Textatelier
BLOG vom: 20.06.2022

Anekdote über das Tausendschön (Margrittli)

Autorin: Daniela Garozzo, Schopfheim D

 


Gänseblümchen
 

Als meine Tochter den Blog vom 23.05.2022 („Gänseblümchen: Tausendschön und Margrittli“) las, fiel ihr eine wunderschöne Anekdote ein, die sie hier wiedergibt.

Ein König ließ eines Tages einen wunderschönen Garten anpflanzen, in dem viele unterschiedliche Blumen und Bäume von außergewöhnlicher Schönheit wuchsen. Darauf befahl der König, dass der beste Gärtner des Landes sich um diesen Garten kümmern sollte, und ihn nach bestem Wissen und Gewissen pflegen sollte, egal was es kostet.

Nach einigen Monaten, kam der Gärtner ganz niedergeschlagen zum König und berichtete, dass er es sich nicht erklären kann, dass trotz der besten Pflege die Pflanzen anfangen zu sterben. Eine nach der anderen.

Darauf ging der König nun selber in den Garten, um nach dem Rechten zu sehen. Als er zu der Birke kam sprach er: „Warum bist du am Sterben?“ Da sagte die Birke: „Ich habe einen weißen Stamm und meine Äste hängen so herunter das gefällt mir überhaupt nicht, die Tanne neben mir hat so ein schönes Braun und so starke Nadeln, sie sieht so stark und kräftig aus. Deshalb möchte ich nicht mehr leben.“ Da ging der König zur Tanne und sprach: „Du bist doch so kräftig und schön, warum bist du am Sterben?“

Da sprach die Tanne: „Neben mir ist ein wunderschöner Apfelbaum der ist so schön anzusehen und trägt so leckere Früchte, das habe ich nicht. Deshalb möchte ich nicht mehr leben.“

Mit sehr schlechter Laune ging der König nun zum Apfelbaum und fragte diesen: „Du hast hast so schöne und besten Früchte, warum bist du am Sterben?“

Da antwortete das Apfelbäumchen: „Die Rosen neben mir sehen so königlich aus und duften unwahrscheinlich gut, sie übertreffen mich in allem, deshalb möchte ich nicht mehr leben.“ Der König war fassungslos und zornig, er sparte sich den Weg zur Rose und rief den Gärtner herbei und sagte, er solle alle Pflanzen auf den Misthaufen werfen.

Vor dem Misthaufen blieb der König wie erstarrt stehen, denn dort blühte ein Gänseblümchen mit aller Kraft, die es hatte und strahlte vor Lebensfreude. Da fragte der König ungläubig:

„Warum blühst du selbst in dieser schlechten Umgebung so wunderschön?“ Da sagte das Gänseblümchen: „Ich weiß, ich bin nur eine kleine Blume, habe keine Früchte und keine starken Zweige auch duften kann ich nicht sonderlich gut, aber wenn mein König mich hier gepflanzt hat, muss ich sehr wichtig sein.“

So ist es auch mit uns Menschen, Gott hat jeden von uns an eine andere Stelle gesetzt, in der wir unersetzlich sind und unsere Lebensfreude verteilen sollen.

 

Anmerkung: Die Anekdote hörte ich bei einem Vortrag. Der Verfasser ist mir nicht bekannt. Die hier präsentiere Geschichte habe ich aus meinem Gedächtnis mit eigenen Worten erzählt.

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