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BLOG vom 15.03.2015


Wie es ist, in den Tag hinein zu leben? Sehr anstrengend
Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache,
Viersen/Westdeutschland
 
 
Heute lebe ich in den Tag hinein. Und auch wieder heraus.
 
Wie lebe ich denn sonst? Ich lebe, nicht hinein oder heraus. Tag und Nacht.
Tag für Tag, den ganzen Tag, tagsüber und nachtsüber. Nicht täglich, tageweise.
Über Tage, nicht Untertage (dort wo die Sonne nicht scheint, tief in der Erde).
 
Leben bedeutet immer auch, vor sich hin leben.
Nach sich hin leben.
Neben sich hin leben.
 
Hinter sich hin leben.
Ausser sich hin leben.
Ausserhalb leben oder innerhalb.
Aus dem Tag hinaus leben, bedeutet das, zu sterben?
Kann ich nicht leben?
Wenn ich nicht lebe, bin ich nicht, kann ich nicht den Tag leben,
bin ich ohne Leben.
 
Heute will ich nichts tun.
Kann man nichts tun? Ich lebe. Ist das nichts?
Ich atme. Ist das nichts?
Ich esse und trinke. Ist das nichts?
Ich kann nicht Nichts tun; ich kann nichts nicht tun.
Darf, soll, will, muss, möchte ich nichts tun?
Nein, nichts nicht, etwas nicht, nicht leblos.
 
Die Metapher: in den Tag hinein leben.
 
Die Bedeutung:
nichts Besonderes tun, unbekümmert sein, sorglos sein, herum gammeln.
 
„Gammeln“:
a) nach längerem Liegen nach und nach verderben, ungeniessbar werden,
b) ohne geregelte Arbeit und ohne Ansprüche ziellos seinen Tag verbringen,
c) bei der Arbeit trödeln, Zeit mit Nichtstun verbringen.
 
Verderbe ich nach längerem Liegen?
Werde ich zu „Gammelfleisch“ oder nur „gammelig“, also unordentlich, vernachlässigt?
Ich bin ungeniessbar, wenn ich länger liege.
 
Dann lieber ziellos trödeln!
Das mögen viele Besucher auf dem Floh- oder Trödelmarkt.
Sind sie gammelig? Leben sie in den Tag hinein?
 
Passiv leben!
Nicht von sich aus die Initiative ergreifen, abwarten.
Passivität aktiv (er-)leben – ist das „in den Tag hinein?“
Initiative bedeutet Entschlusskraft, etwas zu verändern.
 
Ich ergreife die Initiative, in den Tag hinein zu leben!
Bin ich danach noch initiativ? Ich besitze die Initiative!
 
„Du Glücklicher: Du kannst dir das erlauben!
Du darfst in den Tag hinein leben!
Du hast Geld!
Du hast keine Verpflichtungen!
Die bist in Rente oder in Pension.“
 
Aktiv in den Tag hinein leben!
Geniessen Sie das aktive Leben, nieder mit der Passivität!
 
Tue ich nichts Besonderes?
Was ist besonders, was nicht?
Ausdrücklich, mit Nachdruck, lebe ich in den Tag hinein!
Ich beurteile mich; ich verurteile mich nicht!
Wer behauptet, ich lebe in den Tag hinein, der kennt mich nicht!
Er richtet mich mit einem Vorurteil.
Er vorverurteilt mich!
 
Ich geniesse das Leben in den Tag hinein!
Ich geniesse es ausserordentlich, in den Tag hinein zu leben!
Gammelig!
 
Es ist ein aktiver Genuss, in den Tag hinein zu leben!
Gibt es den passiven Genuss?
Wenn ich passiv geniesse, geniesse ich das Nichtgeniessen!
Also ist es ein passiver Genuss, in den Tag hinein zu leben!
 
Ich lebe in den Tag hinein!
Nicht mehr und nicht weniger! In den ganzen Tag!
Heute! Nicht gestern!
Habe ich gestern nicht in den Tag hinein gelebt?
Gestern habe ich gelebt, nicht hinein und nicht heraus!
Und morgen?
Morgen stehe ich nicht auf! Morgen lasse ich den Tag einen Tag sein!
Soll er doch hinein und wieder heraus gehen!
Dann muss ich mich entspannen:
Ich habe den Vortag in den Tag hinein gelebt!
Was ist schwerer?
Ich habe mir die Erholung verdient!
Es ist aussergewöhnlich anstrengend, in den Tag hinein zu leben!
 
Oder etwa nicht?
 
Quelle:
 
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