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BLOG vom 05.02.2006


Blogsprache: Von Blogbuster über Vlog bis zu Blogerati
Autor: Emil Baschnonga
 
Ein neues Vokabular ist rund um die Blogs entsprungen – vorwiegend auf Englisch. Viele dieser Ausdrücke werden nach und nach vom „Oxford Dictionary“ gierig aufgesogen.
 
Die vom Textatelier.com in der Rubrik Blogatelier veröffentlichten Blogs sind – wir sind uns alle einig – äusserst abwechslungsreich und aufschlussreich; sie stimmen teils nachdenklich, teils heiter. Brillant.
 
In diesem heutigen Blog sammle ich einige meiner Gedanken zum Thema Blog, und ich erkläre zuerst den etwas eigenartigen Titel.
 
Das Wort „Blockbuster“ kann mit Bombenerfolg eingedeutscht werden. „Blockbuster“ bezieht sich auf Filme oder Theaterstücke, die einen Riesenbeifall finden. Unter Büchern finden sich die Bestseller (die Bibel zum Beispiel), ein Wort, das längst bei uns heimisch geworden ist.
 
Aus „Blockbuster“ habe ich mit „Blogbuster“ meinen eigenen Beitrag zur Bereicherung der Blogsprache abgeleitet. Das Blogatelier ist ein „Blogbuster“! Der Erfolg hat eingeschlagen.
 
Weltweit werden Blogs geschrieben. Bei weitem nicht alle sind lesenswert. Die meistens Blogger triumphieren mit einem erbärmlichen Ich im Netz auf, aufgebläht von der eigenen Nichtigkeit. Sie schreiben Nieten und leiden, um ein neues Blogwort aufzugreifen, an „Blogstipation“. Damit ist der Blogger gemeint, der nichts auf der Platte hat und nichts zum „Blöken“ findet.
 
Als „Moblog“ wird eine Blogsammlung bezeichnet, die auf dem Handy mit Text und Bild gespeichert wird. „Mob“ = Meute oder Gesindel. Die Definition liegt auf der Hand.
 
„Vlog“ tut desgleichen mit Videowiedergabe. Blogs schleichen und nisten sich in alle Medienkanäle ein.
 
„Bleg“ sind Blogs als Bettelbriefe. Der Blogger schreibt und schreit um Hilfe. Diese Kurzform kommt vom Wort „begging“ = betteln.
 
Wer als „Blogerati“ auftritt, reiht sich unter die Blog-Intellektuellen ein, was dem Grössenwahn gleichkommt, es sei denn ein Aussenstehender schlage sie zum intellektuellen Ritter.
 
Wer ist ein „Blurker“? Einer, der fortzu Blogs liest, doch nie einen Kommentar abgibt.
 
Warum ist „blogging“ so populär geworden? Laut Aussagen von Psychologen sollen Blogger glücklicher als Nichtblogger sein. Sie beziehen ihr Blog-Forum wie der Pfarrer seine Kanzel. Sie wollen sich ausdrücken und erst noch den Segen erteilen.
 
Zuletzt wurde in einer On-line-Erhebung festgestellt, dass sich der Blogger vom Alltagsstress befreit, wenn er seinen „Tagebuch-Raum“ nach Arbeitsschluss aufsucht.
 
Ein alter Kamera-Slogan: „Wer photographiert hat mehr vom Leben“ kann jetzt heissen: „Wer blogt hat mehr vom Leben." Das ist auch meine Meinung. Und welches ist die Ihre?
 
Bitte seien Sie kein „Blurker“. Geben Sie bitte Ihre Meinung dazu ab!
 
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