Textatelier
BLOG vom: 09.01.2015

Auslaufende Literaturform. Wer schreibt noch Essays?

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
 
Ist die Kunst des Essay-Schreibens am Aussterben? Viele namhafte Autoren aus aller Welt haben sich auch als Essayisten ausgezeichnet. Essays, von „essayer” (versuchen) abgeleitet, sind Gedanken, die ein Autor aufgreift, die er auf seine persönliche Weise frei behandelt und die an Dogmen gebunden sind. Ich selber erkenne Essays u. a. als erweiterte Aphorismen, die im Essay dem Leser näher gebracht werden. Der Essay ist knapp gefasst und findet auf 2 bis 3 Seiten Unterschlupf. Somit erweitert, vertieft und ergänzt der (oder: das) Essay eine aphoristische Aussage.
 
Aber er reicht darüber hinweg und ist auch in Reiseschilderungen erkennbar, wenn sie von persönlichen Eindrücken durchflutet sind. Im Anhang habe ich 2 Beispiele verlinkt („Eindrücke aus Warschau” und „Lichtblicke in Leiden NL” von Emil Baschnonga). Besonders gerne geniesse ich die Beschreibungen von Wanderungen von Heinz Scholz.
 
Auch besinnliche Stunden finden ihren Niederschlag in Essays. Diesmal verweise ich auf die „Sommergeschichten mit Blumen, Schnecken, Labyrinth” von Rita Lorenzetti.
 
Auch Filme lassen sich essayistisch erfassen, etwa der Film „Le Havre“: ein eindrücklicher Triumphbogen der Güte.
 
Immer wieder sind es Schriftsteller, die mich zu Essays animieren: „Eine herbstliche Betrachtung an der Pforte zu André Gide”, und nochmals auf André Gide bezogen: Der Schriftsteller, der in seinem Labyrinth verstrickt ist”.”.
 
Das Thema Lebensstil lässt sich ebenfalls als Essay darbieten: Mein Blog „Dilemmas im Alltagsleben: Gute Miene zum bösen Spiel” mag als Beispiel dienen.
 
Der Essay lebt noch, doch diese Literaturform sollte frisch belebt werden, besonders in unserer heutigen zertrümmerten Welt. Abseits des Materialismus.
 
 
Anhang
 
Hinweis auf weitere Blog zum Thema Essay