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BLOG vom 26.10.2016


Warum Barbara sich in Barmen verbarg

Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Viersen/Deutschland


Barbara ging barhäuptig und bar jeden Schmuckes einkaufen. Sie hatte vor, bar zu bezahlen, und sich am Bargeldautomaten mit dem notwendigen Baren versorgt, war sie doch der bargeldlosen Begleichung abgeneigt. Aber vorher wollte sie sich noch ihrem Friseur anvertrauen, der sich in altdeutscher Manier "Barbier" nannte, was sie immer an die von ihr gern gehörte Oper "Der Barbier von Sevilla" erinnerte.

Anschliessend war es für sie vorstellbar, sich einen Vorhang aus Barége zu kaufen, dieses scheinbar transparente Seidengewebe ist wunderbar einfach verarbeitbar.

Der Barbier sprach gern über seine Lieblingsfernsehsendungen wie "Bares für Rares", dort seien unschätzbare Werte präsentierbar und gegen Geld tauschbar. Aber auch die Krimireihe, die in Oxford spielt, mit Inspektor Barnaby, sah er sich gern an. Die Qualität sei unerreichbar, dennoch gut geniessbar, so schwärmte er.

Barbaras Grossmutter nannte sich noch "Freifrau", sie war mit einem Baron verheiratet, und hörte es gern, wenn man sie mit Frau Baronin ansprach. Manche glaubten ihr nicht, nahmen das aber für bare Münze hin. Noch als sie auf der Totenbahre aufgebahrt lag, redete man davon.

Dabei gab es in ihrer Familie sogar einen Barbesitzer, der mit seinen Bartstoppeln auffiel, denn er hatte einen enormen Haarwuchs. In seiner Bar liefen Bardamen barfüssig herum, und es tanzten Barbusige zu den Gesängen eines Barden. Die vorgetragenen und auch spielbaren Lieder waren mitsingbar und tanzbar, das erzeugte eine bärige Stimmung.

Der bärtige Barmann, der sich gern auch Barkeeper oder auf Englisch Bartender nannte und ansprechbar dafür war, legte Wert auf die Barschaft seiner Kunden und konnte schon einmal barsch werden, wenn diese nicht reichte. Einen Barscheck akzeptierte er nicht, wusste man doch nicht, ob er gedeckt war, da war er unbarmherzig. Wenn ein Barbesucher dann noch vom Barhocker fiel, konnte er sogar barbarisch werden und ihn barsch anschnauzen. Dem Gast blieb dann nichts anderes übrig, als sich zu verbarrikadieren, manche verbargen sich auch so lange er erregbar war, wirklich furchtbar.

Böse Zungen behaupteten, der Titel "Baron" sei nicht achtbar, und er habe ihn sich als Drogenbaron selbst zugelegt. Davon war dieser unmittelbar unbeeindruckt, diese Ansicht sei "bar jeder Vernunft" und seine Ahnen seien weiss Gott keine Baraber (bayrisch für Spitzbuben, aber auch für ungebildete und primitive Personen) gewesen, denn seit der Barockzeit gebe es den Titel schon. Das sei unbestreitbar.

Es ist jedenfalls ein schöner Gedanke, dass ein Baron Barbesitzer ist, bedeutet das Wort "bar" doch ursprünglich die Fähigkeit, etwas zu tragen. Die Bar erinnere ihn an "gebären", sie mache das Leben ertragbar und unverwechselbar, und das sei auch daran erkennbar, dass die Barfrau ein strammes Baby gebar. Sie war fruchtbar! Wenn das nicht ein passendes Gebaren offenbarte!! Dennoch, das Vorurteil war unausrottbar und die Menschen unbelehrbar.

Übrigens: der Preis für das Barbieren war nicht verhandelbar, aber dafür bezahlbar! Der Barbier lud sie eines Tages in eine Bierbar ein, sie schlug vor, statt dessen in eine Milchbar oder eine Snackbar zu gehen, sie musste herausfinden, ob er vertraubar war. Das Essen sei dort geniessbar. Er wollte sie sogar mit auf eine Reise nach Bari nehmen, fragte aber, ob für sie stattdessen Barcelona ein bisher unerreichbares Ziel gewesen war.

Obwohl das wunderbar und unsagbar schön sein würde, nahm sie das Angebot aber nicht für bare Münze! Vielleicht wollte er nur testen, wie verführbar sie war! Das war für sie ablehnbar, denn solche Geschichten haben einen langen Bart! Glücklicherweise ging er wegen der Absage nicht auf die Barrikaden und barhäuptig von dannen, sann aber doch auf spürbare Rache.

Sie entschied sich offenbar gegen ihn und verbarg sich in Barmen!

 


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