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BLOG vom: 08.02.2026

Bad Säckingen: Eine der schönsten Städte Europas

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

 

Die erste Wanderung im neuen Jahr organisierte Wanderfreund Claus aus Wehr am 13. Januar 2026. Ziel war Bad Säckingen am Rhein. Im Rahmen des europaweiten Wettbewerbs Entente Florale Europe wurde Bad Säckingen am 13. September 2003 zu einer der fünf schönsten Städte Europas gekürt. Die Jury war besonders von der besonderen Lage am Rhein, den herrlichen Parkanlagen und der malerischen Altstadt begeistert.

Bad Säckingen wird immer mit dem Versepos „Der Trompeter von Säckingen“ und dem historischen Roman „Ekkehard“ von Joseph Victor von Scheffel (1826-1886) in Verbindung gebracht. Auf unserer Wanderung durch die Altstadt sahen wir etliche Trompeterfiguren. Übrigens feiert die Stadt den 200. Geburtstag von Scheffel im Jahre 2026.

Als Wanderfotograf werde ich einige der prächtigen Sehenswürdigkeiten im Rahmen eines Foto-Blogs vorstellen.
Kaum waren wir auf dem Rheinuferweg, da umwehte uns ein kühler Wind. Es war der aus dem Fricktal kommende Südostwind. Er wird auch Möhlin-Jet genannt.

 


Diebsturm
 

Diebsturm
Auf dem Rheinuferweg sahen wir zunächst den Diebsturm. Da wurden wir neugierig. Wie entstand der Name?  Er leitet sich von seiner früheren Funktion oder Verlies für Diebe und andere Übeltäter ab. So war es im Internet zu lesen. Die Stadtarchivarin Dr. Eveline Klein erwähnte, dass die Namensherkunft noch nicht eindeutig geklärt ist. Sie gab mir die folgenden Infos zum Turm: „Der Diebsturm war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung Säckingens. Im 19. Jahrhundert war er sehr baufällig, und die Stadt hatte kein Geld ihn zu sanieren. So schenkte sie den Turm 1863 dem damaligen Besitzer des Schlosses Schönau, dem Fabrikanten Theodor Bally. Bally gestaltete den Turm nach seinen Vorstellungen um und gab ihm Wesentlichen sein heutiges Erscheinungsbild.“

 


Holzbrücke
 

Historische Brücke
Dann sahen wir schon in der Ferne die 450 Jahre alte Holzbrücke. Es ist die längste gedeckte Holzbrücke Europas. Diese wurde 1979 für den Autoverkehr gesperrt. Ich kann mich noch gut an die Fahrten über die holprigen Holzbohlen erinnern. Wir fuhren damals zu Migros in Stein im Kanton Aargau.
Aktuell ist die linke Brückenhälfte abgesperrt. Das historische Bauwerk wird erneut geprüft. Möglicherweise muss es saniert werden.
Wir gingen bis zur Mitte der Brücke. In einer Nische informierten wir uns über die Geschichte des Bauwerks und sahen historische Fotos. In der Mitte der schön gestalteten Nische ist der Landesgrenzstein von 1810 ausgestellt.

 


Gallusturm
 

Ein Wehrturm
Von der Holzbrücke ausgehend wanderten wir weiter und erreichten den Gallusturm. Er wurde 1343 als Wehrturm und als Wellenbrecher erstellt. Die Innenstadt wurde damals mehrmals von Hochwassern heimgesucht. An einer Stelle war eine Hochwassermarke angebracht. Sie befindet sich einige Meter über dem Rheinuferweg.
Von hier aus hatten wir einen Blick auf das Rheinkraftwerk. Das Flusskraftwerk im Hochrhein befindet sich zwischen Bad Säckingen und der Gemeinde Stein im Schweizer Kanton Aargau.

 


Fuchshöhle
 

Malerische Altstadt
Nach einer Stunde verliessen wir die Rheinpromenade und bummelten durch die vielfach gepriesene Altstadt. Wahrzeichen der Stadt ist das St. Fridolinsmünster, das dem heiligen Fridolin von Säckingen gewidmet ist. Die Kirche wurde im romanischen Stil gebaut und nach einem Brand im gotischen Stil wieder errichtet und im 17. Und 18. Jahrhundert mit Elementen des Barocks erneuert. Wir gingen in die Kirche und waren von der barocken Pracht überwältigt. Nach einer kurzen Pause auf einer Bank im Kirchenschiff ging es weiter. Auf dem Münsterplatz bewunderten wir die Fassade der Gaststätte „Fuchshöhle“. Die auffällige und attraktive Fassadenmalerei wurde kurz nach 1900 geschaffen. Es sollen Szenen aus der Geschichte Säckingens und aus Scheffels „Trompeter“ sein.

Dann gingen wir durch den Schlosspark um das Schloss Schönau. An der Aussenfassade des Schlosses sahen wir die vom Bildhauer Heinrich Ruff 1876 geschaffene Trompeterfigur.

 


Friedolinsmünster
 


Barocke Pracht
 

Schoss Schönau
Dr. Eveline Klein gab mir die folgenden sehr gute Infos zum Schloss Schönau:
„Das Schloss Schönau hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Lange Zeit war es der Sitz der Freiherren von Schönau-Öschgen. Aus dieser Familie stammte auch Maria Ursula von Schönau, die historische Vorlage für die adlige Margarete in Scheffels „Trompeter von Säckingen“. Um 1760 ging das Anwesen in bürgerliche Hände über, und zu Zeiten Scheffels, um 1850, befanden sich im Garten eine Sommerwirtschaft und eine Kegelbahn. 1928 kaufte die Stadt Säckingen das Schloss. Heute beherbergt es das Hochrheinmuseum, das Trompetenmuseum, die Scheffelräume und einen schönen Saal für Veranstaltungen.“
Nach den interessanten und schönen Eindrücken, die wir in der Altstadt erlebten, wanderten wir in einem gemütlichen Wanderschritt auf der Rheinpromenade zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Gerlinde Polatschek aus Murg (eine ehemalige Arbeitskollegin vom Autor), die oft zum Einkaufen in die Stadt kommt, hatte lobende Worte: „Du hast Bad Säckingen mit seiner liebenswürdigen Seite für Dich entdeckt. Ja Bad Säckingen hat schon einen gewissen Charme.“

Wichtiger Hinweis: Dr. Eveline Klein hat das bemerkenswerte Buch „Zeitfenster Heimat – 100 Jahre Heimatmuseum Bad Säckingen“ verfasst. Das Werk ist im Buchhandel, im Tourismusbüro, im Onlineshop und im Schloss Schönau erhältlich. Die Autorin ist als Stadtarchivarin in Bad Säckingen tätig. Für die Durchsicht des Manuskriptes und die Ergänzungen ein herzliches Dankeschön.

 

Infos im Internet
www.badsaeckingen.de
www.museum.de/bad-sackingen.html
www.badsaeckingen.de/schloss-schoenau

 

 

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