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BLOG vom 26.07.2020


ALTES FOTOGERÄT in modernstem Einsatz - A-Minolta MD

Das Wieder-Nutzen der Minolta Rokkor MD-Objektive und Grundsätzliches

von Werner Eisenkopf, Runkel/D.



LeicaSL 500mmTELE MinoltaMD XG2
 

Die Einleitung zu dieser Blogreihe mit Fototechnik, begann schon im Vorjahr mit dem PROLOG: ALTES FOTOGERÄT in modernstem Einsatz (Prolog)

Wer diesen also noch nicht kennt, sollte vielleicht erst mal dort anfangen, weil da erst mal ein paar Grundlagen beschrieben und erklärt werden. Der Autor dieser Zeilen, war viele Jahre auch Volkshochschul-Dozent für Fotografie und Diaprojektion/Multivision.

Dieser heutige Blog geht um die heutige moderne (Wieder-)Nutzung der alten Spiegelreflex-Objektive von MINOLTA. Deren Bezeichnung ist ROKKOR MD, als Markenname. Vor diesen "MD" gab es die Vorgängeroptiken "MC" aber diese spielen hier mal keine Rolle. In den Jahren 1977/78, gab es zwar auch noch etwas deutsche Fototechnik aber diese war da im Kleinbildfilmbereich, schon ziemlich auf eine Art Exotendasein oder aber teure Luxustechnik (LEITZ/LEICA, Wetzlar) eingeschränkt. Lediglich die Mittelformatkameras von ROLLEI (Braunschweig), waren damals noch weitere rein deutsch gebaute Kameratechniken. Die ROLLEI SL 66, mit Objektiven von ZEISS, erlaubte damals als Besonderheit, sogar eine "Schärfedehnung nach Scheimpflug" ohne irgendwelches weiteres Zubehör. In der Schweiz gab es damals z.B. die SINAR als schweizer Kameratechnik, mit Filmplatten, als Konkurrenz zur deutschen LINHOF. Für SINAR und LINHOF, gab es entsprechende Objektive, meistens von der westdeutschen Firma Jos.SCHNEIDER in Bad Kreuznach/Nahe.

Schon damals wurde deutsche Fototechnik auch in Auslandswerken gebaut. Eine kompakte Kleinbild-Kamera von ROLLEI, die "S" mit einschiebbarem Objektiv, wurde im Rollei-Werk Singapur gebaut. Ein damals ganz besonderes Teleobjektiv von LEITZ, das APO-Telyt 2,8/180 war zunächst für die NASA konzipiert und wurde in einem kanadischen Werk von LEITZ gebaut. Dies hatte damals auch zollrechtliche Gründe und für die Versorgung des riesigen USA-Binnenmarktes.

In Deutschland aber teilten sich japanische Firmen den Kameramarkt weitgehend untereinander auf. Dies waren neben MINOLTA, dem hier dieser Artikel gewidmet ist, auch u.a. NIKON, CANON, PENTAX. Auch eine Kamera aus der DDR, die PRAKTIKA, wurde damals in der BRD verkauft, deren Zusammenbau teilweise in DDR-Gefängnissen, als Zwangsarbeit stattfand. Die Objektive der PRAKTIKA, waren damals von CARL-ZEISS-JENA. Diese darf man nicht verwechseln mit in der BRD gebauten Objektiven von CARL-ZEISS - West-Germany (Oberkochen), etwa für die schwedischen Mittelformatkameras (6x6) von HASSELBLAD aus Göteborg.

Der Autor dieser Zeilen, besaß 1978 eine schon umfangreiche Fotoausrüstung von MINOLTA und dazu weitere Optiken, mit dem MINOLTA-MD - Bajonett. So ein billiges 500er Teleobjektiv von EXAKTA. Es ist einfach für fast jeden älteren Fotografen, egal ob als Hobby oder Beruf, eine Art Nostalgie und gedankliches Wiedererleben schöner früheren Stunden, heute wieder mal mit solchen alten Geräten fotografieren zu können. Mit der spiegellosen LEICA SL (Typ 601) und entsprechenden Adaptern von NOVOFLEX, geht des auf modernste Weise, auf großem Chip und zudem auch als Videofilm bis zum 4K-Format. Auf dem folgenden Bild, kann man ein altes MINOLTA ROKKOR Normalobjektiv 50mm, vor einer analogen MINOLTA-Kamera sehen und daneben das billige 500er-Tele von EXAKTA. Es kostete damals nur  ca.150,- DM. Dagegen kosteten 500er Markenteles, oft das Zehnfache und mehr. Zoomobjektive waren damals auch noch teuer und wenig verbreitet, auch wegen viel geringerer Lichtstärke/Blendenöffnung.



EXAKTA 500mm XG2
 

All diese Minolta MD-Objektive, seit 1977, sind nun wieder nutzbar, wenn man sie via NOVOFLEX-Adapter vor die LEICA SL (oder auch einer anderen "spiegellosen SLR") ansteckt. Da man im Internet auch billigere Adapter findet, die aber alles samt aus China kommen und manchmal recht ungenaue Fräsungen haben, soll die Empfehlung hier einfach mal auf die absolut präzise, wie auch in Deutschland gefertigten Adapter der Firma NOVOFLEX (Memmingen) beschränkt bleiben. Hier sieht man den passenden Novoflex-Adapter, für den Anschluss der MD-Rokkore an die Leica SL.



NOVOFLEX LET-MIN-MD
 

Nun kann man also damit beinahe fotografisch arbeiten wie einst 1978 in Analogzeiten. Gerade im Gebrauchthandel und bei Ebay, werden oft wirklich noch besterhaltene gute Fotooptiken, unter Wert verramscht oder weggeworfen. Dabei haben diese Objektive oft ein aufwendiges Linsensystem und erlauben manche fotografischen Dinge und Lösungen, die kein Handy-Foto normalerweise bieten kann.



Minolta Rokkor MD 50mm LET-MIN-MD LeicaSLV2
 

Doch allein schon die Nostalgie, mit solchen Objektiven wieder mal zu fotografieren, nur eben diesmal nicht Dias oder Negative, sondern hochaufgelöste E-Fotos oder sogar Videoclips, ist irgendwie dann doch mal ein schönes Déjà-Vu-Erlebnis. Dazu kann man die technische-gestalterische Eleganz, früher sehr begehrter Geräte, mal wieder auf sich wirken lassen. Selbst die Riffelung des billigen Teleobjektivs, hat dann ihre eigene Ästhetik. Viel Spaß!



Exakta Tele Objektiv 8/500mm
 

(Diese kleine Blogreihe wird nach und nach fortgesetzt.)

 

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Bisherige Artikel vom Autor Werner Eisenkopf im Textatelier:

11.07.2020: Der deutsche "Kohleausstieg" und "dämliche" Pressegedanken (dpa)

23.12.2019: ALTES FOTOGERÄT in modernstem Einsatz (Prolog)
11.06.2019: Was ist ein "STAATSSTREICH IN ZEITLUPE"?
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