Startseite 
Kontakt  °  Inhaltsübersicht  
Seite weiterempfehlen
     December 14, 2019 15:35 CET
 


Schlossportal
 Kundeneingang

 
 
BLOGs nach Datum sortiert Alle BLOGS zum Zurückblättern
BLOG vom 02.08.2019


BUND-Exkursion: Auf den Spuren der Schmetterlinge

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Kaisermantel (Foto Elisabeth Faber)
 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Gewässerschutzverband Nordwestschweiz veranstalten in diesem Jahr das Erlebnisprogramm „Insekten – artenreich und unverzichtbar“. Es gibt Veranstaltungen beiderseits des Rheines in der Schweiz und in Deutschland. Jugendliche, Erwachsene, Familien und auch Kinder sind willkommen. Die Veranstalter vermitteln, welche Bedeutung Insekten für die Umwelt und den Menschen haben. Es werden auch Bedrohungen für Natur und Arten aufgezeigt. BUND: „Es geht raus auf Streuobstwiesen, in die Wälder, auf Äcker, Wiesen und Weiden, auf historische Spuren, in die Weingärten und an Flüsse und Bäche.“

Am 27. Juli 2019 luden Klaus Böttger und Ruth Noack vom BUND Schopfheim zu einer Schmetterlings-Exkursion in Schopfheim-Fahrnau ein. Da ich eine Einladung zu Mittag hatte, konnte ich den Treff um 13:50 Uhr an der Bahnhaltestelle Schlattholz nicht wahrnehmen. Ich wollte mich der Exkursion später anschliessen. Von Klaus Böttger erhielt ich die ungefähre Route mitgeteilt (die letzte Etappe war von der Schillerlinde ausgehend durch das Krattental geplant). Leider konnte ich die Gruppe nicht aufspüren und so machte ich mich allein auf den Weg ins Krattental. Hier konnte ich in aller Ruhe einige Schmetterlinge und eine besondere Libelle entdecken und fotografieren. Diese Schönheiten der Natur beschreibe ich hier kurz.

Kaisermantel mit Duftschuppenstreifen
Zunächst erblickte ich ein Zitronenfalter, der flink herumsauste. Hier war Geduld angesagt. Als dieser Nektar saugte, konnte ich ihn ablichten. Auch ein Kohlweissling und ein Kleiner Heufalter flatterten herum. Dann kam der erste Höhepunkt. Als ein Kaisermantel mir vor die Linse flatterte, drückte ich den Auslöser. Dann verfolgte ich ihn auf einer kurzen Wegstrecke und es gelangen mir mehrere Aufnahmen mittels Tele. Die Flügeloberseite war leuchtend orangebraun mit schwarzbraunen Streifen- und Punktfleckmuster. Es war ein männliches Exemplar. Das konnte ich erst zu Hause in einem Insektenbuch nachlesen. Männchen haben nämlich Duftschuppenstreifen auf der Oberseite. Mein Gedanke war, wo war das Weibchen? Weit und breit war keines zu sehen. Weibchen können auch in einer grünlich grauen Farbform auftreten. Beide Geschlechter haben auf der grünlichen Unterseite der Hinterflügel silbrige Schrägstreifen. Deshalb wird der Kaisermantel auch Silberstrich genannt.

 


Blauflügel-Prachtlibelle (Foto Heinz Scholz)
 

Eine Prachtlibelle in Blau
Dann sah ich etwas Blaues herumflattern. Ich verfolgte das Insekt mit Argusaugen. Es hielt sich nicht lange auf einem Ästchen auf.  Es handelte sich hier um eine Blauflügel-Prachtlibelle.  Mit etwas Geduld konnte ich zum ersten Mal diese mit meiner Lumix-Kamera per Tele aufnehmen. Und schon wieder hatte ich ein Männchen im Visier. Bei Männchen ist der ganze Flügel dunkel gefärbt und besitzt kein Flügelmal. Bei den Weibchen sind die Flügel bräunlich getönt, das Flügelmal ist weiss. Bei der Balz präsentiert das Männchen die leuchtend rote Unterseite seines Hinterleibs.

Zwei Fotos vom Heufalter und vom Kaisermantel sandte mir Elisabeth Faber von Freiburg für diese Publikation zu. Herzlichen Dank!

 


Kleiner Heufalter (Foto Elisabeth Faber).
 

Infos über den Weidenbohrer
Da sich dunkle Regenwolken ankündigten, ging ich flugs zur Schillerlinde zurück. Dort traf ich die Exkursionsgruppe. Klaus Böttger verzichtete auf die Wanderung durch das Krattental. Dann ging es bei leichtem Regen zum Ausgangspukt der Exkursion zurück. Klaus Böttger zeigte mir noch eine Besonderheit, die er in seinem Auto lagerte. Er präsentierte mir einige Puppen des Weidenbohrers, die er in seinem Garten unter einer Weide sammelte. Er berichtete mir, dass die 10 cm langen, rötlich gefärbten Raupen, fingerdicke Frassgänge im Holz verschiedener Laubbäume, insbesondere Weiden, bohren. Bis zum fertigen Falter benötigt der Weidenbohrer 2-4 Jahre.

Infos
www.bund.net/hochrhein („Projekte“)
E-Mail: bund.hochrhein@bund.net

Literatur
Bellmann, Heiko: „Welches Insekt ist das?“ (Kosmos-Naturführer), Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2017.
Helb, Matthias: „Insekten überlebensgroß“, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2016.
Reichholf-Riehm, Helgard: „Schmetterlinge“, Steinbachs Naturführer, Mosaik Verlag, München 1983.

 


*
*    *

Ihre Meinung dazu?

 
Nach oben  
Alle Blogs
Liste der bisher erschienenen Tagebuchblätter
Blogs nach Autoren
Blogs nach Autoren
Artikel nach Autoren
Wer was geschrieben hat
  Twitter
Wir sind auch auf Twitter, ebenso unsere Gedankensplitter
 
   
  © 2002-2017 Textatelier