Textatelier
BLOG vom: 18.05.2015

Poesie zum Mai: Wenn wieder alles kreucht und fleucht

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London 
 
Die Hummel
Durch die Hausflur brummte
Eine grosse Hummel hoch zu mir
Und bumste gegen das Fenster.
Hurtig sprang ich hoch,
Riss das Fenster auf.
Die Hummel brummte ins Freie
Und hinterliess mir diese Zeilen
Der Mückentanz
Der Mückenschwarm gaukelte
Zum Takt der Vivaldi Konzerte
Für festliche Gelegenheiten.
Mein Fenster war weit offen.
Gebannt sass ich in der Loge.
Gerne hätte ich mitgespielt
Auf meiner Geige, wie einst. 
Der Maikäfer
Auf dem Fenstersims lag
der Maikäfer auf dem Rücken,
Vom Licht verlockt zugeflogen.
Dort fand ich ihn frühmorgens
Erschöpft und ausgestrampelt.
Mein Zeigefinger erweckte ihn.
Der Farn wird ihn erquicken
Der Hirschkäfer
Zum Ausflug rüstet sich der Hirschkäfer
Und verlässt seine Kinderstube
Im morschen Holz, für ihn gestapelt.
Ein warmer Sommertag erwartet ihn.
Sein Flugstart scheitert immer wieder.
Aber sein Drang nach süssem Saft
Gewinnt, und er erreicht seine Schenke. 
Das Ameisenvolk
Die Ameisen kribbeln wieder flink,
Müssen der Königin ein Schloss bauen
Unter Blumentöpfen und Schiefer.
Die Arbeiter schleppen das Futter
Für sie und die faulen Männchen
Durch die unterirdischen Korridore.
Das Volk wartet, bis sie schwärmen. 
 
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