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BLOG vom 01.07.2018


Heilpflanzen-Schaugarten von A. Vogel in Teufen

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Schaugarten und Gebäude auf dem Hätschen
 

Schon lange wollte ich einmal den A. Vogel Heilpflanzen-Schaugarten und das A. Vogel Gesundheitszentrum am Hätschen bei Teufen besuchen.

Ich wusste, dass der Schaugarten mit dem Gesundheitszentrum (inkl. A. Vogel Museum, Verlag A. Vogel) einen exzellenten Ruf hat. Zudem wollte ich als Autor die Redakteurin Andrea Pauli und den Verlagsleiter Clemens Umbricht kennenlernen. Auch wurde mir eine fachkundliche Führung durch den Schaugarten angeboten. Das liess ich mir nicht zweimal sagen. Am 20.06.2018 fuhr ich mit dem Zug und Bus zur Bahnstation Teufen. Freundlicherweise übersandte mir Clemens Umbricht noch eine Beschreibung zur Anreise. Vom Bahnhof Teufen wanderte ich innert 20 Minuten hinauf zum Hätschen. Der Anstieg bei einer Temperatur um die 30 °C und einer Steigung von 24 % ging es langsam voran. Bei dieser Gelegenheit dachte ich an den sportlichen Alfred Vogel, der damals ungefähr so alt war wie ich heute. Beim Schifahren in den Schweizer Alpen wanderte er mit fellbesetzten Schiern auf die Anhöhen und sauste dann ins Tal. Die jungen Leute dagegen fuhren mit der Seilbahn hoch. Bei meinem Aufstieg hatte ich während kleiner Pausen die Gelegenheit das herrliche Panorama des Alpsteins (Säntisgebirge) und die sanften grünen Hügel des Appenzellerlandes zu bewundern und zu fotografieren.

Nach einer Besprechung mit Andrea Pauli und Clemens Umbricht und der kurzen Besichtigung der historischen Schreibstube von Alfred Vogel, zog es mich vor der Besichtigung in den Heilkräutergarten mit seinen 120 verschiedenen Heil- und Küchenkräuter sowie alten Obstsorten.

 


Denkmal von Alfred Vogel
 

Aus dem Leben eines Pioniers
Am Eingang zum Schaugarten in der Nähe der Bronzestatue von Alfred Vogel (1902-1996) begrüsste Anita Tobler die 24 Gäste. Sie gab zunächst wichtige Fakten aus dem Leben von Alfred Vogel bekannt. So erfuhren die Teilnehmer Interessantes über den Naturarzt, Pflanzenheilkundigen, Ernährungstherapeuten, Forschungsreisenden und Bestseller-Autor und Firmengründer der Bioforce in Roggwil. Er war ein Menschenfreund, Pionier und entwickelte schon sehr früh die Liebe zur Natur.
In den dreissiger Jahren kaufte A. Vogel das Grundstück Hätschen mit einem Gebäude. Hier führte er zusammen mit seiner Frau Sophie ein Kur- und Kinderheim. Für seine Gäste baute er Heilpflanzen, Obst und Gemüse an. Er orientierte sich schon damals für den biologischen Landbau. Seine Devise war, dass die beste Heilkraft aus Frischpflanzen zu erwarten ist. Er etablierte in der Schweiz die Herstellung von Frischpflanzenauszügen. Es entstand eine kleine Produktion in Teufen am Hätschen. Da die Präparate immer weitere Verbreitung fanden, gründete er 1955 die „Bioforce GmbH“ und 1963 die „Bioforce AG“ in Roggwil/Thurgau.

Alfred Vogel war auch als Weltreisender unterwegs. Ein Höhepunkt seiner Reisen war, als er den Häuptling der Oglalla-Lakota-Indianer, Black Eagle, kennenlernte. Von ihm erhielt er den Samen von Echinacea. Vogel säte diese aus und er erntete zum ersten Mal in der Schweiz grössere Mengen dieser Pflanze. Die Echinacea ist ein ausgezeichnetes immunstärkendes Mittel.
Persönlich lernte ich Alfred Vogel am 2.Weltkongress der Naturheilkunde 1976 in Biel (Schweiz) und an der NATURA ´79 in Basel kennen. Alfred Vogel war ein Mensch mit einer hohen ethischen Einstellung. Sein warmes, menschenfreundliches Wesen wird mir unvergessen bleiben.

 


Anita Tobler und Gäste
 

Parakresse. Ginkgo im Schaugarten
Nach den einführenden Worten von Anita Tobler ging es in den Schaugarten.
„Hier dürfen Sie an den Blättern der Heilpflanzen riechen, fühlen und kosten“, betonte unsere Leiterin. Nun zunächst konnte ich den herrlichen Duft des Lavendels einsaugen, später auch an den Blättern von Melisse und Pfefferminze riechen.

 „Nehmen Sie einmal ein Blatt dieser Pflanze und kauen sie“, forderte Frau Tobler uns auf. Als ich einen Teil eines Blattes bedächtig kaute, verspürte ich ein Gefühl als hätte ich ein Brausepulver im Munde. Der Speichelfluss wurde verstärkt und die Zungenspitze leicht betäubt. Nach einigen Minuten liess die Wirkung nach. Danach erfuhren wir, dass es sich hier um die Parakresse (Spilanthes oleracea L.) handelte. Ein Extrakt dieser Pflanze ist mit anderen Kräutern im Dentaforce Kräuter Mundwasser enthalten.

Für Gäste sind die aufwändig gestalteten grossen Schautafeln und die kleinen Tafeln mit den Pflanzenbezeichnungen mit Präparatehinweisen gute Informationsquellen.
In der Nähe der Parakresse war ein Ginkgo-Bäumchen zu sehen. Anita Tobler wies darauf hin, dass die Ginkgo-Bäume ein stolzes Alter erreichen und sogar die Atombombenabwürfe in Japan überlebt haben. Die Samen haben in der verseuchten Erde wieder ausgetrieben.
Ginkgo biloba dient zur Linderung der Beschwerden bei Symptomen wie Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit und Merkschwäche.

In einem Hochbeet wuchsen 12 aromatischen Kräuter- und Gemüsepflanzen heran. Diese werden zusammen mit reinem Meersalz gemischt und schonend weiterverarbeitet. Durch die erntefrische Verarbeitung und die aromaschonende Vakuumtrocknung bleibt der intensive Kräutergeschmack im Kräutersalz Herbamare voll erhalten.

Süsses und Bitteres
Im Garten sahen wir eine ganze Palette der wichtigsten Heilpflanzen. So erblickten wir das Süsskraut (Stevia), den Thymian, Baldrian, das Johanniskraut, die Echinacea (leider waren erst 3 Blüten zu sehen. Die Vollblüte war erst in 2 Wochen zu erwarten), den Grünen Hafer, Weissdorn und die Artischocke. Auch hier konnten wir eine Verkostung der Blätter vornehmen. Wir spürten die Bitterstoffe der Artischocke. Unsere Heilkräuterexpertin bedauerte, dass heute die Bitterstoffe aus unseren Gemüsen herausgezüchtet wurden, weil viele diese Stoffe nicht mögen. „Dabei sind die Bitterstoffe sehr heilsam“, betonte Anita Tobler. Sie verwies dann auf ein Präparat mit Artischockenkraut, Löwenzahnwurzeln, Boldoblättern und Pfefferminze (Boldocynara-Leber-Galle-Tropfen), das zur Anregung der Galleproduktion in der Leber bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Druckgefühl im Magen und Völlegefühl angewandt wird.

Nach der Begehung im Schaugarten hatte Anita Tobler etwas ganz anderes in petto. Jeder konnte aus Blüten und Kräutern ein Kräuteröl herstellen. In den leeren Flaschen wurden Pfefferkörner und Kräuter eingefüllt und dann mit Olivenöl aufgefüllt. Das selbst hergestellt Öl konnte jeder mit nach Hause nehmen.
Bevor ich Frau Tobler fragen konnte, wie viele Gärtner für die Pflege des Schaugartens zuständig sind, kam mir ein freundlicher Mann oberhalb des Gemüsegartens entgegen. Er stellte sich als Heinz Roth vor und äusserte, er wäre der einzige Gärtner hier. Ich kann mir vorstellen, welch grosses Arbeitspensum er leisten muss, um den Garten zu hegen und zu pflegen.

Alte Extraktionsgeräte im Museum
Nach der Besichtigung des Gemüsegartens und die Nascherei an reifen Kirschen, die an einem Kirschenbaum in voller Pracht hingen, war der Besuch des A.Vogel-Museums angesagt. Hier wurden Maschinen und Geräte, mit denen Alfred Vogel zwischen 1935 und 1993 arbeitete, präsentiert. Besonders fielen mir 2 Vakuumanlagen in Kesselform auf. In einem Kessel wurden verschiedene Hustensirupe hergestellt. Zunächst wurde eine Sirupgrundlage, die aus Honig, Birnendicksaft und Rohzucker bestand, fabriziert. Das Vakuum ermöglichte, dass man bei niedrigen Temperaturen die Sirupgrundlage eindicken konnte. Danach wurde der frischen Saft der Fichtensprossen, Meerrettich-, Spitzwegerich- oder Sonnentautinktur zugefügt. Heute haben die Präparate eine etwas andere Zusammensetzung (z. B. Extrakte aus Rottannenknospen, Sonnentau und Efeu in Drosinula Bronchial-Sirup).

„Hier sehen Sie Alfred Vogel in Originalgrösse“, sagte unser Expertin. Es war eine Fotografie von Alfred Vogel auf Pappkarton. Kaum erwähnt, stelle sich eine Besucherin neben ihn und lächelte in die Kamera.

Und was wurde uns noch geboten? Erstens einen 7-minütigen Film über Alfred Vogel und die Ernte und Verarbeitung von Heilpflanzen bei Bioforce. Danach erhielten die Teilnehmer einen Drink (Balance Basen-Drink). Nach der Stärkung folgten Einkäufe im A.Vogel Shop.

Die Gäste waren überrascht, dass ihnen auch ein Geschenk überreicht wurde. In einer sehr schön von Hand gefertigten Tragetasche mit der Aufschrift „Pflanzliche Arzneimittel aus der frischen Kraft der Natur“ entdeckten wir die folgenden Produkte: Kräutersalz Herbamare Spicy, Santasapina (Husten-Bonbons), Echinacea purpurea Samen, Ausgaben der „Gesundheits Nachrichten“ und diverse Prospekte.

Der Heilpflanzen Schaugarten auf dem Hätschen war eine Wucht. In 1000 m Höhe sahen wir einen der schönsten und interessantesten Heilpflanzengarten weit und breit. Er ist in der Tat ein Erlebnisgarten. Anita Tobler sei Dank für die exzellente Führung. Auch sie hatte ein Lob parat. Sie war über den Wissensdurst der Gäste an Heilpflanzen sehr erfreut.
Den Schaugarten kann man übrigens jederzeit und ohne Anmeldung besuchen.

Internet
www.avogel.ch
www.verlag-avogel.ch
www.gesundheits-nachrichten.ch
www.stuebers.de

 


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