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BLOG vom 12.03.2020


Coronavirus: Hamsterkäufe und Kuriositäten

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

 


Leere Regale
 

Weltweit ist das Coronavirus (Sars-CoV-2) in allen Medien Thema Nr. 1. In diesem Blog berichte ich über Hamsterkäufe und andere Kuriositäten.

Zunächst einige Bemerkungen über den neuartigen Erreger, der zu den Coronaviren gehört. Diese rufen Atemwegserkrankungen aus. Laut Daten aus China verlaufen 80 % der Infektionen mild, etwa 14 % zeigen schwere und der Rest lebensbedrohliche Symptome. Besonders gefährdet sind Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen (Herzkreislaufkrankheiten, schlecht eingestellter Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen, Bluthochdruck).

Epizentrum ist die Stadt Wuhan (China). Seit Dezember 2019 wurden gehäuft Erkrankungen beobachtet. Das Virus ist höchst wahrscheinlich von einem Wildtier auf den Menschen übergesprungen. Als Wildtiere kommen Fledermäuse und das Schuppentier als Zwischenwirt in Frage.

Sehr gute Infos sind unter www.netdoktor.de zu bekommen. Infos gibt es auch in der Sendung „Quarks extra“ (WDR, Sendung „Die Macht der Viren“ am 10.03.20):

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-quarks-extra-die-macht-der-viren-100.html


So schützt man sich

Laut Netdoktor schützt man sich so vor das Coronavirus:

  • Regelmäßig gründlich (!) Händewaschen. Investieren Sie 20 Sekunden in die Hygiene.
  • Abstand halten zu Erkrankten. Mindestens einen, besser anderthalb Meter.
  • Nicht die Schleimhäute im Gesicht mit ungewaschenen Händen berühren (Augen, Mund, Nase).
  • Bei grösseren Ausbrüchen in Ihrer Umgebung: Menschenmengen meiden.
  • Niesen und husten Sie in Ihre Armbeuge.
  • Wenn Sie fürchten, selbst erkrankt zu sein: Rufen Sie Ihren Arzt an, bevor Sie ihn aufsuchen!
 


Mehlsorten waren sehr begehrt
 

Da wird gehamstert

Beim Einkaufen in Drogerien und Supermärkten erblickte man viele leere Regale. Man konnte meinen, es würde ein Krieg ins Land ziehen. Es fehlten vor allem Hygieneartikel, Desinfektionsmittel,  Klopapier und Taschentücher. Aber nicht nur das. Auch bestimmte Mehlsorten, Nudeln, Hülsenfrüchte, Tomatenmark, H-Milch und Käse. Die Hamsterkäufe begannen bei uns vor eineinhalb Wochen als bekannt wurde, dass es einen Infizierten im Landkreis Lörrach gab. Inzwischen stieg die Infektionsrate auch in der Schweiz und Deutschland an. Wie mir ein Wanderfreund erzählte, beteiligten sich im Grenzgebiet in Lörrach und Weil am Rhein auch viele Schweizer an Hamsterkäufen.

Als Aldi kürzlich Desinfektionsmittel in Plastikflaschen anbot, stürmten die Leute in die Läden, es bildeten sich lange Schlangen. Es wurde geschoben, gedrückt und regelrecht um die Waren gekämpft. Die Leiter der Märkte mussten dann die Warenmenge pro Person auf 3 Packungen reduzieren.

In Apotheken gab es keine Desinfektionsmittel mehr. Viele produzieren diese Mittel dann selbst.
Beim Kauf von Desinfektionsmittel sollte man die Inhaltsangaben prüfen. Einige sind nämlich nicht gegen Viren wirksam. In unserer Kodan Tinktur ist dies zu lesen: „Bakterizid inkl. Mykobakterien, fungizid, begrenzt viruzid (inkl.  HIV, HBV, HCV).“

Es wurden viele Massnahmen getroffen, um die Ansteckungen gering zu halten. Das wird nicht immer praktiziert. Meine Tochter beobachtete eine Frau in einem Supermarkt, die nicht in die Armbeuge, sondern in die Hand hustete. Dann fasste sie Obst und Packungen an.


Veranstaltungen fallen aus

Die Schweiz machte es vor: Sie verbot Großveranstaltungen über 1000 Personen, so auch die Basler Fasnacht, während in Deutschland die Umzüge in Weil und Haltingen abgehalten wurden. Deutschland empfahl etwas später die Schweizer Regelung.

Die Musikalische Akademie in Mannheim zog sich so aus der Regelung. Sie reduzierte die Besucherzahl auf 999 – in Absprache mit der Stadt. Bei Erreichen der Höchstzahl wird der Saal geschlossen. Da haben wohl einige Gehirne versagt, da man sich auch unter 1000 Personen anstecken kann.

Inzwischen wurden viele Veranstaltungen wie Vorträge, Konzerte, Theateraufführungen und Versammlungen abgesagt. Es werden sogar Fussballspiele ohne Zuschauer durchgeführt. Sollte ein Verdachtsfall bestehen, werden Kitas und Schule geschlossen. In Schopfheim wurden Schüleraustausch-Fahrten abgesagt. Es sind Massnahmen, um die Infektionen zu minimieren.


Karikaturen, Tweets und Sprüche

Obwohl solche Infektionen und Krankheiten nicht zum Lachen sind, machen sich Karikaturisten mit Inbrunst ans Werk und zeichnen, was das Zeug hält. Auch Leute sind im Internet aktiv und bringen so manch Lustiges zuwege. Einige „Geistesblitze“ sind im Folgenden aufgeführt (einige Zeichnungen mit Text und Videos sandte mir Rolf Hess und etliche Wanderfreunde zu):

„Wovor ich mich mehr fürchte als das Coronavirus, wäre eine Quarantäne mit meinen Arbeitskollegen.“
„Heute kamen 2 Leute mit Mundschutz in die Post. Gott sei Dank war es nur ein Überfall und wir haben uns alle schnell beruhigt.“

Karikatur: Eine Frau beobachtet einen Mann, der einen mit Konserven gefüllten Warenkorb herumfährt. Die Frau: „Das Coronavirus ist doch nur eine Erfindung der Lebensmittelindustrie, um die alten Konserven loszuwerden.“

Karikatur von Stuttmann: Ein Schiffbrüchiger schwimmt zu einer kleinen Insel. An der einzigen Palme ist eine Klorolle angebracht und am Boden liegen noch einige Rollen herum. Er ruft erfreut aus: „Fantastisch! Mein Überleben ist gesichert.“

Arzneimittelpackung ist abgebildet mit der Aufschrift „Coronex ratiopharm“, Untertitel: Schmalspur-Antibiotikum gegen Panikmache und Hamsterkäufe.“

„Schnäppchen: Tausche Panik-Set (Klopapier, Pasta, Desinfektionsmittel, Mundschutz) gegen Porsche 911.“

In einem Tweet war ein putziges und lächelndes Kleinkind zu sehen. Text dazu: „Ein Lächeln ist ansteckend. Lasst uns eine Epidemie starten.“


Hilft Knoblauch?

In einem ZDFneo-Bericht über verschiedene Länder, wie sie sich vor einer Coronavirus-Infektion schützen, wurde auch Yakutsk (Sibirien) vorgestellt. Da waren Milizen unterwegs und überprüften asiatisch aussehende Personen. Dann bemerkte ein Milizionär: „Ich bin überzeugt, dass Knoblauch und Himbeeren vor einer Corona-Infektion schützen. Aber vielleicht hilft auch dies.“ Dann deutete er auf eine Flasche Weihwasser, die er in der Hand hielt.

Über den Knoblauch wissen wir, dass er antibiotisch und desinfizierend wirkt. Knoblauch fördert den Appetit und ist hilfreich bei erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck, Arteriosklerose und Darmparasiten. Ob er gegen Coronaviren hilft, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

 


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