www.textatelier.com
 

 

 
 
 
Zurück zum vorherigen BLOG Zurück
BLOG vom: 20.03.2014

Ik liebe dir: Über die Liebe in den deutschen Sprachen

Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache, Viersen/Westdeutschland
 
Liebesbeteuerungen im deutschen Sprachgebiet: 
Ik liebe dir. - berlinerisch
Bisd scho mei gouds freggerla. – fränkisch.
Isch habb dich libb. – hessisch.
Ick heb di leev. – ostfriesisch.
Isch han dich lieb. – saarländisch.
Isch liebsch. – sächsisch.
I mog di ganz arg. – schwäbisch.
I lieb di. – bayrisch.
 
In Österreich:
I hob di vui liab. wienerisch.
I lieb di. – vorarlbergerisch.
 
In der Schweiz:
I liäbä di.- schweizerdeutsch
Ig liebe di. – berndeutsch.
 
Hinter der schweizerisch-französisch-deutschen Grenze:
Ich hoan di geer. – elsässisch.
 
Niederländisch: Ik hou van jou,
und in Friesland: Ik heef di liif. 
Alle Gedichte auf dieser Seite haben mit der deutschen Sprache zu tun. Es sind sehr alte, aber auch moderne Stücke. Sie sind von verschiedenen Autoren in Mundart verfasst, nur niederländisch ist eine Standardsprache. Sie finden einen mittelhochdeutschen, einen schweizerdeutschen, einen niederländischen, einen niederrheinischen, einen niederdeutschen und einen bayrischen Text. Das Thema ist die Liebe. Da Sie alle eine ganze Menge davon wissen und die eine oder andere Sprachvariante Ihnen nicht unbekannt ist, verzichte ich auf eine Übertragung ins Hochdeutsche. Lassen Sie die Ihnen fremden Worte auf sich wirken, erspüren Sie die Bedeutung und erfühlen Sie die Gefühle und Gedanken! 
Du bist min, ich bin din
des solt du gewiss sin.
du bist beslossen
in minem herzen,
verloren ist das slüsselin,
du muost immer drinne sin. 
Häsch mi gfange mit dim Lache
mit dir chamer soviel Blödsinn mache
will di immer a minerä siite ha
will di niä meh vo mir la gaa
dänn du bisch dä Ängel i miim Läbe
wo dur jedä Sturm mini Hand wird häbe.
 
Häsch mi gfange mit dinä Worte
mit dene vo dä romantische Sorte
mit dir chamer so guet diskutiäre
mit dir muss mer sich nüd blamiere
will d’kei Ahnig häsch vo de Wält
mit dir machts Spass underem Himmelszält.
 
Häsch mi gfange mit diner Liäbi
und nüd gnueg vo dine Küss kriegi
du bisch so einzigartig für mich
und genau darum liäb i dich
du seisch, dies Härz ghört nu mir allein
und drum gib ich miis gärn dir mit hei. 
De liefste man ben jij voor mij
de liefste die er is
toen ik aan jou mijn hart verloor
sloeg ik de plank niet mis.
 
Ik houd van je ogen en je haar
van het kuiltje in jou kin
maar’t is ook om je warme hart
da ik je zo bemin! 
Se frogde mech:
„Sägg, magste mech?“
Dor seit ech ihr:
„Jawess, minn Dier.“
 
Se frogde mech:
„Jefall ech Dech?“
Dor seit ech ihr:
„Och, ömmer miehr!“
 
Se frogde mech:
„Wann bützte mech?“
Ech kreeg die Dier,
Seit jarnix miehr.  
Dat du min Leevsten büst, dat du woll weesst.
Kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht, segg wo du heesst,
kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht, segg wo du heesst.

Kumm du üm Middernacht, kumm du Klock een!
Vader slöpt, Moder slöpt, ick slap aleen.
Vader slöpt, Moder slöpt, ick slap aleen.

Klopp an de Kammerdör, fat an de Klink!
Vader meent, Moder meent, dat deit de Wind.
Vader meent, Moder meent, dat deit de Wind. 
Loss mi gleim ba diar zuan huckn,
dass i dein Herz konn hearn,
loss mi di gonz föscht druckn,
weil i hon di jo so narrisch gearn.

Loss mi diar in die Augn schaugn,
i möcht dein Schnaufn olleweil hearn,
ba diar zuan tuats miar so viel taugn,
weil i hon di jo so narrisch gearn.
 
 
Quellen
http://www.infantologie.de/love/sprache.php?sprache=d
http://de.wikipedia.org/wiki/Dat_du_min_Leevsten_b%C3%BCst
http://www.e-stories.de/gedichte-lesen.phtml?165314
„Dat sie’e Ledsche“, Gedichte in rheinischer Mundart von Josef Brocker, hrsg. von Ursula Smits, geb, Brocker und Konrad Smits, Krefeld 1995.
           
Hinweis auf weitere Textatelier.com-Texte zur Sprache
Duzen, Ihrzen, Siezen, Applaudieren
Der „Saupreuss“ in Bayern
Am Anfang war das leere Blatt
Wie soll man denn schreiben?
Die Schönheit der Buchstaben
 
Blogs
13.03.2014: Ist die Taube taub? Humorvolle Tierkunde-Namensfragen
23.02.2014: Der Unterschied von Auslanddeutsch und Inlanddeutsch
16.01.2014: Aufs Wohlfühlen kommt's an, im Leben, in der Grammatik
09.01.2014: Irrealis – ein Kapitel Grammatik mit Musik und Poesie
02.01.2014: Diese Gedanken kenn’ ich: Die Phrasen des Eino Kennich
21.12.2013: Schweizerdeutsch, Hochdeutsch: So sprechen Schweizer
20.12.2013: Twittersprache: Stranguliert die 140-Zeichen-Beschränkung?
02.12.2013: Der inflationäre Gebrauch des einst stolzen Worts Freund
20.11.2013: Sprachbilder: Metaphern, Realität und hinduistisches Fest
13.11.2013: Was ist das: Sprache? Wörter mit Worten beschreiben
21.10.2013: Sein und haben: Sprachlicher Umgang mit Vergangenem
02.10.2013: Marcel Reich-Ranicki: Saftwurzel, Diktator der Literaturkritik
21.09.2013: Wenn Laute zu Sprache und Wörter verdoppelt werden
06.09.2013: Literaturkundige vor! Wer war’s? Erraten Sie den Autor!
24.08.2013: Der Zeitungsschreiber und sein Stil: miniaturisiert, banalisiert
25.06.2013: Deutsche Sprache: Fremdwörter, fremde Schreibweisen
19.05.2013: Sprachvergehen: Gedanken über das Kommen und Gehen
11.05.2013: Anfang: Das Lasso, mit dem man Leser einfangen will
15.01.2013: Sprache hinter Sprache: Das vergiftete Arbeitszeugnis
05.11.2012: Liederlich sein, nur nicht bei der deutschen Sprache!
01.11.2012: Was deutsch ist – untersucht an der deutschen Sprache
26.05.2012: Deutsche Sprache, schwere Sprache. Deutsch für Inder
01.12.2010: Anglizismen-Seuche: Verhunzung der deutschen Sprache
23.11.2010: Das? Der? Geschlecht von jungen Wörtern wie Blog, E-Mail
28.09.2010: Wir denken in Bildern, reden und schreiben aber Floskeln
19.08.2010: Das Korrektorensterben beschleunigt das Zeitungssterben
02.07.2010: Was heisst Zug? Uslegunge des namen kein zierliche find ich
15.02.2010: Steuerhinterziehung, Steuerbetrug und Spracheinebnung
24.08.2009: Sogenannt oder so genannt? Wer sozusagen die Wahl hat ...
15.12.2008: Eine Betrachtung: Zur Morphologie des Worts „Freiheit“
13.01.2008: Stichwort „Satz“: Aphoristisch angehauchte Einzeiler
15.11.2007: Abschiedsfeier in Zermatt: Macht des Worts und der Lieder
15.06.2007: Artenschutz für bedrohte Wörter: Vom Kleinod zum Schlüpfer
04.06.2007: Die unglaublich sprachbewanderten US-Touristen in Europa
28.04.2007: Lüpfiges: Traumhafter Sprachklang der Schweizer Dialekte
21.04.2007: Nach luftiger Schmetterlingsart Geschichten erzählen
10.01.2006: Wortgeschosse: World Cup auf Deutsch und Englisch
08.10.2006: Das „Wort zum Sonntag“: Mit der Schärfe des Schwerts
10.10.2006: Vom Nimbus, Timbre und unserem Verhältnis zum Wort
05.02.2006: Blogsprache: Von Blogbuster über Vlog bis zu Blogerati
23.09.2005: Zum Einklang zwischen Wort und Bild: Illustrierte Bücher
29.07.2005: Oft stört mich das Wort „verkaufen“
20.03.2005: Graffiti-Sprache: „Das ist Mist“ – „Why? I’m rubbish"
24.02.2005: Sterben deutschsprachige Schüler und das Deutsch aus?
24.02.2005: Andere Sprachen, andere Sitten und das Übersetzen
04.09.2004: Das Sprachkopieren als geistige Unterwerfung unter die USA
26.02.2005: Die unsägliche Mühe mit der Ich-Form
24.02.2005: Andere Sprachen, andere Sitten und das Übersetzen