BLOG vom: 18.09.2013
D-Wahlkampf: Im Wesentlichen aufs Unwesentliche gerichtet
Autor: Martin Eitel, Wissenschaftspublizist, Berlin
Die Tatsache, dass im deutschen Bundestagswahlkampf 2013 das Foto des Kandidaten Peer Steinbrück mit dem ausgestreckten Mittelfinger für grosse Aufmerksamkeit sorgt (Blog vom 16.09.2013), zeigt eindrucksvoll, dass sich der Wahlkampf im Wesentlichen auf unwichtige Nebenkriegsschauplätze konzentriert. Wichtige (unterlassene und umgesetzte) Entscheidungen des Kandidaten, die zu erheblichen finanziellen Belastungen für den Steuerzahler beigetragen haben, werden in den Konzernmedien nicht oder kaum beleuchtet, nämlich seine Rolle bei Offshore-Aktivitäten der Westdeutschen Landesbank und beim sogenannten Dividenden-Stripping.
Diese für die Banken einträglichen Fehler dürften auch der Grund sein, warum der Kandidat Steinbrück von der Bankenbranche zu üppig dotierten Vorträgen eingeladen wurde. Weshalb nutzt die CDU das im Wahlkampf nicht gnadenlos aus? Das hat wohl damit zu tun: Die CDU hat einkalkuliert, dass die politisch überflüssige FDP auch aus dem Bundestag fliegen wird und Angela Merkel auf eine Koalition mit der SPD angewiesen sein könnte.
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