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BLOG vom 09.03.2017


Ein Eulenvogel wurde Vogel des Jahres 2017

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Waldkauz (Foto: NABU/Peter Kühn)
 

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat den Waldkauz (Strix aluco)  zum „Vogel des Jahres 2017“ gewählt. Auf dem prächtigen Stieglitz (s. Blog vom 02.03.2016: „Vogel des Jahres 2016: Stieglitz – ein farbenprächtiger Singvogel“) folgte nun ein Eulenvogel.

„Mit ihm wollen wir für den Erhalt alter Bäume mit Höhlen im Wald oder in Parks werben und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere sensibilisieren“ sagte Heinz Kowalski, NABU-Präsidiumsmitglied.
Der NABU-Landesvorsitzender des NABU in Schleswig-Holstein, Hermann Schulz, betonte, dass Eulen unverzichtbare Bestandteile der Artenvielfalt sind.

Europas häufigster Eulenvogel wird etwa 40 bis 42 cm gross und bringt 400 bis 600 g auf die Waage. Die Weibchen sind schwerer als die Männchen. Der Waldkauz, der dämmerungs- und nachtaktiv ist,  hat eine Flügelspannweite bis zu einem Meter.

Laut dem Atlas deutscher Brutvogelarten beträgt der Bestand des Waldkauzes 43 000 bis 75 000 Brutpaare. Im europäischen Raum gibt es 500 000 bis 1 000 000 Brutpaare. Der Bestand ist heute nicht gefährdet.

Ruf in TV-Krimis
Den Waldkauz bekommen nur wenige zu Gesicht. Aber das lang gezogene „Huu-hu-huhuhuhu“ ist wohl den Fernsehkonsumenten aus TV-Krimis bekannt. Der Ruf erschallt oft zur Untermalung einer unheimlichen Nachtstimmung. Die Waldkäuze lassen dieses Huhu…  bei der Balzerei und Reviermarkierung erschallen. Das Lautrepertoire ist damit noch nicht zu Ende. Zum Männchen gehört auch ein trillerndes „wuwuwuwu …, während das Weibchen ein raues „Kuwitt“ von sich gibt. Im Internet kann man den Ruf eines Waldkauzes hören.

Altvögel verteidigen Jungvögel
Ganz interessant sind Fakten zum Nachwuchs. Das Waldkauzweibchen legt 2 bis 6 Eier. Die Eier werden vom Weibchen allein innert 30 Tagen ausgebrütet. Und was macht das Männchen? Es fliegt nicht zum Vergnügen herum oder sitzt faul vor der Nisthöhle. Das Männchen  ist nämlich sehr fleissig; es versorgt das Weibchen in dieser Zeit mit Nahrung.  Die jungen Waldkäuze (Nesthocker) werden bis zu 5 Wochen von den Eltern mit Nahrung versorgt. In einem Alter von 29 bis 35 Tagen verlassen die Jungvögel die Bruthöhle. Das Gefieder der Jungtiere ist im Alter von 5 Monaten nicht mehr von Altvögeln zu unterscheiden.
Hat sich ein Männchen mit einem Weibchen gepaart, bleiben sie ein Leben lang zusammen.

 


Waldkauz (Foto: NABU/Marcus Bosch)
 

Altvögel verteidigen ihre Jungvögel. Kommt ein neugieriger Mensch zu nahe, dann wird er im Direktflug von hinten attackiert. Fleischwunden entstanden bei den Angriffen im Kopf- und Schulterbereich. Der englische Naturfotograf Eric Hosking wurde bei Aufnahmen in der Nähe einer Nisthöhle von einem Waldkauz so heftig attackiert, dass er ein Auge verlor.

Der Waldkauz bevorzugt Laub- und Mischwälder. Er brütet aber auch in Parkanlagen, Friedhöfen und Alleen und in Gärten mit altem Baumbestand.  Laut Wikipedia brütet er auch in der Nähe zum Menschen. So gab es Brutplätze in Scheunen und in den  Schornsteinen alter Häuser. Nistplätze sind Baumhöhlen, Felsnischen, alte Krähen- und Greifvogelnester und künstliche Nisthöhlen (Nistkästen).

Der Waldkauz braucht etwa 60 bis 70 g Nahrung pro Tag. Diese Menge entspricht 4 Feldmäusen. Neben Mäusen kann er auch Kaninchen und Eichhörnchen schlagen. In der Ernährung spielen auch Ratten und Vögel eine Rolle. Auf der Speisekarte der Waldkäuze sind auch Frösche, Fische, Käfer und Regenwürmer.
Der Waldkauz hat  auch Feinde („Beutegreifer“). Es sind der Uhu, Habichtskauz, Habicht, Mäusebussard und der Rotfuchs. Der Baummarder plündert gelegentlich Nester.

Anmerkung: NABU und LBV (Landesverband für Vogelschutz e.V.) startet eine neue Aktionsreihe. Unter dem Namen „NABU-NachtnaTOUR“  bieten die Verbände Exkursionen, Vorträge und  andere Veranstaltungen zu den Besonderheiten der nächtlichen Tier- und Pflanzenwelt an. Am 20.05.2017 wird dazu eine bundesweite „NABU-NachtnaTOUR“ durchgeführt. Von der Dämmerung bis zum frühen Morgen stehen in der Nacht zum Sonntag Waldkauz, Fledermäuse u. a. im Mittelpunkt.

Die Pressefotos in diesem Blog wurde von NABU zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank.

Internet
http://de.wikipedia.org (Stichwort „Waldkauz“)
www.nabu.de
www.nabu.shop.de
www.Vogel-des-Jahres.de
www.Nabu.de/presse/fotos/#vogeldesjahres
www.brodowski-fotografire.de/beobachtungen/Waldkauz.html
www.lbv.de

 


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