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BLOG vom 17.12.2016


Zauberhaftes Gersbach mit fantastischem Alpenblick

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Blick über das Nebelmeer zu den Alpen
 

Im Tal herrschte Nebel. Aus diesem Grunde planten wir am 07. 12. und am 14.12.2016  Wanderungen in der Umgebung von Gersbach. Das zauberhaft gelegene Dorf liegt zwischen 800 und 1170 Meter ü. d. M. Und hier war von Nebel nichts zu sehen. Was wir hier oben sahen, verschlug uns fast den Atem. Wir blickten über ein Nebelmeer auf die Schweizer Alpen. Wir sahen das „Dreigestirn“ Eiger, Mönch und Jungfrau. Den besten Blick hat man vom Naturfreundehaus, in der Nähe von Schlechtbach und auch auf dem Panoramaweg oberhalb von Gersbach. Da kam jeder von uns ins Schwärmen, und ich dachte mir: „Warum in die Ferne schweifen, liegt das Schöne doch so nah.“ Ich hoffe nur, dass die auf dem Glaserkopf oberhalb Hasel/Glashütten geplanten 5 Windkraftanlagen die Fernsicht nicht trüben wird. Die Windkraftanlagen würden nämlich genau in Blickrichtung zur Alpenkette liegen.

Die höchste Erhebung von Gersbach ist der Rohrenkopf (1170 m). Dieser Berg hat heute eine Besonderheit zu bieten, nämlich 3 Windkraftanalagen. Auf dem unweit davon befindlichen Bergkopf und dem Dietenschwander Kopf sind 2 weitere Anlagen schon installiert. Es gab im Vorfeld hitzige Diskussionen, da sich der Windpark unweit des Dorfes befindet. Die Bewohner waren der Ansicht, der Rotmilan* würde durch die Rotoren gefährdet, es käme zu einer Verschandelung der Landschaft und sie befürchteten einen Rückgang der Touristen. Zurzeit gibt es aber einen Windpark-Tourismus.

Das Golddorf
Bevor ich kurz auf die Wanderungen eingehe, noch einiges über den staatlich anerkannten Erholungsort Gersbach. Dieser Ort, der zu Schopfheim gehört, ist touristisch gut erschlossen. Vorrangiges Entwicklungsziel ist ein sanfter Tourismus.

Die Dorfgemeinschaft hat im Jahre 2004 beim bundesweiten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – es soll noch schöner werden“ teilgenommen. Unter 4708 Dörfern erreichte Gersbach in der Wettbewerbsgeschichte die höchste Punktzahl und wurde mit Gold ausgezeichnet.

Hier schufen die Bauern mit einer Terrassierung der Wiesen und Weiden im Laufe der Jahrhunderte eine einzigartige Kulturlandschaft, für deren Offenhaltung Gersbach grosse Anstrengungen unternimmt.

Gersbach hat einige touristische Attraktionen zu bieten. Auf dem Rinderlehrpfad erfährt der Interessierte auf 12 Tafeln alles über die Kuh und ihre Artverwandten. Man kann sich hier über die artgerechte Züchtung und Haltung von Rindern sowie deren Verwertung als Nahrungsmittel sehr gut informieren.
Das ist noch nicht alles. Wer Lust hat, kann auch den Dorfpfad oder den Kunst- und Skulpturenpfad begehen.

Weitere Attraktionen sind das Wald&Glas-Zentrum im Rathaus und die auf einer Anhöhe befindliche Barockschanze. Der Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (1655−1707) liess zwischen 1692 und 1701 ein rein defensives Befestigungssystem in Form von Schanzen über den gesamten Schwarzwald auf 200 km Länge errichten. Nahe der ehemaligen Schanze in Gersbach wurde die jetzige 2008 originalgetreu rekonstruiert (Sechseckschanze).

Auf Wikipedia wird auch die Direktvermarkung heimischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse hervorgehoben. Wir kaufen regelmässig im Frischmarkt Hieber in Schopfheim Fleisch, Wurst und Käse von Gersbach.  Käse aus Milch wird in der Chäs-Chuchi produziert.

Unser Touren zum Windpark
Unser Wanderführer Toni von Lörrach hat die folgenden Touren ausgearbeitet:
Wanderung Nr. 1 am 07.12.2016: Parkplatz Sandwürfe bei Schlechtbach – Tannenkopf – Lapphütte – Gersbacher Hörnle – Parkplatz Schwellen und zurück.
2,5 Stunden. Teilweise ging es steil bergauf.

 


Weidbuche am Panoramaweg
 

Wanderung Nr. 2 am 14.12.2016: Parkplatz Gersbacher Hörnle/Schwellen – Panoramaweg – Evangelisches Jugendheim – an den neuen Windanlagen vorbei und zurück.
Wanderzeit: 2 Stunden, kaum Höhen.

Die interessanteste Wanderung war die zweite. Wir wanderten auf dem Panoramaweg, der teilweise auch der Rinderlehrpfad ist, entlang, genossen die herrliche Aussicht auf den südlichen Schwarzwald und die Schweizer Alpenkette.

 


Blick auf den Rohrenkopf
 

Dann ging es auf einem breit angelegten Waldweg (dieser und andere mussten so dimensioniert sein, damit die Schwertransporte zu den Windanlagen fahren konnten) an 3 Windräder auf dem Rohrenkopf vorbei. Da wurde einem bewusst, wie riesig die Anlagen sind. Bis zur Nabe erreichen die Windkraftanlagen eine Höhe von maximal 149 Meter und mit der Rotorblattspitze 206,5 Meter. Die grosse Höhe musste gewählt werden, da in diesem Bereich der Wind stärker weht.
Wie in der „Badischen Zeitung“ vom 09.12.2016 zu lesen war, dürften bis zum Jahreswechsel in Baden-Württemberg mehr als 100 Windturbinen mit einer Leistung von 300 Megawatt neu in Betrieb sein.
Wenn alle 5 Gersbacher Anlagen laufen, liefern sie 35 bis 45 Millionen Kilowattstunden, was dem Stromverbrauch von 15 000 Privathaushalten entspricht.

Nach den sehr interessanten Wanderungen mussten wir unseren Hunger und Durst stillen. Wir kehrten in das von der Kräuterpädagogin Helena R. Schmidt geführten „Café zur Kräuterwirtin“ in Gersbach ein.
Vom Café aus konnte ich noch eine schöne Aufnahme vom Rohrenkopf, der von der Nachmittagssonne zauberhaft rosarot angestrahlt wurde, machen.

 

* Der Ortschaftsrat Gersbach fordert weiter ein Rotmilan-Monitoring, weil das Gutachten zum Thema Rotmilan darin teilweise nicht richtig interpretiert wird.

 

Internet
www.cafezurkraeuterwirtin.de
www.schopfheim.de/326
https://de.wikipedia.org
www.sbo.de/gersbach

Zeitschriftenartikel
Hönig, André: „Kurz vor dem Höhepunkt“, „Badische Zeitung“ vom 25.11.2016.
Köpke, Ralf; Rüskamp, Wulf: „Südwesten macht viel Wind“, „Badische Zeitung“ vom 09.12.2016.

Blog von Heinz Scholz
28.07.2008: Frank Hiepe: Ein versierter Kenner der einheimischen Flora
(Blog über eine Kräuterführung)

 


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