Das bleibt mein eigener und einziger Vorsatz auch fürs nächste Jahr 2012.
 
Bleibe bei allem nicht vergessen, dass Freude mit zum Leben gehört. Zuversicht hält uns in Schwung.
 
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