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BLOG vom 21.07.2005


Übel aus dem Osten, aus dem Westen nichts Neues

Autor: Emil Baschnonga

Unter dem Titel „Im Westen nichts Neues” veröffentlichte Erich Maria Remarque (geboren 1898 in Münster, gestorben 1970 in Locarno) einen Roman in der Ich-Form als Frontsoldat Paul Bäumler im 1. Weltkrieg. Dieses Werk gilt als Anklage gegen den Krieg und wurde ein Bestseller.

Ein 2. potentieller Titel könnte heissen: „Alles Übel kommt aus dem Osten“, namentlich von Al-Kaida, vom Islam, vom Terrorismus.

Uns wird ein verzerrtes Weltbild vorgespiegelt: einerseits die als gerecht eingestuften „Befreiungskriege“ in Afghanistan und im Irak, vom Westen angezettelt; anderseits die entwürdigende Behandlung der Insurgenten in der Bucht von Guantánamo (Guantánamo Bay). Diese sei nichts im Vergleich mit den öffentlichen Hinrichtungen von Unschuldsopfern seitens der Terroristen im Irak, rechtfertigen sich die westlichen „Befreier“. Die von Christen begangenen Schandtaten im Balkan seien nicht vergleichbar mit jenen, die unter dem Islam-Banner begangen worden sind, behaupten viele, die einseitige Standpunkte beziehen.

Anklage stösst auf Gegenanklage. Die Fronten verhärten sich. Die Blutopfer mehren sich. Die Achse des Teufels wächst in allen Richtungen hemmungslos und verästelt sich wie eine Schlingpflanze, in der wir verstrickt sind und langsam, aber sicher ersticken.

Kaum flackern schwach einige Hoffnungsschimmer auf (Afrika unter die G8 aufgenommen), werden sie ausgeblasen. Dies unterstreicht den Titel „Im Westen nichts Neues“.

Wer, wie ich, zum Kulturpessimismus neigt, muss hartnäckig versuchen, positive Ansätze zu finden, sie sogar für sich allein zu erfabeln oder, genauer gesagt, nachzuempfinden, wie es die grossen Erbauer und Weltmeister im Reich des Gedankenguts und der Künste dargelegt haben.

Wann bin ich zum letzten Mal dem Wort Humanismus begegnet? Lange ists her. So schaute ich im Netz nach und bin dabei auf die „Internationale Koalition für Humanismus” (IKH) gestossen. Wiewohl ich mich mit vielen Zielen der IKH identifizieren kann, deckt sich dieser „lebendige Humanismus“ doch nicht mit jenem, den ich einst im humanistischen Basel aufgeschnappt habe.

Mein Weg zur Lebenshilfe ist zugegeben ein Ausweg und weist gegen die Spitzweg-Idylle „Bücherwurm“ und „Der arme Poet“. „Romantik“ ist mein Elixier gegen die verrohte Welt, wie sie von so vielen Kleinmeistern zum Seelenheil verabreicht worden ist.

Dennoch wurmt es mich, dass ich gegen die bösen Drachen so machtlos bin und ich entmutigt die Feder weglege − wenigstens für heute. Ich ringe mich zum Nachsatz durch – Im Westen nichts Neues?

Jede Generation könnte die heile Welt erneut entdecken, wenn sie die dazu benötigte Musse und den Willen hätte. Die Vorbilder sind gegeben.

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