Textatelier
BLOG vom: 22.08.2005

Der Pianomann: Ist das Rätsel jetzt wirklich gelöst?

Autor: Emil Baschnonga

Anscheinend hat der mysteriöse Pianomann, worüber ich in verschiedenen Blogs berichtet habe (am 17. 5. 2005; 18. 5. 2005 und 27. 7. 2005), seine Sprache wieder gefunden – auf Deutsch. Wie erinnerlich, wurde er im Mai 2005 „pflotschnass“ (vollkommen durchnässt) an der Küste bei Sheerness GB aufgelesen. Er zeichnete einen Flügel, spielte angeblich wunderbar klassische Musik, aber verweigerte jedes Wort. Eine Grossfahndung wurde eingeleitet, um seine Identität feststellen zu können. Umsonst. Trotz Hunderter von Zuschriften blieb er ein Geheimnis.

Er habe seine Stelle in Paris verloren, bekannte er neuerdings. Mit dem Eurostar habe er England erreicht, entschlossen, hier Selbstmord zu begehen. Sein Vater ist Bauer, und er selber hat 2 Schwestern und ist obendrein schwul. Mit seinen Pianokünsten soll es auch nicht so weit her sein, wie von der Presse ekstatisch gemeldet wurde. Er soll nur immerfort auf die gleichen Tasten gedrückt haben ...

Bezeichnenderweise habe er als Pfleger mit geistesgestörten Patienten gearbeitet und ihre Verhaltensweise imitiert.

Inzwischen wurde er aus der Pflege im Little Brook Hospital entlassen und ist nach Deutschland zurückgeflogen.

Die britischen Behörden überlegen sich gegenwärtig, ob sie ihn für den Verlust von Tausenden von Pfund anklagen sollen oder nicht. Eigentlich sollten sie froh sein, dass sie ihn losgeworden sind, statt ihn für immer pflegen und verpflegen zu müssen …

Ich traue dieser Geschichte noch immer nicht. Der Verdacht liegt nahe, dass er sich einen tollen Spass erlaubt hat – und für uns auch.

Vorderhand schliesse ich dieses Dossier. Provisorisch.

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