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BLOG vom 27.05.2014


GB-Wahl: Politischer Teppich dank UKIP neu eingefärbt
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Die Vorboten der EU-Abstimmung sicherten der UKIP (UK Independence Party) ihren durchschlagenden Wahlerfolg zuerst in den Lokalwahlen (Council elections) in Grossbritannien, hauptsächlich auf Kosten der Koalition zwischen den Konservativen und den Liberal-Demokraten. Die vorherrschenden Parteien behandelten Nigel Forage, Leiter der UKIP, wie einen „Bajazzo” und empfanden ihn als lästige politische Eintagsfliege auf der Konfitüre skandalöser Zustände, nachdem sich viele Parlamentsmitglieder gesetzeswidrig ihre Taschen gestopft hatten und weiterhin stopfen. Forage will die Massenimmigration in GB eindämmen, die EU-Vormundschaft aufheben und drängt auf Grossbritanniens Ausstieg aus der EU.
 
Nachdem am 26.05.2014 die EU-Wahlergebnisse auflagen, konnte Forage seinen Widersachern eine lange Nase machen: Er hat seiner Partei gänzlich unerwartet zu 27 Sitzen im EU-Parlament verholfen. Die Liberaldemokratischen mussten sich mit einem einzigen Sitz begnügen und sind jetzt auf dem politischen Abstellgeleise. Die Labour-Partei kam einigermassen ungeschoren weg und hat einen Sitz mehr als die Konservativen gewonnen. Die Grüne Partei erhöhte ihre Präsenz auf 3 EU-Abgeordnete.
 
Der unbeliebte französische Staatspräsident François Hollande erlebte eine ähnliche Niederlage seitens des „Front National”, der unter dem Marine-Le-Pen-Banner 24 EU-Sitze gewann. Zu den Euroskeptikern gesellten sich u. a. Dänemark, Griechenland, Portugal und Italien. Die deutsche CDU/CSU anderseits behauptete ihren Stand mit 35.3 % des Stimmenanteils.
 
Der wankelmütige britische Premier Minister David Cameron müsste jetzt endlich die Briten direkt über das Referendum „Ja oder Nein zu EU” abstimmen lassen, aber das soll erst 2017 nach den Nationalwahlen geschehen. Diese Verschleppungstaktik wird ihm angekreidet. Mit dem statistischen Bügeleisen wurde und wird weiterhin versucht, den wahren Zustand der Arbeitslosigkeit unter den jungen Leuten und den Abbau der Sozialleistungen zu verschleiern. Der vermeintliche Aufschwung der Wirtschaft wurde der Öffentlichkeit gegenüber aufgeplustert. Weite Kreise der Bevölkerung darben weiterhin und geraten ins Schuldenloch.
 
BBC 1 hat die EU-Wahlergebnisse aus englischer Sicht verfolgt und den Zuschauern ausgezeichnet dargeboten. Das englische Hudelwetter hat die Zuschauer vor die TV-Kästen mit diesem Fernseh-Spektakel getrieben. Der Jubel steigerte sich, als die UKIP am laufenden Band siegte und flächendeckend den Teppich der politischen Landschaft neu einfärbte.
*
Am 27.05.2014 begann das „post mortem” (was nach dem Tod kommt) der EU-Wahlergebnisse in Brüssel. Zensuren werden verteilt, welche in der Folge hoffentlich die Macht der aufgeblasenen und arroganten EU-Bürokratie nach und nach schmälern wird.
 
Als Auslandschweizer, in London lebend, begrüsse ich diese Rückbesinnung auf die direkte Demokratie. Hoffentlich dauert sie an und verstärkt sich.
 
 
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