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BLOG vom 26.08.2012


Mit sanften Orgeltönen in den 7. Himmel entschweben
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Höre ich Orgelklänge aus einer Kirche, halte ich inne und betrete die Kirche. In Basel war es immer wieder die St. Peterskirche, nächst der Universität auf dem Petersplatz, genau hinter dem Denkmal von Johann Peter Hebel (alemannischer Dichter). Dort übten regelmässig Organisten ihre Stücke aus dem reichen Nachlass der Barock-Komponisten wie Johann Pachelbel, Dietrich Buxtehude, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach. Übrigens befindet sich die älteste Schweizer Orgel, um 1435 gebaut, in der „Basilique de Sion“ (Wallis). Verschiedentlich in meinem Leben lauschte ich hingerissen den Orgelklängen in der „St. Pieterskerk“ in Ghent (Belgien), der Geburtsstadt meiner Mutter.
 
Die alten Orgeln in den Kirchenemporen, zwischen schmucke Holzschnitzereien eingebettet, wurden laufend bereichert und erneuert, vergleichbar mit der Fortentwicklung der IT. Die einst von Füssen betriebenen Blasbälge sind heute durch elektrische Gebläse ersetzt, welche die Luft in die Orgelpfeifen pumpen.
 
Kürzlich konnte ich übers Fernsehen Einblick in den Spieltisch der grössten Orgel in England nehmen. (Dieser Spieltisch hat nichts mit den gleichnamigen Möbeln in Kasinos gemeinsam.) Er ist mehrschichtig mit Tastaturen und Registern ausgestattet, die mit Knäufen bedient werden. Hinzu kommen die Fusspedalen. Diese gigantische Orgel, von Henry Willis zwischen 1923 und 1926 geschaffen, ist in der „Lady Chapel“ der Liverpool-Kathedrale eingerichtet. Die Klänge sind über 10 236 Orgelpfeifen hörbar, bald sanft klingend wie Flöten, bald laut aufbrausend, wie von einem grossen Orchester gespielt.
 
Der Orgelspieler goss etliche Kostproben seines Spiels in meine gespitzten Ohren. Wie behende er dabei die vielen Tasten und Knäufe bediente, wie tänzerisch seine Füsse über die Pedale huschten! Die Bedienung der Tastatur eines PCs ist ein Kinderspiel verglichen mit der Virtuosität des Orgelspielers, umringt von einem Meer von Tasten, Knöpfen und Pedalen. Einzigartig.
 
Zuhause habe ich eine repräsentative Sammlung von Orgelkompositionen auf Schallplatten. Lege ich eine dieser Platten auf, entschwebe ich in den 7. Himmel. Diese Musik vertreibt im Nu allen Alltagsärger mitsamt den kleinen Sorgen. Das innere Gleichgewicht ist wieder hergestellt. Ich lasse meine Gedanken schweifen. Sie schüren Schreibimpulse, wie dieses der Orgelmusik gewidmete Lob.
 
Ein weiterer Text mit Orgelmusik-Bezug von Emil Baschnonga
04.06.2005: Randnotizen aus Münster D – bis zum Ewigen Kalender
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